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Was Mister Clooney faszinierte, wird auch die Zuhörer beeindrucken: Sonderkonzert am 31. Mai im Merseburger Dom

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    Musik für Kaiser und Könige bieten die Capella Antiqua und namhafte Solisten am 31. Mai 2013 im Merseburger Dom. Das Sonderkonzert gilt der Dachmarke "Straße der Romanik", die seit 20 Jahren über 60 Denkmale in Sachsen-Anhalt vereint. Die Landschaft zwischen Harz und Saale bildet derzeit den authentischen Drehort für den Hollywood-Film "The Monuments Men". - Ein Interview mit Thomas Spindler, Percussionist bei der Capella Antiqua.

    Herr Spindler, die Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt erscheint derzeit fast wie der legendäre Walk of Fame in Hollywood. Wie strahlt der Glanz der Dreharbeiten zu dem Film „The Monuments Men“ denn auf die hiesigen Baudenkmale ab?

    Die Straße der Romanik spiegelt fast 1200 Jahre bedeutender europäischer Kultur- und Zeitgeschichte wieder. Dass Orte wie der Dom zu Halberstadt oder der Merseburger Dom zum Schauplatz eines Hollywood-Blockbusters werden, spricht für diese beiden herausragenden Artefaktorte, aber auch den Spürsinn der Filmemacher für die besonderen Orte und ihre Aura.

    Wenn im Frühjahr 2014 der Film von George Clooney weltweit in die Kinos kommen wird, dann wird man sehen können, was für eine großartige PR diese Drehtage in Sachsen-Anhalt waren. Die Filmcrew war begeistert von der authentischen Stimmung und Qualität der Drehorte, man fand in Halberstadt und Merseburg original vor, was man sonst in Babelsberg hätte nachbauen müssen.

    Die Drehorte werden noch einige Jahre von diesem Umstand profitieren können, wennnnn… – man die Chance beim Schopfe ergreift und sich dieses Themas annimmt.

    Vor nunmehr 20 Jahren wurden 60 romanische Baudenkmale in Sachsen-Anhalt zur Straße der Romanik verknüpft. Was bedeutet diese Dichte vergegenständlichter Geschichte in der Region für Sie?

    Für mich ist es beeindruckend, auf einer so kleinen Fläche eine in Europa einzigartige Kulturdichte erleben zu können. Die Qualität einzelner Orte und Objekte hat teilweise Weltformat wie der größte Kirchenschatz der Welt in Halberstadt, die romanische Krypta in Memleben, die Basilika der Engel in Hecklingen oder der Merseburger Dom und Domschatz mit seinen einzigartigen Zaubersprüchen.Daran, dass die ottonischen beziehungsweise sächsischen Kaiser und Könige zwischen Harz, Elbe und Saale einst zumindest europäische Politik betrieben, erinnern Sie mit dem Sonderkonzert „Musik für Kaiser und Könige – 20 Jahre Straße der Romanik“ am Freitag, den 31. Mai 2013. Wie kam es zu dieser Konzertidee?

    Die Capella Antiqua hatte 2011 die große Ehre, das Abschlusskonzert der überaus erfolgreichen Landesausstellung „Der Naumburger Meister“ im Dom von Naumburg gestalten zu können. Vor mehr als 500 begeisterten Zuhörern entstand an diesem originalen Platz im Ostchor Musik, wie sie schon im der Zeit der Romanik und Gotik dort erklungen war. Es mischten sich die mehr als 50 originalen Musikinstrumente in einer besonderen Art und Weise mit dem Klang dieser großartigen Kathedrale.

    Die Leiterin der Pressestelle der Domstifter von Naumburg und Merseburg , Frau Kerstin Wille, fragte die Capella im vergangenen Jahr, ob ein Konzert an anderer Stelle – eben: Merseburg – mit dem Thema „Straße der Romanik“ und den Merseburger Zaubersprüchen realisierbar wäre, was die Capella zusammen mit den Solisten Arianna Savall (Barcelona) und Petter Udland Johansen (Oslo) an diesem Konzertabend zur Aufführung bringt.

    Gerade die Beziehungen Bambergs zu Merseburg, durch das Kaiserpaar Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde geben diesem Konzert nach 990 Jahren wieder eine ganz besondere Note. So vielfältig die Kultur an den Herrscherhäusern der Romanik und Gotik war, so facettenreich sind die unterschiedlichen Musikstücke des Konzertes und so unterschiedlich sind auch die Quellen der Musik und die Klänge der Musikinstrumente.

    Warum wurde der Merseburger Dom als Veranstaltungsort ausgewählt?Der Merseburger Dom ist wegen seiner Baugeschichte einer der wichtigsten Dome mit romanischen Wurzeln. Er war für die Ottonen einer der geliebten und beliebtesten Plätze im großen Reich.

    Hier war eine bedeutende Kaiserpfalz, hier war der wichtigste Chronist des Mittelalters „Thietmar von Merseburg“ Bischof im Dom und sorgte mit den fünf Bänden seiner Chronik für eine großartige Darstellungen seiner Lebensepoche.

    Die noch im Dom vorhandenen romanischen Artefakte, wie die Grabplatte des Rudolf von Rheinfelden, das romanische Taufbecken, die romanische Kaisertreppe im Ostturm und die einzigartigen romanischen Glocken im historischen Dachstuhl machen Merseburg zu einem idealen Konzertort mit der passenden Zeitgeschichte. Was Mister Clooney faszinierte, fasziniert mich und unsere Musiker an Merseburg ebenso, und es wird auch die Zuhörer beeindrucken.

    Worauf dürfen sich die Besucher des Konzertes freuen?

    Die Besucher dürfen sich auf zwei junge und schon weltbekannte Solisten freuen, denn mit Arianna Savall (Harfe, Gesang) kommt eine Ausnahmemusikerin von Barcelona aus nach Merseburg, die das Jahr über weltweit ihre Konzerte gibt. Auch Petter Udland Johansen kommt sehr gerne aus Oslo zu den besonderen Themenkonzerten der Capella Antiqua und brilliert hier mit seiner außergewöhnlichen Gesangsstimme und der Kunst auf der Cister und Haringfele.

    Die Capella Antiqua Bambergensis ist eines der renommierten Ensembles für die Musik des Mittelalters, sie lässt mehr als 50 verschiedene Musikinstrumente des Mittelalters in dem Merseburger Konzert erklingen. Das Ensemble erhielt im April den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“.

    Was sind aus Ihrer Sicht die musikalischen Höhepunkte?

    Für die Konzertbesucher erklingen Auszüge aus dem Nibelungenlied, zwei Musikstücke der Hildegard von Bingen, die Cantigas de Santa Maria spannen einen Bogen von Andalusien nach Merseburg und öffnen ein Fenster in eine längst vergangene Musikepoche. Es erklingt die Musik der Sepharden ebenso, wie die der Kaiser und Könige, die in Merseburg zu Gast waren. Es erklingt die originale Musik, welche die Herrscher selbst hörten oder wie Friedrich II. und Alphonso el Sabio sie selbst zu Gehör brachten.

    Auch die zwei berühmten Merseburger Zaubersprüche werden in der originalen althochdeutschen Sprache erklingen. Es ist eine ganz besondere musikalische Reise ins Mittelalter, auf welche die Capella Antiqua die Konzertbesucher entführen wird.

    Vielen Dank für das Gespräch.

    Das Sonderkonzert „Musik für Kaiser und Könige – 20 Jahre Straße der Romanik“ findet am Freitag, 31. Mai, um 19.30 Uhr im Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius statt.

    www.merseburger-dom.de

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