Tanners Interview mit Suzanne Haas und Axel Münster: Erbärmlicher Verdienst – extreme Verantwortung!

Wer mit wachen Augen vormittags durch Leipzig geht, kann sie überall mit ihren matschbehosten Tageskindern ihre Streifzüge durchs Leipziger Grün machen sehn. Fast ein Drittel der Kleinkind-Betreuung wird in Leipzig von Tagesmüttern und Tagesvätern übernommen. Die Nachfrage nach den begehrten Kindertagespflegeplätzen steigt weiter. Zum einen aufgrund des desaströsen Krippenplatzangebots der Stadt Leipzig. Zum anderen, weil die familiennahe Betreuung in einer Kleingruppe für viele Eltern die bessere Alternative zum Krippenalltag ist.

Tagesmutter und-vater zu sein ist ein einträglicher Job, möchte man meinen. Aber in Leipzig ist das weit gefehlt. Volly Tanner traf Suzanne Haas und Axel Münster, zwei Betroffene, die einfach mal aus der Praxis berichten können und den Zustand als für unsere Stadt nicht einmal ansatzweise würdig beschreiben:

Hallo Suzanne und Axel. Ihr seid beide Kindertagespflegepersonen – Tagesmama und Tagespapa – und euch drückt derselbe Schuh: die Anerkennung eurer Arbeit durch städtische Strukturen, die sich nicht zuletzt in einer miserablen Entlohnung zeigt. Wie ist denn der derzeitige Ist-Stand in Leipzig?

Vorab möchten wir klarstellen, dass der Begriff Tagespflege nicht ganz unsere Arbeit beschreibt. Die Pflege der Kinder im engen Sinn macht nur einen geringen Teil unserer Arbeit aus. Wir arbeiten, wie die Erzieher in Kinderkrippen auch, nach dem Sächsischen Bildungsplan. Mit uns entdecken und erobern die Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen. Wir sind täglich in der Natur. Aber auch Kneten, Malen oder Kleistern, und natürlich Bücher anschauen, Musik hören und singen steht ganz oben auf der Kinderwunschliste und wenn ein Kind traurig ist, wird es gemeinsam mit den anderen Kindern getröstet. Das sind nur Beispiele.Bezahlt werden Tagesmütter und -väter in Leipzig in der Regel von der Stadt, wenn es sich um öffentlich geförderte Plätze handelt. Derzeit bekommen wir pro betreutes Kind und Stunde 2,49 Euro als Aufwendungsersatz. Bei einer Neun-Stundenbetreuung sind das 448,60 Euro pro Kind und Monat. Natürlich ist das nicht unser Einkommen, sondern nach Abzug aller anfallenden Kosten wie die Betriebskostenpauschale in Höhe von 300 Euro bleibt uns ein Verdienst von 148 Euro pro Kind. Das heißt, bei voller Auslastung bei fünf Kindern kommt eine Kindertagespflegeperson in Leipzig pro Monat auf durchschnittlich 740.00 Euro Verdienst.

Zusätzlich erhalten wir allerdings wenigstens einen nicht steuerpflichtigen Zuschuss für Beiträge zur Unfallversicherung und Alterssicherung. Teilweise bekommen wir auch unsere Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung erstattet. Derzeit 69,20 Euro pro Monat. Allerdings erhalten wir dieses Geld meist erst ein Jahr danach ausgezahlt, weil die Bearbeitungszeit bei der Stadt Leipzig so lange dauert.

Betriebskostenpauschale von 300 Euro, das klingt hoch?

Ist aber absolut angemessen! Man muss wissen, dass wir für alle Betriebskosten, die so eine Tagespflege mit sich bringt, alleine aufkommen! Das fängt an bei einer entsprechend großen und geeigneten Wohnung. Die Anforderungen, die das Jugendamt da an uns stellt, sind ziemlich hoch. Hinzu kommen noch die Kosten für Heizung, Wasser, Strom, Müll, Kosten für Ausstattung der Räume, Spielzeug, Bastelmaterial, Reparaturen. Die Stadt Leipzig spart bei jedem von uns betreuten Kind pro Monat zwischen 313 und 369 Euro an Betriebskosten gegenüber einem Krippenplatz laut Bekanntmachung der Stadt Leipzig im Leipziger Amtsblatt vom 2. Juli 2011!Das heißt doch, dass ihr, obwohl Ihr eine so wichtige und aufreibende Tätigkeit ausführt, unter die „Bedürftigen“ fallt.

Wenn man so will, ja – und das bei einer Betreuungszeit von neun Stunden täglich. Erzieher in der Kinderkrippe arbeiten im Schnitt sechs Stunden pro Tag. Und nachdem die Kinder abgeholt wurden, geht’s ja für uns noch weiter: Sauber machen, Sachen reparieren, Einkaufen gehen – diese Zeit bezahlt uns keiner.

Nebenbei sollen wir noch die Entwicklung der Kinder dokumentieren und uns weiterbilden. Dies tun wir dann auch nach Feierabend oder am Wochenende. Und ernstlich krank werden darf man als Tagesmutter und -vater auch nicht. Unsere Beiträge zur Krankenversicherung sind ohne Krankengeldanspruch.

Krankenkassenbeiträge mit Krankengeldanspruch kann man sich mit unserem Einkommen kaum leisten. Außerdem bleibt nicht viel übrig für eine angemessene Altersvorsorge. Zwar sind wir gesetzlich pflichtversichert in der Deutschen Rentenversicherung, zahlen allerdings nur den absoluten Mindestbetrag, der uns in vier Jahren einen Rentenpunkt einbringt. Ein Rentenpunkt entspricht zur Zeit in den neuen Bundesländern einer monatlichen Rente von 24,37 Euro! Das sind trübe Aussichten für unseren Ruhestand. Geld für eine zusätzliche private Altersvorsorge bleibt am Ende des Monats nicht übrig.

Hinzu kommt, dass wir keinen gesetzlich anerkannten Berufsstand haben. Auch nach jahrelanger Berufserfahrung als Tagesmutter und -vater und vorgeschriebener jährlicher Weiterbildung gelten wir als ungelernt und haben keinen Zugang zu einer Aufstiegsqualifizierung wie beispielsweise ein Erzieher.

Es gibt ja einen deutschlandweiten Bundesverband für Kindertagespflege – und die haben ja auch eine Empfehlung ausgesprochen. Reden wir da von Zahlen?

Oh ja, der Bundesverband für Kindertagespflege e. V. schlägt eine Vergütung von 5,50 Euro pro Kind und Stunde vor. Darin sollen allerdings alle Kosten enthalten sein, auch die für Renten- und Sozialversicherungsbeiträge. Die Vergütung von Tagesmüttern und – vätern wird allerdings vom jeweiligen kommunalen Träger der Jugendhilfe festgelegt. Jede Kommune regelt das etwas anders und hält sich mehr oder weniger an die Empfehlungen des Bundesverbandes. Einen bundesweit festgeschriebenen Tarif so wie bei den Erziehern, die ja dem öffentlichen Dienst zuzuordnen sind, gibt es für uns nicht.

Wie halten es da andere Kommunen? Nur mal so zum Vergleich.

Fakt ist, das Leipzig bei der Höhe der Vergütung bundesweit fast das Schlusslicht bildet. München erfüllt die Empfehlung des Bundesverbandes mit 5,50 Euro, Lübeck zahlt 4,00 Euro pro Kind und Stunde, Ravensburg 3,90 Euro und Lüneburg 3,60 Euro pro Kind und Stunde, – und zum Vergleich: gleich um die Ecke, in Dresden, bekommen Kindertagespflegepersonen umgerechnet 2,88 Euro pro Kind und Stunde. Das sind 519 Euro pro Kind und Monat. Zu den besagten Stundensätzen werden in diesen Städten zudem noch, wie in Leipzig auch, Zuschüsse für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt. Wir hingegen – und damit die Betreuung Leipziger Kleinkinder – sind der Stadt Leipzig wie gesagt nur 2,49 Euro pro Kind und Stunde wert. Dabei betreuen wir in Leipzig weit mehr Kinder als die Kollegen in Dresden.

Dass der Zustand nicht haltbar ist, ist ja aufgrund der Fakten wirklich für jeden denkenden Mitmenschen verständlich. Was wollt ihr aber – und vor allem, wie wollt ihr das erreichen?

Unser vorrangiges Ziel ist natürlich erst einmal Öffentlichkeit zu schaffen. Wir müssen die Leipziger für das Problem sensibilisieren, das ist uns völlig klar. Um unsere Themen auf die Agenda der Entscheider zu bringen, braucht’s gesellschaftliche Anteilnahme. Dann wollen wir alle, im Jugendhilfeausschuss vertretenen, Fraktionen ansprechen, um die Zustände und Wege zur Veränderung auf die Tagesordnung zu bringen. Auch das Thema Großtagespflege – den Zusammenschluss von zwei Tagesmüttern/-vätern -, was heute gar nicht zur Sprache kam, werden wir da mit ins Gespräch bringen. Es geht um die gesellschaftliche Relevanz unserer Arbeit – und es ist uns auch bewusst, dass wir die Möglichkeiten, die sich aufgrund der Wahl im Jahr 2013 bieten, nutzen müssen.

Wir liefern eine wichtige Arbeit ab, die uns ausfüllt und mehr als nur neun Stunden pro Tag unser Leben bestimmt. Dafür muss einfach eine angemessene, menschenwürdige Entlohnung möglich sein und 24 Jahre nach der Wende auch in einer Stadt der neuen Bundesländer. Wenn nicht, wäre das das absolute Armutszeugnis für unsere Stadt.

Danke.

Links zu den Zahlen:

www.familie.luebeck.de/files/kinderbetreuung/formulare/Foerderrichtlinien_02.pdf

www.lueneburg.de/Portaldata/1/Resources/stlg_dateien/stlg_dokumente/ortsrecht_satzungen/51_07_foerderung_kindertagespflege.pdf

www.tagespflege-ravensburg.de/pdf_service/Tagespflegevertrag.pdf

www.leipzig.de/imperia/md/content/01-2_medien_kommunikation_stadtbuero/amtsblatt/amtsblatt_2011-13.pdf


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