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Todesursache von Mutter und Sohn in Gohlis noch immer unklar: Oberstaatsanwalt widerspricht Bericht in Medien

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    Noch immer steht die Todesursache der jungen Frau und ihres zweijährigen Sohnes, die in der Nacht zum 17. Juni von Rettungskräften Kind tot in ihrer Wohnung im Stadtteil Gohlis aufgefunden worden waren, nicht fest. So jedenfalls der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, Ricardo Schulz, gegenüber L-IZ. Anders als die Bild-Zeitung, die am Mittwoch, den 11. Juli gewohnt reißerisch vom Leiden des zweijährigen Kinds berichtet und für die das Obduktionsergebnis feststeht.

    Davon kann aber laut Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz bisher noch keine Rede sein. Auch wenn er zugeben muss, dass die Untersuchungen ungewöhnlich lange dauern. Dies, so Schulz, sei allerdings der komplizierten Situation geschuldet, unter der die beiden Leichen gefunden wurden sowie dem damit zusammenhängenden Zustand, besonders der Mutter: „Die Obduktion gestaltet sich komplizierter als in einem „normalen“ Fall. Es müssen zahlreiche Untersuchungen unternommen werden, um zu einem exakten Ergebnis zu kommen. Fest steht, das offenbar keine äußerliche Gewalteinwirkung vorliegt. Zu dem Bericht in der BILD-Zeitung möchte ich mich nicht äußern. Nur so viel, dass definitiv noch kein endgültiges Obduktionsergebnis feststeht. Es werden noch einige Ergebnisse von toxikologischen Langzeituntersuchungen abgewartet, beziehungsweise noch Untersuchungen vorgenommen. Es kann sein, dass die Mutter wegen ihres früheren Drogenkonsums gesundheitliche Probleme hatte und deswegen zu Tode gekommen ist.“

    Fest steht in diesem Zusammenhang jedoch, dass der für die Mutter zuständige Betreuer des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) nach Bekanntwerden des Vorfalls vom Dienst vorläufig suspendiert wurde. Derweil liegt von Seiten des Jugendamtes ein umfangreicher Bericht auf dem Schreibtisch der sächsischen Sozialministerin Sabine Clauß. Bezüglich des suspendierten ASD-Mitarbeiters hatte sich Jugendamtsleiter Siegfried Haller dahingehend geäußert, dass es möglicherweise „Fehler in dessen Arbeit“ gegeben haben könnte und dieser Mitarbeiter womöglich „am 10. April Verfahrensstandards unterschritten hat“. Er soll an diesem Tag als Mitarbeiter des ASD Kontakt zu der 26-jährigen Arbeitslosen gehabt haben, bevor ihre Leiche und ihr ebenfalls toter Sohn am 17. Juni gefunden worden waren. Der Junge soll wahrscheinlich verdurstet sein.

    Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt weiter zu den Umständen der beiden Todesfälle und prüft dabei auch, ob es Versäumnisse bei den Behörden gegeben haben könnte, die strafrechtlich relevant sind. Dies auch, weil die Großmutter des zweijährigen toten Jungen gegen die Stadt Strafanzeige wegen Unterlassung erstattet hat. Ein weiterer Umstand, der seitens des Jugendamtes und dessen Dienstherrn Oberbürgermeister Jung scharf kritisiert wurde, ist die Tatsache, dass Siegfried Haller, wie er selber gegenüber den Medien äußerte, von dem Vorfall Tage später aus Online-Medien erfuhr. Die Polizei hatte es offenbar nicht für nötig befunden, Haller persönlich und unverzüglich von dem Geschehen zu informieren. Auf den Fluren des Jugendamtes jedenfalls hat der Fall für gehöriges Aufsehen gesorgt. Insider wollen wissen, dass die Praxis der Polizei, das Jugendamt über solche Fälle sehr spät zu unterrichten, seit langem intern bekannt sei.

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