27.6 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Tanners Interview mit Max und Franz von Monozid: Ein gewisses Gefühl von Unabhängigkeit, in den Bus zu steigen und loszufahren, ohne zu wissen was passieren wird

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Es gibt Leipziger Bands, die international Erfolge feiern. Nur wird sehr selten über diese berichtet, ist's eben halt auch selten Pop, was diese machen. Monozid darkwaven den ganzen Planeten, produzieren in den USA und touren durch Italien, die Schweiz oder Polen. Mit neuem Album sind die Jungs nun endlich auch mal wieder in ihrer Heimatstadt zu erleben - im kulturverhangenen Eutritzsch - am Samstag-Abend. E35 heißt der Club und ist einen Besuch wert.

    Hallo Max. Herzlichen Glückwunsch zur neuen CD, zum Album gar, denn es gibt das gute Monozid-Stück ja auch auf Vinyl. Erzähl mal, warum und wie diese unterschiedlichen Speicher- & Musik-Transport-Medien?

    Das Medium der CD befindet seit einigen Jahren auf dem absteigendem Ast, während sich das Vinyl wieder größerer Beliebtheit erfreut, zumindest in den Kreisen in denen wir uns aufhalten kann Mensch das auch am Merchstand gut beobachten, die CD verkauft sich nur noch mit ausgefallenem Coverart gut. Ein Grund dafür könnte die Download-Geschichte sein…und seit neuestem ist ja auch ein gewisses Kassetten-Revival zu verzeichnen.

    Am Samstag, den 09. März seid Ihr im E35 mit den Helden von Serene Fall unterwegs. Wie kam’s zum Kontakt und zum Gig? Ihr tourt ja mit dem Album weit herum, Italien, Dänemark, Schweiz, Polen und Österreich. Wow, welche Leipziger Band macht so was noch heutzutage?

    Gute Bekannte versuchen seit geraumer Zeit im Norden von Leipzig, im E35 etwas aufzubauen, wir finden das unterstützenswert, da es in der Gegend so gut wie keine Subkultur gibt. Zum vielen Touren: es macht einfach sehr viel Spaß mitzubekommen wie anderswo Subkultur funktioniert, lernt interessante Menschen kennen, kommt durch aufregende Städte und Landschaften … zudem verschafft es ein gewisses Gefühl von Unabhängigkeit, in den Bus zu steigen und loszufahren, ohne zu wissen was passieren wird.
    Auf Eurem „Waschzettelchen“ werft Ihr ja wirklich mit großen Namen um Euch, da liest man was von New York, den Bad Seeds, Grinderman etc. – schlag mal um Dich und bring’s dem Leser näher, was ich schon weiß und er eben nicht.

    Während unserer ersten US Tour 2010 spielten wir einige Konzis mit den Bellmer Dolls, deren Sänger Peter sich ein Studio mit Grindermann/Bad Seeds Schlagzeuger Jim Sclavunous teilt. In dieses lud er uns ein und so nahmen wir im Mai 2012 unser Album „A Splinter For The Pure“ in Long Island/New York auf, dabei kam ich u.a. in den Genuss auf Jims Schlagzeug einspielen zu können. Peter hat auch als Produzent ein gutes Händchen für abgefahrene Sounds bewiesen und einiges an soundtechnischen Ideen mit eingebracht. Für uns war es ja das erste Mal, dass wir mit einem Produzenten gearbeitet haben. Aber im Ergebnis hat es sich schon gelohnt, mit jemandem zu arbeiten, der aus einer ähnlichen musikalischen Richtung kommt wie wir.

    Ihr habt Euch 10! Jahre Zeit gelassen fürs neue, zweite Album. Was hat solange gedauert?

    10 Jahre hat es nicht gedauert, die erste Platte ist 2009 erschienen 🙂 Aber ja, unsere Mühlen mahlen eher langsam. Zuerst einmal haben wir in den ersten Jahren der Band Probleme gehabt ein funktionierendes Lineup zusammenzubekommen, so erschien unser erstes Album „Say Hello To Artificial Grey“ auch erst 2009. Zwischen dem ersten und dem neuen Album hatten wir wiederum Lineup Wechsel und ich hatte ein unschönes Erlebnis bei dem mir ein Arm gebrochen wurde und so vergingen dann leider dreieinhalb Jahre bis zum erscheinen von „A Splinter For The Pure“. Im Moment haben wir aber seit drei Jahren ein gut funktionierendes Bandgefüge und arbeiten auch schon wieder an neuen Songs …

    Wochenenden in Leipzig sind kulturvollgepackt. Da ist’s schwierig Publikum nach Eutritzsch zu ziehen. Warum sollen Samstag alle zu Euch kommen und nicht, zum Beispiel zur Militär- und Blasmusikparade in die Arena (ist wirklich am Samstag)?

    (diesmal Franz): Naja, es gibt halt in Leipzig noch Stadtteile, die noch nie von uns betreten worden sind. Für uns ist das schon spannend, dass es nördlich des Bahnhofs außer Baumärkten, Krankenhäusern und Leerstand auch kulturell etwas zu entdecken gibt. Das ist jetzt gar nicht abwertend gemeint. Die kulturelle Landschaft beschränkt sich ja in Leipzig doch sehr stark auf wenige (so 2-3) Viertel. Von daher freut es uns auch mal ganz wo anders hinzufahren und eben dort zu spielen.

    Also: Hiermit sind alle eingeladen Eutritzsch für sich zu erkunden!! Gerade die neue Crew des E35 ist ja sehr bemüht den Ort dort als kulturellen Anlaufpunkt zu etablieren. Nicht nur mit Punkkonzerten, sondern zum Beispiel auch als Raum für Figurentheater. Wenn man jahrelang in Connewitz wohnt, ist doch ein gewisser Phlegmatismus zu spüren, mensch meint, im Dreh- und Angelpunkt der Welt zu wohnen und demzufolge nicht mehr den heimischen Kiez verlassen zu müssen. Also: Hoch mit den Hintern und auf in den Norden! Ich vermute auch, dass sich unterwegs noch ein akustischer Einblick in die Blasmusikszene erhaschen lässt. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen.

    Danke Max und Franz und volle Hütte!

    Monozid, Samstag, 09.03.13 im E35, Wittenbergerstraße 62.

    www.monozid.com

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige