1.300 Kilometer Elbeabenteuer mit Karten, Adressen, Quartieren und Reparaturwerkstätten

Für alle LeserDer Elberadweg ist – was das Prestige sächsischer Radwege betrifft – natürlich unschlagbar. Wer mit dem Rad hingelangen will, kann von Leipzig aus drei verschiedene Routen nutzen – den Radweg Leipzig-Berlin über Wittenberg, die Kohle-Dampf-Licht-Route ebenfalls über Wittenberg oder – mit Anschluss über den Partheradweg – zum Mulderadweg über Dessau. Und wie es dort an der Elbe weitergeht, zeigt jetzt das neue Handbuch zum Elberadweg.

Pünktlich zu Beginn der Radtrekking-Saison ist es erschienen: das „Offizielle Elberadweg Handbuch 2019“. Das handliche Tourenbuch für die Lenkertasche ist in seiner diesjährigen Ausgabe noch nutzerfreundlicher geworden, verspricht der Tourismusverband Sächsische Schweiz, der als Koordinierungsstelle zuständig ist für den Elberadweg Süd, also den sächsischen Teil.

Erstmals gibt es zu jedem der 21 Abschnitte des 1.300 Kilometer langen Fernradwegs zwischen Cuxhaven und dem tschechischen Riesengebirge eine maßstabsgetreue Karte mit allen wichtigen Informationen zur Route sowie zu Unterkünften und Stationen unterwegs. Skizziert sind unter anderem die angrenzenden Straßen und Anschlussradwege und die Zug- und Fährverbindungen entlang des Weges. Das einstige Gastgeberverzeichnis verwandelt sich somit in einen kleinen und einfachen, aber praktischen und kostenlosen Radwegführer.

„Das Handbuch genügt zur Orientierung“, sagt Tino Raguse, der das Marketing für den Elberadweg zwischen Wittenberge und Dessau koordiniert. Erstmals enthält die Broschüre zudem eine Übersichtskarte mit dem Routennetz aller zwölf Radfernwege in Deutschland. Darüber hinaus bietet das Handbuch wie gehabt auf 104 Seiten jede Menge praktische Informationen zur Strecke – mit Telefonnummern und Adressen von Quartiervermittlern und Gastgebern, Gepäcktransport-Dienstleistern und Reparaturwerkstätten.

Einer ist in diesem Jahr den Radweg schon elbaufwärts gefahren:

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Unkraut jäten fürs große Rad-Abenteuer

Hartmut Landgraf

Wenn Oliver Pape von seiner Tour auf dem Elberadweg zurück ist, wartet Unkraut auf ihn. Gartenarbeit, das ist der Preis für einen Extra-Tag Urlaub, den ihm die Familie für sein Solo-Abenteuer bewilligt hat. Der Berliner ist in Dessau gestartet und hat es zunächst wie geplant in drei Tagen bis nach Dresden geschafft. Doch Pape denkt nicht ans Aufhören. „Sonst wäre mir ja die Sächsische Schweiz entgangen“, sagt er. Also trifft er eine Abmachung mit seiner Frau – und radelt weiter. Einen Tag, bis zur tschechischen Grenze.

Oliver Pape ist zu Beginn der Saison 2019 einer der ersten Radtouristen auf dem rund 1.300 Kilometer langen Fernradweg zwischen Cuxhaven und dem tschechischen Riesengebirge. Radsportler würden sagen, er ist dem Hauptfeld ein Stück voraus – denn so richtig los geht’s auf dem Elberadweg erst ab Mai. Dann mischen sich zusehends gepäckbeladene Fernradler wie Pape unter die Alltagsfahrer, und die Pensionen am Radweg füllen sich.

Die Flusslandschaften der Elbe gehören in Deutschland zu den beliebtesten Urlaubs- und Tourenzielen für Radtrekking-Fans. Pape ist vor Jahren schon mal drei Etappen des Elberadwegs von Magdeburg Richtung Hamburg geradelt. Diesmal wollte er den Wind lieber im Rücken statt im Gesicht haben – hat ihn jedoch auch in der entgegengesetzten Richtung wieder oft von vorne. Den durchtrainierten Feuerwehrmann schreckt das nicht ab, er ist auch daheim in Berlin meistens mit dem Fahrrad unterwegs.

Und er steht exemplarisch für einen Trend: Radurlaub boomt in Deutschland – und das schon seit Jahren, wie der ADFC in seiner jüngsten Radreiseanalyse feststellt. Demnach waren im vorigen Jahr deutschlandweit 5,5 Millionen Radtouristen unterwegs. Der Elberadweg ist davon nicht ausgenommen – auch hier ist der Trend spürbar. „Wir merken das zum Beispiel an den zunehmenden Besucherzahlen auf unserer Webseite“, sagt Mandy Krebs, die in Sachsen das Marketing für die Radroute koordiniert. Besonders beliebt ist die Tour – auch hierfür ist Oliver Pape beispielgebend – bei den Berlinern. Auf dem südlichen Streckenabschnitt zwischen Dessau und Schmilka sind die Hauptstädter zahlenmäßig die drittgrößte Gruppe (6,5 %) nach Fernradlern aus Nordrhein-Westfalen (Platz 2: 10,9 %) und aus Sachsen (Platz 1: 28,8 %).

Der Elberadweg ist reizvoll und abwechslungsreich – er gehört zu den vielfältigsten Radfernwegen Europas. Er führt durch einzigartige Naturlandschaften wie den Nationalpark Sächsische Schweiz, das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und den Nationalpark Wattenmeer. Auch die berühmten Kulturmetropolen Dresden, Magdeburg und Hamburg liegen auf der Strecke.

Oliver Pape findet die Route aber nicht nur schön – sie ist für ihn sogar buchstäblich naheliegend. „Von Berlin bin ich ganz schnell an der Elbe“, erklärt der 51-Jährige. Zu seinem Kurztrip habe er sich ganz spontan entschieden. Das ging so: Montagmorgen schnappt sich Pape sein Rad, steigt damit in den Zug nach Dessau und sitzt mittags schon im Sattel – am Donnerstag geht’s dann von Schmilka ebenso retour, mit der Bahn. Vor allem braucht es keine langen Vorbereitungen.

Oliver Pape nimmt nur das Nötigste mit – Zelten ist ihm für vier Tage zu stressig, er bucht Low-Budget in Hostels und einfachen Pensionen. Seine Übernachtungsquartiere organisiert er sich unterwegs ganz spontan übers Handy. „Das klappt alles wunderbar“, sagt er. Der Berliner hat sich das neue Handbuch für den Elberadweg besorgt. Darin sind 550 radfreundliche Unterkünfte zwischen Tschechien und der Nordsee gelistet – vom Zeltplatz über die gemütliche Pension bis zum Stadthotel. Und zum Saisonstart ist auch überall was frei.

In einer Pension lernt Oliver Pape zwei Frauen kennen, die von Cuxhaven gestartet sind. Sie werden ein gutes Team, fahren ein Stück der Tour gemeinsam, bis sich ihre Wege in Dresden trennen. Davon träumt Pape noch: die Elbe einmal komplett von ihrer Mündung bis zur Quelle hoch zu radeln. „Du lernst neue Gegenden und Leute kennen und bist jeden Tag woanders“, schwärmt er. Aber das würde ihn dann wohl mehr als einen Tag Gartenarbeit kosten.

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Was findet man alles im neuen Handbuch?

Offizielles Elberadweg Handbuch 2019. Cover: elberadweg.de

Offizielles Elberadweg Handbuch 2019. Cover: elberadweg.de

550 Unterkünfte – vom Zeltplatz bis zum Fünf-Sterne-Hotel

Quartiersuche leicht gemacht: Rund 550 als radfreundlich zertifizierte Unterkünfte in Deutschland und Tschechien sind im Elberadweg-Handbuch gelistet – vom Zeltplatz über gemütliche Pensionen und Jugendherbergen bis zum Stadthotel. Dazu gibt es Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten entlang des Weges und zu den Besonderheiten der Natur und Landschaft.

Kostenlos erhältlich auf Deutsch und Tschechisch

Erhältlich ist das neue Elberadweg-Handbuch 2019 kostenlos und in zwei Sprachen – auf Deutsch und Tschechisch. Bei Bedarf ist die Broschüre zudem mit einem Beileger auf Englisch und Niederländisch lieferbar, der die wichtigsten Informationen zur Route enthält. Das Handbuch liegt in vielen Touristinformationen am Elberadweg aus und kann dort mitgenommen werden. Außerdem ist es online bestellbar unter www.elberadweg.de, dort auch zum Download.

Der Elberadweg: 1.300 Kilometer durch einzigartige Landschaften und Städte

Die idyllischen Flusslandschaften der Elbe gehören seit Jahren in Deutschland zu den beliebtesten Urlaubs- und Tourenzielen für Radtrekking-Fans. Der Elberadweg zählt zu den vielfältigsten Radfernwegen Europas. Er beginnt im tschechischen Nationalpark Riesengebirge und führt einmal quer durch Tschechien und Deutschland bis zur Nordsee – durch einzigartige Naturlandschaften wie den Nationalpark Sächsische Schweiz mit seinen prominenten Tafelbergen, das bedeutende UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und den Nationalpark Wattenmeer. Auch die Kulturmetropolen Dresden, Magdeburg und Hamburg liegen auf der Strecke.

Das neue Handbuch zum Elberadweg ist kostenlos erhältlich in vielen Touristinformationen am Elberadweg. Außerdem online bestellbar unter www.elberadweg.de, dort auch zum Download.

Elberadweg
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