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Frühling, Schafskälte, Achterbahn: Ein Besuch im Vergnügungspark Belantis

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    Sommerzeit ist Achterbahn-Saison. Seit April hat Ostdeutschlands einziger Vergnügungspark "Belantis" wieder geöffnet. Ich habe den Abenteuerspielplatz für Groß und Klein mal unter die Lupe genommen. Bei nicht ganz so wonnigem Wetter wie heute. Anreise: Der Park liegt in einem ehemaligen Tagebau-Gebiet. Vor zehn Jahren feierlich eröffnet, möchten die Investoren vor allem Besucher aus den neuen Bundesländern anlocken.

    Deshalb pflanzten sie Wildwasserbahn, Kettenkarussell und Co. mitten ins Neuland zwischen Cospudener See und A38. Die Anfahrt mit dem Auto ist gut. Kostenpflichtige Parkplätze sind massenhaft vorhanden. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen möchte, muss dagegen eine Odyssee durch Leipzigs Westen und Südwesten in Kauf nehmen. Planmäßige 48 Minuten Fahrtzeit vom Hauptbahnhof bis zur Tageskasse sind definitiv zu viel. Ein Shuttle-Service könnte Abhilfe schaffen. Aber bei Sonnenschein lohnt sich die Anfahrt natürlich mit dem Rad.

    Themenwelten: Die Belantis-Macher setzten bei der Gestaltung auf klassische Motive. Ritter, Indianer, Piraten, dazu noch die alten Ägypter und Azteken. Alles auf engstem Raum zusammengewürfelt ergibt ein lustiges Potpourri, das den Besucher mehr verwirrt als in sich aufsaugt. Die Wegeführung ist zuweilen verwirrend.

    Attraktionen: „Belantis“ hat für jeden Geschmack das Passende zu bieten. Jedoch nicht im Übermaß. Der Park ist vergleichsweise jung, die Zahl der Attraktionen überschaubar. Nervenkitzel verspricht die jüngste Hauptattraktion: „Huracan“ ist kein aztekischer Halbgott, sondern eine Achterbahn. Aus 32 Metern Höhe werden die Passagiere im freien Fall mit 95 Grad Neigung auf die halsbrecherische Piste gejagt. Fünf Überschläge lassen die Schmetterlinge im Bauch Tango tanzen. Leider ist der Publikumsliebling zur Zeit die einzige Attraktion, die „Belantis“ als Alleinstellungsmerkmal verbuchen kann. Entsprechend groß der Andrang. Letzten Sommer sollen manche Gäste bis zu zwei Stunden auf eine 90-Sekunden-Fahrt gewartet haben, hab ich gehört.Was dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass „Belantis“ kaum aufregende Karussells zu bieten hat, die man nicht von der letzten Kleinmesse kennt. In „Belantis“ setzt man eher auf gemächliche Familienunterhaltung mit Schiffsschaukel, Kinderkarussells und Wildwasserbahn. Letztere ist – zumindest für einen Abenteuersuchenden wie mich – eine herbe Enttäuschung: Der Clou, die Boote per Fahrstuhl die Rutsche hinauf zu befördern, ist etwas langweilig inszeniert. Der Aufprall nach der steilen Abfahrt so hart, dass man Gefahr läuft, sich sein Knie am Sicherheitsgriff zu stoßen. Aber vielleicht war ich für diesen Spaß nun doch schon 10 Zentimeter zu groß?

    Essen & Trinken: Belantis-Gäste besitzen einen großen Rucksack oder ein dickes Portemonnaie. Die Preise an den zahlreichen Imbiss-Ständen sind nicht ohne. Aber so richtig glücklich werde ich mit meiner Bestellung nicht.

    Eintrittspreise: Vollzahler (ab 1,45 m Körpergröße) werden mit 25,90 Euro zur Kasse gebeten. Sogar Kinder sind schon mit 23,90 Euro dabei. Angesichts eines Parks, den man in einer Dreiviertelstunde durchwandern kann und nur einer sehenswerten Hauptattraktion, irgendwie doch ein bisschen zu viel.

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    Fazit: „Belantis“ ist tatsächlich eher was für junge Familien, die mit der eigenen Kutsche anreisen. Jugendliche und junge Erwachsene kommen angesichts einer einzigen rasanten Attraktion kaum auf ihre Kosten. Und wer – wie ich – an einem schafskalten Tag das Abenteuer sucht, fährt irgendwie unbefriedigt wieder heim.

    www.belantis.de

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