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Tanners Interview mit dem Theaterdirektor des Kabarett SanftWut Ingolf Serwuschok

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    25 Jahre einen Kulturbetrieb aufrechtzuerhalten, der sich mit Satire die Butter aufs Brot schmiert, scheint in der Jetztzeit fast eine Heldentat. Schließlich ist Häme und Hetze allerorten, da entwöhnt sich der Mensch leicht des gutgemachten Spotts. Tanner traf Ingolf Serwuschok, den Chef im Ring.

    Am 1. September feiert Ihr im Kabarett SanftWut 25 Jahre. Hossa. Und Glückwunsch. Und Wunschpunsch. Und Applaus! Was gereicht uns denn das Ensemble an diesem Abend? Und gibt’s überhaupt noch Karten?

    Lass uns den Wunschpunsch gemeinsam trinken, den Applaus genießen und in die Zukunft planen. An diesem Abend werden wir endlich mal die Nummern spielen, die nur uns Spaß gemacht haben. Da muss das Publikum durch. Aber LACHEN ist wie immer garantiert und wenn es im Halse stecken bleibt. Ein paar Karten gibt es noch.

    Du bist höchstselbst der Theatercheffe. Da hast Du den Hut auf und die Katzen im Sack. Annemarie Schmidt kenne ich ja persönlich als SanftWut-Katze. Wer ist denn noch dabei und welche Charaktere sind die ihren?

    Es sind alle dabei: Moni (Uta Serwuschok), Manni (Thomas Störel), die Energiesparlampe (Elisabeth Sonntag), die Poetry-Slamerin (Annemarie Schmidt), der Pianist Johannes Poerschke und schließlich ich als Kassandro, der unerhörte Seher. Der Katzenjammer ist garantiert, da wir nur ganz selten alle gemeinsam auf der Bühne zu bewundern sind.

    25 Jahre muss Kabarett erst einmal durchstehen in der heutigen Großeventerei. Ist’s schwieriger geworden in den letzten Jahren? Ich hab ja manchmal überhaupt keine Lust mehr, mir etwas anzuschauen, weil es von allem viel zu viel gibt. Wie sind da Deine Erfahrungen, Ingolf?

    Es gibt für alle genug. Nur mit der Verteilung hapert’s … Da jeder seinen Stil finden muss, um sich herauszuheben aus dem Elend des Allerlei, haben auch wir dies getan. Wir geben nicht nur eine Lachgarantie, sondern halten die auch ein. Spielen (fast) nur eigene Texte und Kompositionen und der Name SanftWut ist Programm. Sanft und wütend. Satire und Comedy in friedlicher Koexistenz, in harmonischer Mitte mit Mordgedanken…

    Ihr habt sieben Eigenproduktionen am Start, darunter so brachial benannte wie: Lieber schön bescheuert als hässlich mit Diplom. Das ist ja ganz schön Dampfhammer. Ist manchmal auch die feine Klinge bei Euch zu Hause? Ich mag ja nicht so das Schenkelklopfen. Obwohl, für eine gute Pointe würde ich wahrscheinlich auch meinen Hund (ich habe gar keinen!) erschießen. Warum so lauthals, Herr Direktor?

    Zeit heilt alle Wunden sprach der Henker und schlug dem Verurteilten den Kopf ab… Die Leute wollen bei der eigenen Enthauptung lachen. Der Wunsch des Publikums ist uns Befehl.

    Bald schon ist Lachmesse-Zeit. Im Oktober, kurz vor Weihnachten. Und die Haudegen des Sprachwitzes reißen sich bei Euch da natürlich die Klinke aus der Hand. Auf wen freust Du Dich besonders – und warum?

    Ich freu mich auf alle, weil alle großartig sind, die Finger in die gesellschaftlichen Wunden stecken und wenn wir schon untergehen, dann wenigstens mit Humor.

    Das Programm im SanftWut zur Lachmesse, zu der u. a. Uwe Steimle, Zärtlichkeiten mit Freunden, Herkuleskeule und Matthias Brodowy erwartet werden, ist hier zu finden: http://www.kabarett-theater-sanftwut.de/lachmesse

    Danke Ingolf, für die Antworten, ich kann leider am 01.09. nicht kommen, muss da selber im Flower Power Levitten singen – aber ich wünsche Euch ein volles Haus und hohe Tassen.

    Danke. Wir wünschen beim Levittenlesen missionarischen Erfolg.

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