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Schluckbeschwerden: Woher kommen die Schmerzen im Hals? Ursachen & Tipps

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    Etwa 2.000-mal am Tag schluckt ein Erwachsener, um Speichel oder Nahrung aus dem Mund in den Magen zu befördern.* Dies geschieht ganz automatisch und in der Regel unbewusst. Anders sieht es hingegen aus, wenn jedes Schlucken zu einer kleinen Qual wird. Meist treten Schmerzen beim Schlucken in Verbindung mit einer Erkältung auf, aber auch weitere Ursachen kommen infrage. Daher sollten Sie den Beschwerden auf den Grund gehen – und die Probleme nicht einfach herunterschlucken!

    Der Klassiker: Erkältung als Ursache von Schluckbeschwerden

    Neben Husten, Schnupfen und Co. zählen auch Schluckbeschwerden zu den typischen Symptomen einer Erkältung (grippaler Infekt). Die Halsschmerzen entstehen, wenn Krankheitserreger, vor allem Viren, die Rachenschleimhaut befallen und Entzündungen verursachen. Die Reizung führt zu Halsschmerzen und Schmerzen beim Schlucken.
    In der Regel dauert ein grippaler Infekt etwa eine Woche und die Schluckbeschwerden bessern sich mit Abklingen der anderen Erkältungssymptome.** Warme Halswickel, Honig oder das Gurgeln von Salzwasser können Halsschmerzen jedoch lindern und den Verlauf der Erkältung positiv beeinflussen. Zum Thema Hausmittel können Sie hier mehr erfahren!

    Breiten sich die Krankheitserreger hingegen weiter aus und befallen die Kehlkopfschleimhaut sowie Stimmbänder, kommt es neben den Schluckbeschwerden auch zu Heiserkeit und einem kurzzeitigen Verlust der Stimme. In diesem Fall ist es wichtig, im wahrsten Sinne des Wortes Ruhe zu bewahren und die Stimme einige Tage zu schonen, bis die Kehlkopfschleimhaut wieder abgeschwollen ist.

    Plötzliche Halsschmerzen: Vielleicht eine Allergie?

    Aber nicht immer stecken Viren oder Bakterien dahinter, wenn der Hals zu kratzen beginnt. Auch Allergien können zu Beschwerden im Hals- und Rachenraum führen. Weit verbreitet ist vor allem der Heuschnupfen – eine allergische Reaktion gegen Pollen, also den Blütenstaub von Pflanzen, die vor allem im Frühjahr stark ausgeprägt ist. Ebenso können Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze Allergien auslösen.

    Diese Stoffe enthalten bestimmte Bestandteile, die bei Allergikern ein Anschwellen der Schleimhäute bewirken. Ist die Nase verstopft, atmen Betroffene vermehrt durch den Mund. Die Folge: Mund- sowie Rachenbereich trocknen aus und sind besonders anfällig für eindringende Krankheitserreger. Halsschmerzen sind meist vorprogrammiert. Typischerweise treten Begleiterscheinungen wie eine laufende Nase oder Muskelschmerzen auf.

    Aufgrund der ähnlichen Symptome ist es nicht immer einfach festzustellen, ob es sich um eine Allergie oder Erkältung handelt. Eher für eine Allergie spricht beispielsweise, wenn:

    • die Beschwerden deutlich länger als eine Woche anhalten
    • Schnupfen und Halsschmerzen sehr plötzlich einsetzen (eine Erkältung bahnt sich eher langsam an)
    • immer wieder zu einer gewissen Jahreszeit auftreten (beispielsweise im Frühling)
    • die Symptome zu einer bestimmten Tageszeit (zum Beispiel abends vor dem Schlafengehen) besonders ausgeprägt sind

    Ein Test beim HNO-Arzt gibt Aufschluss über mögliche Allergene. Zudem kann der Mediziner Sie bezüglich verschiedener Behandlungsmethoden beraten.

    Schmerzen beim Schlucken durch Erkrankungen der Speiseröhre

    Schluckbeschwerden können ebenfalls auf Erkrankungen der Speiseröhre (Ösophagus) hindeuten. Dieser „Schlauch“, der Rachen und Magen miteinander verbindet, sorgt durch seine wellenförmigen Bewegungen dafür, dass die Nahrung transportiert wird. Am Übergang zum Magen befindet sich ein Schließmuskel, der sich beim Schlucken öffnet und wieder schließt. So kann der Speisebrei in den Magen gelangen, aber nicht umgekehrt: Denn in der Regel verhindert der Schließmechanismus, dass der saure Mageninhalt nach oben zurückfließt. Aus verschiedenen Gründen kann es aber dennoch zu einem Rückfluss (Reflux) kommen. Die aufsteigende Magensäure reizt die Schleimhäute in Speiseröhre und Rachen – es kommt zu Sodbrennen und Schmerzen beim Schlucken.

    Mögliche Ursachen sind beispielsweise:

    • Motilitätsstörungen: Hiervon sprechen Ärzte, wenn die Bewegung des Magen-Darm-Traktes gestört ist. Die Muskeln im Verdauungstrakt, die normalerweise für einen reibungslosen Weitertransport des Speisebreis sorgen, arbeiten nicht mehr richtig. Das kann zum Beispiel bei verschiedenen Krankheiten (wie einer Achalasie) der Fall sein.
    • Mechanische Hindernisse: Aussackungen der Speiseröhre (Divertikel), Vernarbungen oder Fremdkörper können den Nahrungstransport behindern und Halsschmerzen verursachen.
    • Weitere Erkrankungen: Entzündungen, Geschwüre oder Tumore stecken in seltenen Fällen ebenfalls hinter Schluckbeschwerden.

    Gerade wer unter ungewöhnlich häufigen oder chronischen Halsschmerzen in Verbindung mit Sodbrennen leidet, sollte die Beschwerden daher unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Diesem stehen verschiedene Diagnoseverfahren (zum Beispiel eine Spiegelung der Speiseröhre) zur Verfügung, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Darauf aufbauend kann er eine geeignete Therapie einleiten.

    Psychische Ursachen für Schluckbeschwerden

    Vielleicht kennt der eine oder andere das Gefühl, wenn der Hals wie zugeschnürt ist. Man hat einen „Kloß im Hals“ und muss sich häufig räuspern, was jedoch keine Besserung bringt. Zudem klagen Betroffene über Atem- und Schluckbeschwerden.
    Lassen sich für diese offensichtlichen Symptome keine organischen Befunde finden, sprechen Mediziner auch von einem „Globusgefühl“. Dies wird besonders häufig bei Menschen beobachtet, die unter Ängsten, Depressionen oder psychischem Stress leiden.

    Oftmals hilft es Patienten bereits, wenn ihnen der Arzt die Angst vor schwereren Krankheiten nimmt. Ansonsten können eventuell auch Gespräche mit einem Psychotherapeuten zu einer Besserung von psychisch bedingten Schluckbeschwerden beitragen.

    * Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.: Umgang mit Schluckstörungen bei Demenz.  (08.02.2021).

    ** Lungeninformationsdienst: Was ist eine Erkältung? (08.02.2021).

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