Stress um „Mahnwache“ am 9. Oktober: Wer gedenkt wie und warum an die Wende 89

Für alle LeipzigerImmer wieder geistert in den GIDAs Sachsens der Ruf herum, man sei mit der Wende des Jahres 1989 und den Demonstrationen fest verbunden. So zumindest der Versuch bei Pegida, Legida und „GIDA regional“, Anlehnungen an die friedliche Beseitigung der DDR zu finden. Gerade bei den beiden letztgenannten, Leipziger Gruppierungen ist das zwar in den vergangenen Monaten neben einer fehlenden Massentauglichkeit in Leipzig wiederholt deutlich geworden. Doch dass sie über Gewaltpotenzial verbaler und aktiver Natur verfügen, auch. Doch das kann sie natürlich nicht abhalten, nach dem Auflauf am 3. Oktober 2016 an der Dresdner Frauenkirche auch den Versuch in Leipzig zu machen, die Mahnwache am 9. Oktober an der Nikolaikirche zu kapern. Mit einem freundlichen Lächeln versteht sich. Und harten Bandagen im Hintergrund.

Noch 2015 waren die Rufe „Wir sind das Volk“ eher von der Bühne mit der großen Leinwand vor dem Gewandhaus auf dem Augustusplatz, als in der Menschenmenge davor zu hören gewesen. Irgendwie wussten die Anwesenden durchaus, wer den Ruf da bereits ein Jahr lang versuchte, in der ausgrenzenden Variante erneut durch Leipzig zu tragen. In diesem Jahr könnte sich eine zwar kleine, aber nach wie vor vorhandenen Legida- und GIDA regional Gruppe aufmachen, dies zu ändern. Zuerst einmal wollen sie gern am Sonntag zeitgleich zum Friedensgebet und zur „Rede zur Demokratie“ in der Nikolaikirche eine „Mahnwache“ auf dem Nikolaikirchhof, „vor der Tür“ durchführen.

Stumm mahnend natürlich, ab 17:30 Uhr möchten sich angeblich Legida und GIDA regional dort versammeln. Man habe schließlich in den eigenen Reihen Menschen, die noch 1989 mit über den Ring gelaufen sind. Dass es hier jedoch um ein anderes Verständnis der Wendegeschehnisse gehen könnte als bei vielen Besuchern des 9. Oktobers, zeigt die längst begonnene Auseinandersetzung zwischen den Gruppierungen und dem ehemaligen Thomaskirchpfarrer Christian Wolff. Dieser reagierte nun mit mehreren Mitteilungen auf die Mobilisierungsversuche der beiden Gruppierungen und die Veranstaltungsanmeldung durch „GIDA regional“.

Wolff in einem ersten Statement zum Vorhaben: „Bis jetzt ist auch der Nikolaikirche nicht bekannt, ob das Ordnungsamt diese Mahnwache genehmigt oder nicht. Klar ist jedenfalls unsere Forderung: Diese `Mahnwache`, die ja nichts anderes ist als der Versuch, wie in Dresden zu pöbeln und zu hetzen, darf auf dem Nikolaikirchhof nicht stattfinden.“ Und er verband dies mit einem eigenen Aufruf: „Kommt alle am 09. Oktober 2016 ab 17.00 Uhr auf den Nikolaikirchhof. Sorgen wir gewaltfrei dafür, dass das Friedensgebet und die `Rede zur Demokratie` in der Nikolaikirche stattfinden können, ohne dass rechtsradikale Gruppen dies für ihre Hetze nutzen.“

Der letzte Legida - Auflauf 2016 in Leipzig. Eher eine zahlenmäßige Blamage. Foto: L-IZ.de? Foto: L-IZ.de

Der letzte Legida – Auflauf 2016 in Leipzig. Eher eine zahlenmäßige Blamage. Foto: L-IZ.de

Das scheinbar lächelnde Gesicht des Veranstalters der „Mahnwache“ liest sich in der Veranstaltungsankündigung so: „Wir wollen ein friedliches Zeichen für die Bürger, für echte Demokratie, für Frieden und Meinungsfreiheit – für die Werte von 1989 setzen! Gerade in Leipzig sind Worte wie Meinungsfreiheit, Dialog und friedlicher Protest zu holen Phrasen geworden!“ (Rechtschreibung im Original) Nachdem gerade Legida samt GIDA regional und teils Pegida-Verstärkung nun 1,5 Jahre lang anfangs montäglich, dann monatlich alles öffentlich und viel beachtet zu Gehör bringen konnten, was sie an islamfeindlichen Dingen und rassistischen Einlassungen zu sagen hatten, ist nun wieder die Meinungsfreiheit in Gefahr.

Bislang sind gerade einmal sieben Teilnehmer dem Aufruf mit einer offenen Zusage gefolgt, 30 zeigen sich zur Stunde auf Facebook „interessiert“. Gräbt man etwas tiefer, wird der eigentliche Grund, sich „vor der Tür der Kirche“ zu treffen, klarer. „Ab 18:30 Uhr präsentiert Martin Schulz, Präsident des Europaparlamentes, seine Sicht von Demokratie …“ so GIDA regional in einem Text zur „Mahnwache“ oder „Schweigeprotest“. Wer sich noch an den 3. Oktober in Dresden erinnert, darf wenigstens ahnen, dass es so „stumm“ nicht abgehen könnte, wenn sich da Vertreter des Leipziger Pegida-Ablegers zum „Volks“protest einfinden. Unter den bisherigen Interessenten befinden sich längst erste einschlägig Bekannte, wie der Ex-NPD-Stadtratskandidat und heutiges „Die Rechte“ – Mitglied Alexander Kurth.

Noch ein bisschen Hass und dann gehts zum Lichtfest 2016

Dass sich die Situation vor dem morgigen 9. Oktober an der Nikolaikirche etwas zuspitzen könnte, zeigt auch ein Kommentar, welchen Christian Wolff heute auf seiner Blog-Seite vorfand (und nicht freigab). Darin lässt ein Netzuser ordentlich Dampf ab und soll am Montag vom Ex-Pfarrer eine Strafanzeige erhalten. Im nicht freigegebenen Kommentar zum Beitrag „Dresden, ein Desaster – aber die CDU begreift nichts“ (hier auch auf L-IZ.de) schreibt ein User mit dem Nicknamen „Maik Streller“.

„Da ist er wieder, der linke Hetzer aus der Thomaskirche in Leipzig! Man muss sich bei dem Mann doch wirklich fragen, ob der nicht in einer geschlossen Abteilung der Psychiatrie besser aufgehoben wäre – dort sollte man ihn mit seinen linken Gesinnungsgenossen zusammensperren: Mit dieser geistig umnachteten Claudia Roth und mit der Linken Kipping sowie ein paar Maoisten für hippe linke Theoriedispute, bei denen er wohl während seines Studiums immer abgehangen hat!“

Während hier noch das in diesen Kreisen üblich gewordene Maß an Verachtung, Häme und mitschwingender Ohnmacht vorherrscht, wird der Schreiber wenige Zeilen später präziser. Denn weiter heißt es: „Man sollte diesem durchgeknalten Pfarrer aber mal beim nächsten Abendmahl den Wein ins Gesicht kippen: Danke für Deine jahrelange Hetze gegen alle Bürger, die nicht Deinen linken Schwachsinn nachplappern und goutieren, Wolff! Und jetzt hau endlich ab aus Leipzig – sonst werfen wir Dich noch in die Parthe!“.

Das Lichtfest (2015). Eher ein Erinnerungsfest, bei dem man den Kindern von 89 erzählt. Foto: L-IZ.de

Das Lichtfest (2015). Eher ein Erinnerungsfest, bei dem man den Kindern von 89 erzählt. Foto: L-IZ.de

Eine Art der Auseinandersetzung, welche einem friedlichen Disput eher nicht mehr entspricht und im kollektiven „Wir“ eben jenen Volksgedanken widerspiegelt, der sich um Pegida und ihre Ableger gebildet hat und ausstrahlt. Man darf also gespannt sein, wie die Polizei in Leipzig am morgigen Tag vor der Nikolaikirche agieren wird, wenn die „Mahnwache“ tatsächlich auftauchen sollte.

Ab 20 Uhr jedenfalls findet am 9. Oktober unter dem Motto „Mut – Werte – Veränderung“ auf dem Augustusplatz das mittlerweile selbst irgendwie zur Tradition gewordene Lichtfest 2016 statt. Dann unter der Beteiligung von Sylvester Groth, Musiker Mike Dietrich und dem Ballett der Oper Leipzig, welche gemeinsam ein knapp einstündiges Bühnenprogramm, das Text, Musik, Tanz, Foto und Video präsentieren werden. Kerzen wird es auch wieder geben und vielleicht wollen dann auch mal wieder die Leipziger selbst und ihre Gäste um den Ring spazieren? Friedlich, wie einst und wem zum Feiern zumute ist.

Die Stimmung jedenfalls dürfte in Leipzig durchaus spannend werden – denn ein ereignisreiches Jahr liegt zwischen dem Jubiläum 2015 und dem 9. Oktober 2016.

Zum Programm des Lichtfestes 2016

In eigener Sache: Freikäufer werden und für Journalismus in Leipzig sorgen

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/10/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Dienstag, der 7. April 2020: Einmal Chemnitz und zurück
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNachdem ein Bewohner der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig die hygienischen Zustände in der Einrichtung kritisiert hatte, wurde er nach Chemnitz verlegt. Nun ist er offenbar zurück in Dölzig. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen klärt unterdessen darüber auf, wo und mit wem man sich außerhalb der Wohnung bewegen darf. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 7. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Sächsische Studierendenvertretung fordert ein „Solidarsemester“
Universität Leipzig, Seminargebäude. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen hat am Montag, den 6. April, die Vorlesungszeit begonnen. Weil die Hochschulen wegen der Coronakrise aber geschlossen sind, stehen Studierende und Lehrende vor großen Herausforderungen. Ein bundesweites Bündnis, an dem sich auch die sächsische Studierendenvertretung beteiligt, hat deshalb einen umfangreichen Forderungskatalog veröffentlicht. Vieles, was darin steht, fordern auch Linke, SPD und Grüne im sächsischen Landtag.
Freizeitaktivitäten in Coronazeiten: 15 Kilometer Umkreis laut OVG Bautzen
Das alles bestimmende Thema der letzten Wochen - als Graffiti in Leipzig verewigt. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserSeit Wochen drehen sich nun die Debatten um die Frage, was die sächsische Staatsregierung in ihrer erst als Allgemeinverfügung und seit dem 31. März als Verordnung verfassten Ausgangsbeschränkung mit dem „Wohnbereich“ gemeint haben könnte, in welchem man sich zu Spaziergängen, Sport oder Ausflügen bis mindestens zum 20. April 2020 aufhalten müsse. Was die Staatsregierung in ihrer Krisenmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus tunlichst vermied, tat heute das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen. Bei der Entscheidung eines Eilantrages eines Dresdners benannte das OVG eine Kilometerzahl für die Bewegung zu Freizeitzwecken in Sachsen. Und klärte zudem die Begleitung von Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören.
Ob Beiersdorf sächsische Fördermittel für das neue Werk bekommt, ist noch offen
Traditionsmarke „Florena“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFür Leipzig wird es eine neue Unternehmensansiedlung mit 280 Arbeitsplätzen im Leipziger Norden, wenn Beiersdorf dort seine neue Florena-Fabrik baut. Für Waldheim wird es ein echter Verlust. Ob Beiersdorf für den 220 Millionen Euro teuren Neubau im Leipziger Norden auch sächsisches Fördergeld bekommt, ist noch nicht entschieden, teilt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Marika Tändler-Walenta und Nico Brünler (Die Linke) mit.
Linksfraktion fordert Überbrückungszahlungen für Leipzigs Honorarkräfte
Musikschule „Johann Sebastian Bach“. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie vielen zusammengeschusterten Hilfsprogramme in der Coronakrise machen etwas sichtbar, was sonst völlig der Wahrnehmung der fest angestellten Öffentlichkeit entzogen ist: Sie zeigen, wie löcherig die Absicherungen für Solo-Selbstständige und Honorarkräfte tatsächlich ist und wie sehr gerade sie durch die Sparorgien der letzten Jahrzehnte in ihren Honoraren gedrückt wurden. Und jetzt, wo gerade sie schnelle Unterstützung brauchen, sind sie völlig aus dem Blick der Politik verschwunden. Das betrifft auch Honorarkräfte der Stadt Leipzig, sagt Marco Götze.
Nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen: „Wir sollten uns stark an Südkorea orientieren“
Prof. Dr. Markus Scholz. Foto: Universität Leipzig

Foto: Universität Leipzig

Für alle LeserIn Leipzig ist die Epidemie zum Erliegen gekommen, auch die Werte für Sachsen und Deutschland lassen hoffen. Die Nettobasisproduktionsrate sinkt, die Maßnahmen der vergangenen Wochen zeigen Wirkung. Das sind Ergebnisse der Berechnung von Prof. Dr. Markus Scholz vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig.
Grüne schlagen temporäre Fahrradstraßen, Öffnung der Radläden und freie Fahrt in der City vor
Radfahrer auf dem Burgplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit dem Radverkehr hat es Leipzigs Verwaltung nicht so. Das merkt auch jeder, der derzeit aufgrund von Corona seine Wege in der Stadt mit dem Fahrrad zurücklegen will. Radwege sind mit Baustellen zugebaut, Umleitungen nicht ausgeschildert. An Hauptverkehrsstraßen fehlen sichere Überwege. Und die Chance, Leipzig gerade in dieser Zeit ein wenig fahrradfreundlicher zu machen, sitzt Leipzigs Verkehrsdezernat einfach aus. Nun machen die Grünen ein paar berechtigte Vorschläge.
Sportdezernat: Leipzigs Verwaltung hat RB Leipzig kein Verkaufsangebot für das Schwimmstadiongrundstück gemacht
Der Parkplatz auf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKaum einen Monat liegen die Leipziger Oberbürgermeisterwahl und der knappe Wahlsieg von Burkhard Jung zurück. Fast vergessen ist schon, dass CDU und LVZ auch versucht hatten, den Verkauf eines Grundstücks am Sportforum an RB Leipzig zu instrumentalisieren. Dabei wurde dann eine Zusage konstruiert, die die Verwaltung gar nicht gegeben hatte. Das alarmierte auch die Freibeuter-Fraktion, die sehr genau wissen wollte, was da tatsächlich abgesprochen worden war.
Geburten wegen Corona ohne Begleitperson: Petiton appelliert an Stadt und Krankenhäuser
Petition an OBM Jung gegen das Verbot von Begleitpersonen bei Geburten. Screenshot change.org

Screenshot change.org

Für alle LeserSeit mehreren Wochen schon gilt in Leipzigs Krankenhäusern der Besucherstopp. Bisher ausgenommen waren Geburten. Nun allerdings wird es Partner/-innen verwehrt, bei der Entbindung dabei zu sein. Zu groß sei das Risiko. Betroffene richten sich mit einer Petition an Oberbürgermeister Burkhard Jung sowie die Leitungen der Geburtenkliniken des Universitätsklinikums Leipzig und des St.-Georg-Klinikums und St. Elisabeth-Krankenhaus.
Aktuell sind 58 Eisenbahnbrücken in Sachsen dringend sanierungsbedürftig
Die alte Bahnbrücke an der Cunnersdorfer Straße. Foto: Deutsche Bahn

Foto: Deutsche Bahn

Für alle LeserDie Eisenbahnbrücken sind für den sächsischen Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (FDP) so eine Art Sport geworden. Jedes Jahr fragt er bei der Bundesregierung nach, wie es um die Eisenbahnbrücken in Deutschland steht. Da stecken dann auch die sächsischen Brücken mit drin. Aus denen macht der um Aufmerksamkeit ringende Abgeordnete dann jedes Mal so eine Art kleine Alarmmeldung.
Belastungsprobe Corona: Wie gehen Ärzte und Pfleger mit dem Druck um?
Prof. Stengler. Foto: Christian Hüller

Foto: Christian Hüller

Für alle LeserSeit nunmehr knapp drei Wochen ist das öffentliche Leben, wie wir es kennen, massiv eingeschränkt. Die Krise ist für alle eine Belastung - auf dem einen oder anderen Wege. Isolation und fehlender sozialer Kontakt werden zur Belastungsprobe für die Psyche vieler Menschen. In den Krankenhäusern und Kliniken sieht man sich vor ganz anderen Herausforderungen. Unter welchem Druck stehen Ärzte und Pfleger/-innen? Wir haben mit Prof. Dr. med. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Helios Parkklinikum Leipzig, gesprochen.
Die Bodenständigen: Der Blick der staunenden Soziologin auf die Mitte unserer Gesellschaft
Barbara Thériault: Die Bodenständigen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir haben ja an dieser Stelle schon etliche Bücher besprochen, deren Autor/-innen sich mit der viel beschworenen „Mitte“ beschäftigen – von der „Schweigenden Mitte“ bis zur „Enthemmten Mitte“. Jede/-r hat auf seine oder ihre Weise versucht, überhaupt erst einmal zu definieren, was sich hinter dieser schwammigen Masse eigentlich verbergen soll. Aber oft führt das geradezu in den Nebel. Anders als Barbara Thériaults ganz reale Erkundungen da, wo die Menschen tatsächlich leben. In Erfurt zum Beispiel.
Wie weiter mit der Fußballsaison? Wieso Abbruch und „Weiter so“ nicht so einfach sind
Die Leidenschaft in der Leidenszeit - kluge Lösungen dringend gesucht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEgal ob Bundesliga oder Kreisklasse: Der Ball ruht bis auf Weiteres. Niemand weiß, wann es weitergeht und vor allem weiß niemand, was passiert, wenn es nicht weitergehen kann. Eine solche Situation kennt der deutsche Fußball nicht, die Unwissenheit quält auch die Fußballklubs in Sachsen und in Leipzig. Was wird aus den Früchten der bisherigen Arbeit? Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, aber bei allen würden die Beteiligten gegen Wände laufen.
Montag, der 6. April 2020: Ordnungsamt registrierte mehr als 1.000 Verstöße gegen Corona-Regeln
Das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserPolizei und Ordnungsamt kontrollieren weiterhin eifrig, ob sich die Leipziger/-innen an die strengen Ausgangsregeln halten. Das Ordnungsamt hat heute eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Außerdem gibt es neue Regeln für den Wochenmarkt, ein abgesagtes Bachfest und einen gescheiterten Eilantrag gegen die sächsische Allgemeinverfügung. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vorwürfe gegen Asylunterkunft nahe Leipzig: Fehlende Hygiene und „Bestrafung“ für Bewohner
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBewohner/-innen der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig haben in den vergangenen Wochen mehrmals die hygienischen Zustände vor Ort kritisiert. Ein Wortführer wurde mittlerweile nach Chemnitz verlegt – angeblich aus medizinischen Gründen. Er selbst fühlt sich dafür „bestraft“, Missstände angesprochen zu haben. Zudem wurde ein MDR-Team, das vor Ort drehte, von der Security bedrängt und festgehalten. Die zuständige Landesdirektion will den Vorfall prüfen.