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Leserbrief zu „Das große Insektensterben“

Von Vivian Kazakova: Liebe Redaktion! Neulich bin ich auf Ihrer Internetseite auf den Artikel in Bezug auf das Buch „Das große Insektensterben“ gestoßen. Da er mein Interesse geweckt hat, würde ich gern meine eigene Meinung zum Thema Insektensterben äußern.

Seit dem Sommer 2017 ist in Medienberichten davon die Rede, dass ein drastischer Insektenschwund zu beobachten ist. Forscher schlagen Alarm. Studien beweisen einen Rückgang der Fluginsekten. Viele Menschen sind jedoch weitgehend nicht einig und bezweifeln den erschreckenden Befund, dass bundesweit die Zahl der Insekten um 75 Prozent zurückgegangen ist.

Einige vertreten die Ansicht, dass das nur ein neues Bedrohungsszenarium ist. Klare Daten sind nämlich schwer zu finden. Die Forschungsergebnisse zum Insektenrückgang würden vielleicht lückenhaft, bis es kein staatliches Monitoring gibt.

Ja, wahrscheinlich haben auch diese Menschen recht. Aber viele andere zeigen sich besorgt, denn niemand kann mit Sicherheit sagen, was sich abspielen würde, wenn die Zahl der Insekten weiter abnähme. Meines Erachtens ähnelt die Natur einem Puzzle mit unzähligen Teilen. Alles gehört zusammen und alles funktioniert nur miteinander. Zu diesem vielfältigen Netzwerk gehören alle Lebewesen unserer Welt, indem die Insekten die Wichtigkeit machen.

Sie schaffen nämlich die Grundlage für das Leben. Das Insektensterben kann sich katastrophal auf das Ökosystem zurückwirken, weil die Sechsbeiner zahllose Funktionen einnehmen, etwa als Bestäuber, aber auch als Nahrung für andere Tiere. Es besteht deswegen auch die Gefahr, dass ein fortgesetzter Insektenschwund auch die Bestände größerer Tiere beeinträchtigt. Zwar weist die Vogelwelt erhebliche Rückgänge auf. Ohne die Insekten sähe die Welt dramatisch anders aus. Zuzugeben ist, dass falls alle Insekten ausstürben, würden mit ihnen alle Lebenswesen binnen einigen Jahren ebenfalls verschwinden.

Hier möchte ich auf eine Aktionen Rücksicht nehmen. Am 14.05.18 wollte die Supermarktfiliale in Langenhagen bei Hannover auf das massenhafte Bienen- bzw. Insektensterben aufmerksam machen. Sämtliche Produkte, die es ohne Insekten nicht geben würde, wurden aus den Einkaufsregalen geräumt.

Ziel der Aktion „Stummer Frühling“ war die Sensibilisierung für das Thema. Die Biene gilt eigentlich als das drittwichtigste Nutztier des Menschen, nach Rind und Schwein. Weltweit ist nämlich ein großer Teil der Wild- und Kulturpflanzen auf die Bestäubungsleistung von Bienen angewiesen.

Wenn es um die Gründe dieses neuen Phänomens geht, sollen wir hervorheben, dass der Rückgang der Insekten auf eine ganze Reihe von Ursachen zurückzuführen ist. Viele Faktoren sind eigentlich mit im Spiel. Als Ursachen werden Pestizideinsatz, die Intensivierung der Landwirtschaft, nächtliche Lichtverschmutzung, Verinselung, Habitatszerstörung usw. diskutiert.

Bestimmt wurde schon etwas bezüglich des Bienenschutzes zum Beispiel unternommen. Am 27.04.2018 haben die EU-Staaten einem Freilandverbot für drei bienenschädliche Insektengifte zugestimmt. Der Einsatz von den drei Wirkstoffen (Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam) wurde auf Gewächshäuser beschränkt. Klar ist das eine gute Nachricht sowohl für die Bienen und die Imker, als auch für uns alle. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und ich hoffe, dass bald weitere folgen werden.

In einigen Regionen Chinas arbeiten Menschen als Bestäuber auf dem Lande, weil es dort schon lange keine Bienen mehr gibt. In den früheren 80er Jahren hat die unkontrollierte Nutzung von Pestiziden die Bienenpopulation ausgelöscht und jetzt soll der Mensch die Rolle der Insekten als Bestäuber übernehmen. Die Handbestäubung ist jedoch sehr umständlich.

Meiner Meinung nach sollte die Situation in diesem Land als eine Warnung vor der traurigen Aussicht auf eine mögliche Zukunft ohne Bienen bzw. Insekten gelten. Weltweit macht das Insektensterben Schlagzeilen. Maßnahmen müssen rechtzeitig getroffen werden, damit es in anderen Staaten nicht dazu kommt, dass es Bestäuber von Beruf gibt.

Immer mehr ist die Rede von verendenden Bienenvölkern. Ein japanisches Forscherteam hat deshalb Roboterbienen entwickelt, die die Pollen von einer Blüte auf andere übertragen sollen. Trotzdem denke ich, dass wir uns lieber nicht darauf verlassen sollten. Viel besser wäre, wenn wir unsere Bienen schützen uns auf unsere Natur achten. Die Biene ist unersetzlich und wir müssen ihren Beitrag zum Leben würdigen und nicht durch Roboter zu ersetzen versuchen.

Egal, ob das Phänomen des Insektensterbens wirklich existiert oder eher nicht, müssen wir uns Gedanken machen, bevor es zu spät wird. Wie viele Bürger bin ich auch selbst schon von dem Insektenrückgang überzeugt und wundere ich mich, warum sogar bei langem Autofahren die Windschutzscheibe sauber bleibt.

Das große Insektensterben und die lange Vorgeschichte von Ignoranz und Lobby-Politik

* Leserbrief *MelderInsektensterben
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Montage: L-IZ

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