Sinnenfreuden in menschlichen Beziehungsdramen

Leipziger Ballett feiert mit „Boléro“ und „Le Sacre du Printemps“ am 3. Februar Premiere

Für alle LeserBoléro - da klingen Ballettliebhabern die Herzen. Es ist furioser Ravel, was das Leipziger Ballett jetzt am 3. Februar im Opernhaus tanzen wird. Am Samstag, 3. Februar, lädt das Leipziger Ballett um 19 Uhr zur Premiere des zweiteiligen Ballettabends "Boléro / Le Sacre du Printemps" mit Choreographien von Johan Inger und Mario Schröder ins Opernhaus. Zwei Skandalstücke des frühen 20. Jahrhunderts treffen in diesem Doppelabend klanggewaltig aufeinander.

Einmal Maurice Ravels „Boléro“ – hypnotisch und unaufhaltsam eingängig in seiner Einfachheit, zum anderen Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“, jenes sperrige Jahrhundertwerk, dessen atemberaubender Kraft man sich kaum entziehen kann. Die musikalische Leitung für den Balletabend übernimmt Matthias Foremny am Pult des Gewandhausorchesters.

Und was wird man sehen?

„Walking Mad“, das Tanzstück des schwedischen Choreografen Johan Inger nach der Musik von Ravels legendärem „Boléro“ und Arvo Pärts „Für Alina“ aus dem Jahr 2001, wird nach internationalen Erfolgen in Den Haag, Göteborg, New York, an der Semperoper Dresden und weiteren Häusern erstmals in Leipzig gezeigt. Es ist eine Hommage an die Freuden körperlicher Sinnlichkeit. Der Tanz kreist im Takt des immer wieder variierten Grundmotivs um menschliche Beziehungen, unaufhaltsam und immer schneller werdend dem finalen Crescendo entgegen. Zwischen intensivster körperlicher Anspannung und herrlich groteskem Slapstick wird geflirtet, gerangelt, geliebt und ordentlich gestritten. Eine Holzwand wirkt als trennendes und verbindendes Spielelement zugleich.

Johan Inger, geboren 1967 in Stockholm, absolvierte seine Tanzausbildung an der Königlichen Ballettschule Schweden und der National Ballet School in Kanada. Noch während seiner Karriere als Tänzer und Solist, u. a. am Königlichen Schwedischen Ballett und dem Nederlands Dans Theater (NDT), erfolgte 1995 sein preisgekröntes Debüt als Choreograf. Seine Arbeit führte ihn seither an namhafte Häuser in ganz Europa.

Mario Schröder, Ballettdirektor und Chefchoreograf des Leipziger Balletts, nimmt sich im zweiten Teil des Abends gemeinsam mit seinem Kostüm- und Bühnenbildner Paul Zoller des großen Tanzklassikers der Moderne an: Strawinskys »Le Sacre du Printemps«, 1913 in Paris uraufgeführt. Als mindestens genauso skandalös wie die Musik galt die Choreografie der Ballets Russes von Vaslav Nijinsky.

Die erdigen, auf die Körpermitte fixierten, fast sexuellen Tanzbewegungen überforderten das Publikum schlicht in seinen Sehgewohnheiten. Heute gilt die Choreografie als Meilenstein für die Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes. Schröder setzt sich in seiner choreographischen Uraufführung mit Ängsten und Ritualen sowie mit der Bedeutung des Opfers in unserer heutigen Gesellschaft auseinander.

Karten für die Premiere und die Aufführungen am 10. Februar, 25. März, 8. April und 17. Juni 2018 sind an der Kasse im Opernhaus erhältlich.

Leipziger Ballett
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