Das Thema Werbung für Kryptowährungen ist auch für den Suchmaschinengiganten Google relevant, doch eine klare Positionierung gab es lange nicht. Schon 2018 wurden allerdings die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Schritt für Schritt gelockert und angepasst. Jetzt aber ist Google einen Schritt weiter gegangen und möchte Werbung für Kryptoprodukte ab dem 1. Juli 2022 generell erlauben.

Hierzu erfolgte die Anpassung der Financial Products and Services Policy. Es ist ein wichtiger Schritt, wenn das größte Suchmaschinenunternehmen der Welt mehr Aufgeschlossenheit gegenüber Bitcoin und Co. zeigt. Für den Kryptomarkt selbst könnte das ein entscheidender Schritt werden.

Wer sich über Produkte und Services des Kryptomarktes informieren möchte, ist vor allem auf Finanznews, Expertenblogs und Vergleichsportale angewiesen. So können Trader beispielsweise über zahlreiche Fachseiten und Plattformen einen Krypto Börsen Vergleich erhalten oder sich über einzelne Anbieter informieren.

Financial Products and Service Policy erneut angepasst

Wer bislang über die größte Suchmaschine der Welt Krypto-Werbungen schalten wollte, konnte das nur unter strengen Auflagen in Japan und den USA tun. Doch selbst diese Möglichkeit gab es noch nicht immer, denn erst im August 2021 waren erste Schritte in Richtung Öffnung für den Kryptomarkt erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt wurden erstmals die Financial Products and Service Policy geändert.

Um Werbung auf den Märkten zu schalten, war es erforderlich, in einem US-Bundesstaat registriert zu sein. Interessant war das vor allem für große Anbieter wie Coinbase und Kraken, denn diese sitzen in den USA und sind dort lizenziert. Das Nachsehen hatten Europäer und ihre Angebote, doch das könnte sich nun ändern.

Suchmaschinen-Werbung für Krypto-Produkte bald auch in anderen Ländern möglich

Für Google ist die neuerliche Anpassung der Richtlinien nur ein kleiner Schritt, die Krypto-Community kann davon aber in erheblichem Maße profitieren. Durch die neuen Regularien seitens Google wird es künftig möglich, dass auch Krypto-Börsen und Wallet-Anbieter aus anderen Ländern ihre Dienste anbieten und Werbungen veröffentlichen. Die Grundvoraussetzungen bleiben jedoch bestehen, es muss eine Zertifizierung seitens der lokalen Aufsichtsbehörden und seitens Google erfolgt sein.

Im Fokus stehen diesmal Länder wie Deutschland und Frankreich, aber auch die Philippinen und Südkorea. In Kürze soll es dann auch möglich gemacht werden, dass Thailand, die Vereinigten Arabischen Emirate und Hongkong den Dienst von Google in Anspruch nehmen können.

Bislang ist nicht klar, warum sich Google speziell für diese Länder entschieden hat, obwohl auch in anderen europäischen Ländern Interesse besteht. Einige Experten gehen davon aus, dass die steigenden Suchmaschinenanfragen bezüglich Krypto-News der ausschlaggebende Punkt sein könnten. Sicherlich wurde vor der Länderauswahl eine Analyse durchgeführt, in welchen Ländern besonders hohes Interesse an Kryptowährungen besteht.

Diese Richtlinien gelten für die Suchmaschinenwerbung zu Krypto-Produkten

Ganz ohne Auflagen funktioniert die Neuerung bei Google aber nicht. Je nach Zielland müssen besondere Anforderungen erfüllt werden, zudem muss eine Zertifizierung seitens Google erfolgt sein. 

Werbetreibende aus Frankreich müssen bei der Autorité des Marchés Financiers registriert sein, zusätzlich sind lokale gesetzliche Anforderungen einzuhalten. In Deutschland muss einerseits die Zertifizierung durch den Suchmaschinengiganten erfolgen, andererseits muss aber auch eine Erlaubnis für die Durchführung der beworbenen Tätigkeiten seitens der BaFin erfolgt sein.

Auch in allen anderen zugelassenen Ländern dürfen sich Werbemaßnahmen nur auf Wallets und Kryptowährungsbörsen begrenzen, zusätzlich ist die landesspezifische Zertifizierung ebenso erforderlich wie die durch Google ausgestellte Zertifikation.

Google gibt an, dass von allen Werbetreibenden die Einhaltung der lokalen Gesetze beachtet wird und warnt vor einer potenziellen Sperre. Diese soll aber nicht automatisch erfolgen, sondern erst nach einer Warnung, die mindestens sieben Tage vor der Kontosperrung ausgegeben wird.

Neue Google Richtlinien könnten dem Kryptomarkt Aufschwung geben

Seit 2008 hat sich auf dem Markt der Kryptowährungen viel verändert. Anfangs war es nur der Bitcoin, der sich in den Köpfen einiger weniger Personen festgesetzt hat. Der Mainstream wusste wenig bis nichts darüber, es kursierten nur jene Geschichten, dass Investoren mit wenig Geld über Nacht zu Millionären wurden.

Durch Warnungen der Verbraucherzentrale vor Bitcoin-Betrug ist die Verunsicherung in der letzten Zeit stellenweise wieder angestiegen, obwohl sich immer mehr Menschen mit dem Thema zumindest oberflächlich auseinandergesetzt haben.

Durch die offene, von Google genehmigte Werbung, könnte es einen Aufschwung für den Kryptomarkt geben. Die Lockerungen signalisieren, dass der Krypto-Bereich auch für Google an Zukunftspotenzial gewonnen hat. Für viele Menschen sind Krypto-Broker und Investitionen in Kryptowährungen längst Standard geworden, andere wiederum kennen sich damit aber noch nicht aus.

Für Google selbst ist es keine Besonderheit, die Werberichtlinien zu verändern. Der Kryptomarkt in den begünstigten Ländern könnte hingegen enormen Aufschwung erfahren. Auch wenn es in Amerika ebenfalls strenge Richtlinien zur Verbreitung von Werbung gibt, war es hier immerhin schon in den letzten Monaten möglich, Werbemaßnahmen zu treffen. Nicht umsonst sind es gerade die größten amerikanischen Kryptobörsen, die enorme Bekanntheit genießen und das sogar außerhalb der Landesgrenzen.

Es bleibt nun abzuwarten, welche künftigen Veränderungen die Optimierung von Googles Richtlinien haben wird. Ab dem 1. Juli 2022 wird es hierzulande losgehen und auch die anderen, jetzt gestatteten Länder, starten parallel zum gleichen Zeitpunkt.

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