Theaterbrief aus Pirna: Tom Pauls‘ neues Wohnzimmer mit einem Café für Ilse Bähnert

Ilse Bähnert hat sich ein Denkmal gesetzt, ein Haus voll sächsischer "Bambuhle"! Tom Pauls läuft vor der Vorstellung mit einem großen Schlüsselbund durch die Etagen wie ein Wärter. Und schwatzt mit den Leuten. Das Tom-Pauls-Theater ist fertig. Ilse Bähnert würde diese "Bubberzche" gefallen, sie wäre höchstwahrscheinlich begeistert und würde mit sächsischem Pathos ausrufen: "Bommfortzjohnös!" - Maximal!
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Ilse Bähnerts Heimat

Sie kommt ja auch zu Wort, die Ilse Bähnert, wenn sich der Schauspieler Tom Pauls auf der Bühne in der Rolle des Tom Pauls erinnert: „Die Ilse Bähnert hat mir mal erzählt…“ In der gemütlichsten Ecke des Hauses hängt die Bähnerten, gemalt in Öl, edel gerahmt, überm Sofa, (sächsisch: Schäslong) im Ilse-Bähnert-Café und als lebenssgroße Figur aus Pappe steht sie im Eingangstor. Oben drüber ist das Kaminzimmer, wo schon Renaissance-Baumeister Peter Ulrich die Kunden empfangen haben dürfte. Noch weiter oben ist die gute Stube von Tom Pauls, wo sich seine zahlenden Gäste ganz freiwillig in Stuhlreihen einsortieren, und dann geht vorn der große rote Vorhang auseinander, und das Welt-Spiel beginnt erneut…

„Ich will jetzt was Eigenes!“

Gratulation, Tom Pauls! Neid und Neider sind ihm sicher! Er hat es geschafft. Vor Jahren wurde er noch belächelt, als er ankündigte: „Ich bin jetzt Fuffzich! Ich will jetzt was eigenes!“ Ausgerechnet eine Bauruine am Pirnaer Marktplatz weckte seinen Ehrgeiz. Und Tom Pauls küsste das alte Gemäuer wach. Da scheint nun abends das Licht aus den Fenstern, Leute strömen in Scharen ins Peter-Ulrich-Haus. Elf Familien wohnten hier drin, bis 1987 das Haus unbewohnbar wurde. Bis dahin hatte die Nutzung das Gebäude erhalten.

Wer nun erstmals hinkommt, hat Schwierigkeiten, Um- und Einbauten von alter Substanz zu unterscheiden, den alten Stufen der edlen Steintreppe sieht man die behutsamen Reparaturen an. In den Grundrissen der Etagen und Räume gibt es kaum einen rechten Winkel. Alles Neue scheint versteckt zu sein, und macht bei Entdeckungen auf den zweiten Blick Spaß, denn unter der vermeintlich alten Holzbank verbirgt sich ein Heizkörper, Saallicht dämmert zwischen den Deckenholzbalken, aus den Dielen strömt Luft. Wer die Treppen nicht steigen will, fährt mit einem TÜV-, DIN- und brandschutzsicheren Lift. Richtig alt scheinen die Gewölbe im Parterre zu sein und im Keller darunter, da plätschert der Brunnen und Lucas Cranachs Adam und Eva weisen den Weg zum heutigen Sanitär-Edel-Design.Baumeisters Wohnhaus

Peter Ulrichs Haus ist lebendige Renaissance, 1493 hatte er das Bürgerrecht in Dresden erworben und war da schon längst Baumeister.1502 wird er als Kirchenbaumeister nach Pirna berufen, später wird er Baumeister der Annaberger Annenkirche. In einer Häuserzeile zwischen Markt und Kirche liegt das Pirnaer Wohnhaus. Zwar an der Ecke, aber beinahe versteckt. Nur die Steinverzierung macht den Eingang zum Blickfang. Im heutigen „Baumeisterzimmer“ kann man am Kamin Platz nehmen und mit privaten Gästen über eigene Geschäfte reden. Eben „fischelant“ (sächsisch für umtriebig, schlau) , hinter Gemütlichkeit und Genuss lauert schon der nächste Gedanke an Geld und Gewinn.

„Deutschland – Deine Sachsen“

Mit dem Programm „Deutschland – Deine Sachsen“ knüpft Tom Pauls an den Wettbewerb „Rettet uns den Gogelmohsch“ an. Schwarmintelligenz der eingesandten Wörter und die preisgekrönten Vokabeln der Bereiche „Liebstes Kurzwort“, „Lieblingswort“ und „Bedrohtes Wort“ lieferten Stoff zum tiefen Einblick in sächsisches Fühlen, Denken, Sprechen, Handeln und – ja – Kämpfen! „Deutschland – Deine Sachsen“ ist weder Kampfansage noch Selbstmitleid, sondern die ganz normale sächsische Schwatzhaftigkeit, mit der sich die Eingeborenen ab und an auch „vermaulieren“ (sächsisch für Ausgesprochenes, das man besser nur gedacht hätte). Der Sachse hat eben, meint Tom Pauls, Heimweh – sogar zu Hause. Im Saal scheint man es zu bestätigen. Zum Schluss wird dann noch „My way“ zur sächsischen Hymne „Heimweh“. Tom Pauls macht seine Programm-Szenen alleine, ab und zu bejazzen sich die Musiker köstlich.

Mittendrin greift Tom Pauls zum Manuskriptblatt und scheint in quasi öffentlicher Probe am Nachahmen bayerischen Dialekts zu experimentieren, was der bayerischen Ansprache gegen die Sachsen gut tut. Statistisch nämlich dürfte es den Sachsen gar nicht mehr geben. Was weitaus engstirniger ist, als es die Geschichte zeigt: Sächsischer Prinzessin ist das Oktoberfest zu verdanken, August der Starke holte sich seine Frau aus Bayreuth, Richard Wagner ging vom Leipziger Brühl nach Franken und der Leipziger Otto Brückwald baute das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel…

Nachbarschaften

Ausstrahlung hatte das Baugeschehen auf dem Pirnaer Markt auf die Nachbarschaft. Auf der anderen Seite der Gasse steht noch der Zementmixer, nebenan hat hinter einer mittelalterlichen Eingangshalle die kleine Schenke „Refugio“ geöffnet. Mit Tom Pauls und Ilse Bähnert sind nun auch die „Sächsischen Variationen“, Angler „Lothar und der Komoran“, „Ilse Bähnert jagt Dr. Nu“ eingezogen. Osterspaziergang und Sommernachtstraum sind vorgesehen. Mit seinem Repertoire könnte Tom Pauls allein einen abwechslungsreichen Monatsspielplan gestalten. Für den 12. Mai ist eine Premiere angekündigt: „Alles für die Katz‘ Eine sächsische Familientragödie“.

Tom Pauls – ein sächsisches Original

Wen aber will man jetzt noch Glauben machen, dass Ilse Bähnert nur eine Theaterfigur, eine Erfindung des Tom Pauls ist. Über den wurde vor Jahren schon geschrieben: „Er ist selbst ein sächsisches Original, so dass es der Ilse Bähnert eigentlich gar nicht bedurft hätte.“ Tom Pauls, der berühmte Dresdner, in Leipzig geboren, hat sein neues Wohnzimmer in Pirna. Ihn dort abzuwerben hat man in der Leipziger Gegend leider versäumt.

Souvenir-Empfehlung: Ilses Melange-Bohnenkaffee. Extra-Tipp für Auswärtige: Sonntags beginnen die Vorstellungen um 18.00 Uhr.

Tom Pauls‘ Theater Online:

www.tom-pauls-theater.de


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