Angesichts der aktuellen Debatte über sinkende Kinderzahlen und mögliche Schulschließungen fordert die Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen ein schnelles politisches Signal zum dauerhaften Erhalt wohnortnaher Bildungsangebote im Freistaat. Kitas und Schulen sind zentrale Anker für das Leben in Städten und Gemeinden – gerade im ländlichen Raum.

Burkhard Naumann, Landesvorsitzender der GEW Sachsen, erklärt: „Kitas und Schulen sind mehr als nur Gebäude – sie sind Bildungsorte vor Ort, sie halten Leben und Gemeinschaften zusammen. Der Freistaat darf nicht zulassen, dass sinkende Kinderzahlen automatisch zu einem Rückzug der Bildung aus ländlichen Regionen führen. Wenn die Politik nicht schon jetzt etwas gegen die drohende Schließungswelle unternimmt, wiederholen sich die Fehler der 1990er Jahre mit dem Verlust von Infrastruktur und dem Vertrauen in eine nachhaltige Bildungspolitik.

Hinzu kommt, dass Sachsen ohnehin ein Problem hat, Lehrkräfte für den ländlichen Raum zu gewinnen. Warum sollten sich junge Leute für eine Schule außerhalb der großen Städte entscheiden, wenn in den kommenden Jahren die Schließung droht? Eine verbindliche Sicherung der Schulstandorte hilft auch bei der Gewinnung von Lehrkräften außerhalb der großen Zentren.“

Die GEW Sachsen unterstützt daher einen parteiübergreifenden Beschluss zum Schutz ländlicher Schulstandorte. Gleichzeitig warnt die GEW Sachsen davor, bei Absichtserklärungen stehen zu bleiben und fordert einen Umsetzungsplan.

„Wir erwarten von der Politik schnellstmöglich einen parteiübergreifenden Beschluss zum Erhalt ländlicher Schulstandorte. Dies wäre ein wichtiges Signal. Erfahrungsgemäß reicht dies jedoch nicht. Wir benötigen auch einen realistischen Umsetzungsplan mit der entsprechenden Finanzierung. Ein flächendeckendes Kita- und Schulnetz ist entscheidend für die Zukunft des ländlichen Raums und für die Bildungsgerechtigkeit in Sachsen. Mit dem Rückgang der Kinderzahlen steht viel auf dem Spiel”, so Naumann.

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