CDU zum Freiheitsdenkmal: Ein Ausschlagen des Geschenks würde Leipzig großen Schaden zufügen

Das Thema Freiheits- und Einheitsdenkmal treibt nach schwieriger Startphase nun doch immer mehr um: Jetzt hat sich die Leipziger CDU-Fraktion in einem Positionspapier für den Wilhelm-Leuschner-Platz als Standort für das Denkmal ausgesprochen.
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Betont wurde auch, das Projekt nicht als lokale Erinnerungsstätte zu sehen, sondern als Nationaldenkmal von europäischer Dimension.

Fraktionsvorsitzende Ursula Grimm sprach davon, dass man sich schon lange mit dem Projekt beschäftigt habe, das unter so schlechten Vorzeichen begonnen habe: „Nicht zuletzt die mehr oder weniger gute Presse und die schlechte Kommunikation nach außen haben uns dazu bewogen, in die Offensive zu gehen.“

Diese Offensive sieht so aus, dass man sich grundsätzlich positiv zum Vorschlag der Expertenwerkstatt äußert und den Standort Wilhelm-Leuschner-Platz für das Freiheits-und Einheitsdenkmal unterstützt. Ursula Grimm: „Auch wir haben natürlich mehrere Varianten überprüft. Darunter auch der historische Augustusplatz. Der ist aber architektonisch schon überfrachtetet und kommt nicht Frage. Auch uns erscheint der Wilhelm-Leuschner-Platz als idealer Standort.“
Stefan Billig, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion hob außerdem die europaweite Bedeutung des Denkmal hervor: „Wir wollen außerdem vermeiden, dass das Denkmal einen lokalen Charakter erhält und damit auch eine lediglich lokale Erscheinung wird. Dies würde der Bedeutung eines solchen Projektes nicht gerecht werden. Es ist ein Nationaldenkmal, das die deutsche Geschichte widerspiegelt. Es würdigt den gesamten Prozess der Überwindung der Teilung Deutschlands und dabei andere Prozesse wie die Grenzöffnung Ungarns oder die Solidarnosc-Bewegung in Polen mit einbezieht.“

Auch wenn die Leipziger Erinnerungskultur über eine Vielzahl von Gedenkorten verfüge, wie den Nikolaikirchhof, die Runde Ecke, das Stelenprojekt und andere handele es sich laut Ursula Grimm beim Projekt Freiheits- und Einheitsdenkmal um eine gänzlich andere Bedeutungsebene: „Beides darf nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es muss deutlich werden, dass das Denkmal auch ein Geschenk der Bundesrepublik an die Leipziger ist, das aus den Steuergeldern aller Deutscher finanziert wird. Geschenke schlägt man nur aus, wenn man dafür sehr triftige Gründe vorweisen kann.“

Das, so Ursula Grimm, sei hier nicht der Fall. Ein solches Geschenk auszuschlagen würde der Leipziger Politik sowie dem Image der Stadt schweren Schaden zufügen. Und das über die Grenzen Deutschlands hinaus.“ Im Übrigen, so im Positionspapier angeführt, sei in Leipzig gleich zweimal Weltgeschichte geschrieben worden. Einmal 1813 mit der Völkerschlacht und dann noch 1989. An die Völkerschlacht werde mit einem, dem damaligen Zeitgeist entsprechenden monumentalen Denkmal gedacht. Inzwischen sei das Völkerschlachtdenkmal ein unverzichtbarer Teil des Stadtbildes geworden. Dies müsse auch mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal gelingen.

Bei der Standortauswahl habe man auch durchaus pragmatische Aspekte mit einbezogen so Ursula Grimm weiter: „Der Standort ist zentral gelegen und liegt am Ring, als an der Demo-Route, wenngleich er kein so originärer Schauplatz wie die anderen Orte ist. Allerdings hat man hier größere Gestaltungsfreiheit. Dazu kommen die neue U-Bahnstation, die Propsteikirche sowie die geplante Markthalle. So kann der Wilhelm-Leuschner-Platz zu einem neuen, belebten Treffpunkt werden, einem Forum der Begegnung. Dazu kommt die Möglichkeit der Teilumbenennung des westlichen Teils des Platzes als „Platz der Friedlichen Revolution“. Dies käme vorzugsweise in Verbindung mit der entsprechenden Benennung des Tunnelhaltepunktes in Frage.

Dr. Sabine Heymann hob weiter hervor, dass es bemerkenswert sei, dass besonders junge Leipziger für das Freiheits- und Einheitsdenkmal seien: „Das finde ich sehr erstaunlich und beachtenswert. Man sollte nicht so egoistisch denken und sagen „ich bin damals dabei gewesen und habe alles mit erlebt. Deshalb brauche ich kein Denkmal“. Das ist die falsche Einstellung. Mit dem Bau des Denkmals bewahren wir uns noch als Lebende die Deutungshoheit über Ereignis und Erinnerungsstätte.“ Die CDU-Fraktion hat also den Auftakt gemacht. Eigentlich dürfte es jetzt nur noch eine Frage der Zeit sein, wann sich die nächste Fraktion zum Thema zu Wort meldet. Spannend bleibt dabei, mit welcher Ausrichtung dies geschehen wird.

VGWortLIZ

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