Glockenläuten & Hupen: Ein Poesiefilm über den indischen Norden

Eine Stunde lang Glockenläuten, Hupen und Gesang. Indien ist laut. Das macht die Geräuschkulisse, die Viktor Kalinke zu seinen Bildern eingefangen hat. Mit der Kamera in der Hand hat er den indischen Norden bereist, jene Landschaft, die auch bei vielen Europäern als Heimat der Spiritualität gilt.
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Die Millionenstadt Delhi, wo sich der Reisende erstmals konfrontiert sieht mit dem bunten Chaos auf den Straßen, den fliegenden Händlern, den überfüllten Straßen, dem Hupen rasender Motor-Rikschas. Er kommentiert nicht. Fast fühlt sich der Zuschauer an jene Filmclips erinnert, die beim Sender Euronews ohne Kommentar zwischen den Nachrichtensendungen gezeigt werden. Oft einfach das unbeschnittene Material von den Brennpunkten des Weltgeschehens, das von keinem Off-Sprecher gedeutet wird und für keine Sendung dramatisiert wurde.

Auch Kalinke lässt seine Kamera minutenlang schweifen, kein dramatischer Schnitt sorgt für Atemlosigkeit. Solche Filme zeigen auch, wie verlogen das Zeit-Regime moderner Filmclips und Nachrichtensendungen meist ist. Die Dinge stürzen übereinander, verdrängen sich im Sekundentakt, blitzen nur noch als Warnmeldung ins Auge.Dabei hat sich am Strom der Zeit nichts verändert. Auch in Delhi gibt es Stau, Jugendliche grüßen den Reisenden, versuchen mit ihm das Gespräch. Er schaut mit dem Kameraauge lange über den Hof eines Tempels, folgt dem Verkehr der teilweise uralten Gefährte, sieht dem mühsamen Fegen zu, das nie zu enden scheint. „Hier wird der Boden bei Sonnenaufgang / gekehrt: damit sich Delhis Staub / nicht unter den Füßen Mohammeds / sammelt“, rezitiert Kalinke aus dem Off. Es sind Gedichte, mit denen er seine Eindrücke von Indien in Worte zu fassen versucht. Und die mit den bildhaften Titeln der zehn Kapitel von Film und Reise korrespondieren.

Nach dem chaotischen Delhi der Flug nach Varanasi, der „Welthauptstadt der Spiritualität“. Erste Begegnung mit Ganga, dem heiligen Fluss, an dem die Totenfeuer brennen. Minutenlang schaut er den Männern zu, die im Fluss baden und beten. Kühe auf den Straßen, Besuch im Shiva-Tempel. Aber auch hier schon das Motiv, das die Reise beschließen wird, denn: „Ganga / trägt mehr Schwermetalle als Fische / im Bauch: wir wissen es“.

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Während aber in den üblichen Reportagen an dieser Stelle Bilder von Unrat im Fluss, toten Fischen und Fabrikschloten kämen, zeigt Kalinke weiter die Menschen. Mischt sich unter sie. Steigt in den Zug und sieht dem Jungen zu, der auf Knien die Gänge fegt, während die Reisenden einfach fallen lassen, was an Abfall anfällt. Um seinen Lohn muss der Junge betteln, „von den meisten kriegt er nichts“.

Die Frage nach Bakschisch begleitet den Reisenden, manchmal wird ihm auch mehr angeboten als nur eine Schale Tee. Ein Land zwischen Armut und Preisgabe, Verschlossenheit und Gleichgültigkeit dem Geld gegenüber. Man ahnt, warum einige europäische Reisende hier so etwas wie eine Alternative zum westlichen „Geiz ist geil“ und zum „Haste was, biste was“ gesucht haben und auch glauben, gefunden zu haben. Eine Entdeckung auch die mit erotischen Reliefs überladenen Tempel der Chandella-Dynastie, zwischen 950 und 1050 erbaut. Da wurden in Europa gerade die Slawen mit Schwert und Weihwasser christianisiert. Jahrhundertelang waren diese Tempel vergessen, bevor sie 1838 der britische Offizier T. S. Burt entdeckte und im viktorianischen England zweierlei auslöste – Empörung und Begeisterung. Die Freizügigkeit der Posen konfrontierte die Kolonialmacht mit ihrer ganzen ins Korsett der Prüderie geklemmten Sexualität.

Heute stehen die Japaner vor diesen Fresken und kriegen den Mund nicht mehr zu. Es ist die Begegnung mit einer Religion, in der der Liebesakt zwischen Mann und Frau auch für die Schöpfung der Welt steht. „griechische / Lebenslust : tantrische Verklärung“ findet Kalinke in den Chandellas. Leiser wird die Hintergrundmusik nicht, auch wenn Kalinke bei seiner Tour zwischen Religionen springt – Hinduismus vermischt sich selbst bei einer indischen Hochzeit mit dem Islam. Farbenrausch und Schellenlärm, Braut und Bräutigam sind verkleidet, der Imam setzt den Kaufvertrag auf, Brautgabe und Mitgift. Heiraten ist ein Kaufakt. Mit Posaunen und Trompeten.In Jodhpur steigt Kalinke auf die alte Festungsanlage Meherangarh hinauf und filmt Frauen – „aus niederer Kaste“ – bei Arbeiten auf dem Festungshof. Mit unzureichenden Werkzeugen, sichtlich unkoordiniert. Aber alle in farbenfrohe Tücher gehüllt. Über Jaisalmer, Bikaner und Haridwar geht die Reise wieder zum Ganga. In Bikaner erlebt er den zweiten Holi-Tag, an dem Männer sich mit Farb-Puder-Bomben bewerfen. Hergestellt werden die Farben aus Blüten. Es ist das Fest zum Ende des Winters, an dem auch alte Streitigkeiten beigelegt werden.

Am Ende der einstündigen Reise ist der Zuschauer betrunken vom Lärm, vom Glockenläuten, Singen und Hupen. Noch einmal rückt er Ganga ins Bild, gibt es ein Streiflicht auf die westlichen Glückssucher, die sich – mit „Rastas über heiligen / bunten Tüchern“ – unter die Einheimischen mischen. In Rishikesh ist Kalinke in der „Yoga-Hauptstadt der Welt“ angekommen. „Poesiefilm“ nennt er das sichtbare Ergebnis seiner Reise. Er lässt die Bilder und die Geräuschkulisse wirken, überhöht nicht, sucht auch nicht – wie in üblichen Reisefilmen – die Postkartenmotive und die Verklärung der Landschaft. Man taucht mit ihm ein in das alltägliche Leben. Nur die eingesprochenen Gedichte machen den Autor kenntlich, seine Faszination, gepaart mit Skepsis. Er muss nicht beschönigen und nicht verteufeln. Im Gegenteil: Er sucht den Blick auf gleicher Augenhöhe. Er hebt das Fremde nicht auf, suggeriert kein abgeklärtes Verständnis dessen, was er sieht.

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Glockenläuten und Hupen
Viktor Kalinke, Leipziger Literaturverlag 2011, 16,95 Euro

Auch nicht im Begleitheft, das die Reisestationen noch einmal kurz beschreibt und die Gedichte aus dem Film zum Nachlesen anbietet. Ein Film also für Leute, die die Welt nicht als Abenteuerspielplatz begreifen und das Fremde fremd sein lassen können. Und dann trotzdem noch irgendwie fasziniert sind von der Reise. Auch wenn man Indien dann immer noch nicht besser versteht. Was in einer Zeit, in der jeder Fernseh-Lehrling so tut, als verstünde er alles, was da draußen rund um den Globus passiert, eine richtige Erholung ist. Und ein nicht ganz unwichtiger Tropfen Ernüchterung, denn auch Allwissenheit kann sturzbesoffen machen.


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