Neu im Kino: „Lasst die Puppen tanzen“ – Die Muppets kehren auf die Leinwand zurück

Eine wilde Bande voller schräger Ideen waren die Muppets in ihrer erfolgreichen Muppet-Show. Doch der nun startende Film zeigt viele ehemals erfolgreiche Puppen, die alle ihren Ego-Trip ausleben und sich zur Rettung ihres Theaters noch einmal zusammenraufen müssen.
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Neu in der Puppenwelt ist Walter, auch er ausgestattet mit einem der niedlichen Knautschgesichter, wie es damals 1955 Jim Henson seinem Frosch Kermit modellierte. Aber Walter ist kein Muppet, er verehrt die Kultfiguren lediglich und lebt mit seinem menschlichen Bruder Gary zusammen. Zunächst wirkt das etwas seltsam, aber der Widerspruch wird konsequent übergangen und ganz ordentlich überspielt. Da die gesamte Lebenswelt der beiden etwas gekünstelt wirkt, ist es somit nicht allzu schwierig, sich auch darauf einzulassen. Lediglich die Bonbonfarben der heilen Kleinstadtwelt wirken etwas überladen, das kann allerdings an einem etwas nüchternerem europäischen Empfinden liegen.

Früh wird klar, wohin die Reise von Regisseur James Bobin geht. Zwar darf er zum ersten Mal die Puppen tanzen lassen, bleibt aber der Linie früherer Filme treu und verwandelt den Film in eine Mischung aus Musikrevue und launiger Komödie. Zahlreiche Schauspieler haben Kurzauftritte, wobei die eine oder der andere wohl nur dabei sind, weil sie ebenfalls bei den Disney-Studios unter Vertrag stehen. Der Film hat nicht den Tiefgang, um anhaltend nachzuwirken, bietet aber gute Unterhaltung und wird die Zuschauer mit ziemlicher Sicherheit in fröhlicher Stimmung auf den Heimweg schicken.
Somit geht das Konzept auf, viele Filmreferenzen sorgen für Lacher und in Sachen Situationskomik waren die schrägen Puppen immer schon eine Nummer für sich, was durch gutes Timing auch für diesen Film wieder gilt. Wie angedeutet, haben sich die Muppets getrennt und sind von der Bildfläche verschwunden, was auch Walter sehr bedauert. Um so mehr aus dem Häuschen ist der kleine Kerl, als er Gary und seine Verlobte Mary (der alberne Gleichklang der Namen wird gottlob nicht überstrapaziert) nach Los Angeles begleiten darf.

Dort angekommen, erlebt er allerdings bei der Besichtigung der Muppet-Studios eine Enttäuschung. Die Gebäude sind verfallen und schwere Düsternis hat sich über die einst so lebhaften und bunten Bühnen gelegt. Hinzu kommt, dass Unternehmer Tex Richman (Nomen est omen) an das Öl unter dem Studio will und deshalb der Abriss droht. Walter will das selbstverständlich verhindern und macht sich mit den menschlichen Begleitern auf den Weg, die Muppets zusammenzutrommeln, um eine große Show auf die Beine zu stellen. So soll das Studio noch gerettet werden.
Ein wenig schade ist nur, dass hierbei die grummligen Alten Statler und Waldorf nicht noch mehr ihrer stets bissigen Kommentare beisteuern dürfen. Schließlich haben die Berufssarkastiker schon Kultstatus erworben. Ansonsten aber gibt es ein Wiedersehen mit der kompletten Rasselbande, besonders Schlagzeuger Tier hat starke Szenen und treibt den Film in entscheidenden Momenten voran. Der Wille von Jim Henson bleibt stets erkennbar, mit Puppenspiel nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene zu unterhalten. Ein Film für die ganze Familie eben.

USA 2011 R: James Bobin, D: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, Die Muppets, Spieldauer: 103 Minuten FSK: ohne Altersbeschränkung.

Filmstart ist der 19. Januar, zu sehen im CineStar, Cineplex, CT Taucha, Regina Palast und UCI Nova Eventis.

Zum Wikipedia-Artikel über die „Muppet Show“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Muppet_Show

Die offizielle Seite zum Film:

www.disney.de/muppets


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