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Irrer Wahnsinn in Berlin: SC DHfK gewinnt das wohl verrückteste Spiel der Saison

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    Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben ein irres Handballspiel in Berlin gewonnen. Der Rumpftruppe aus Leipzig hatten vor dem Spiel nur die wenigsten Experten einen Überraschungserfolg zugetraut. Doch ohne vier wichtige Rückraumspieler spielten die Grün-Weißen in der ersten Halbzeit einen perfekten Angriff nach dem anderen und führten zur Pause (ohne Linkshänder im Rückraum) sensationell mit 12:18.

    Nach der Halbzeit bauten die DHfK-Männer ihren Vorsprung sogar noch bis auf 18:26 aus. Doch bedingt durch die fehlenden Wechselmöglichkeiten war irgendwann der Saft raus. Das nutzten die Füchse gnadenlos aus für einen spektakulären 9:0-Lauf. Die Gastgeber gingen demzufolge mit einer 27:26-Führung in die letzten vier Minuten. Kaum ein Handballkenner hätte noch einen Pfifferling auf die Körperkulturellen gesetzt. Doch mit letzter Kraft belohnten sich die Leipziger für ihren Husarenritt und trafen wenige Sekunden vor Schluss ins Herz der Berliner zum 27:28-AUSWÄRTSSIEG!

    Nach den bereits feststehenden Ausfällen der beiden Linkshänder Gregor Remke und Martin Larsen hatte es vor Anwurf die nächste Hiobsbotschaft gegeben. Weder Marko Mamic noch Philipp Weber schafften es nach ihren Verletzungen rechtzeitig zum Derby wieder spielfähig zu sein. Somit gingen die DHfK-Männer erneut ohne vier etatmäßige Rückraumspieler ins Rennen. Noch dazu stand auch Ersatzmann Jakob Leun aufgrund eines Außenbandrisses nicht zur Verfügung. Dementsprechend drohte die 5. Niederlage in Folge und damit die Einstellung eines Negativrekords des Vereins in der 1. Bundesliga.

    Doch den personellen Engpass merkte man den Leipzigern in den ersten Minuten überhaupt nicht an. Nach einem 1:0-Rückstand übernahm der SC DHfK schnell die Kontrolle über dieses Spiel, lies den Ball gut laufen und führte nach 150 Sekunden mit 2:3 bzw. nach fünf Minuten mit 3:5. Da auch Keeper Joel Birlehm richtig heiß lief und schon in der Anfangsphase mehrere klare Chancen der Füchse vereitelte, lag Leipzig in der 9. Spielminute bereits mit 4:7 in Front.

    Trainer André Haber hatte seinen Männern einen überragenden Matchplan mit auf den Weg gegeben. Sie versuchten es immer wieder mit dem 7. Feldspieler und spielten nahezu jeden Angriff perfekt zu Ende. Die Leipziger Torfabrik brachte es nach zwölf Minuten bereits auf zehn Tore, nach einer Viertelstunde waren es bereits zwölf Treffer. Der junge Rückraumshooter Julius Meyer-Siebert hatte den Ball zu diesem Zeitpunkt schon viermal in den Winkel befördert. Auch sein hochbegabter Kollege Luca Witzke war an diesem Handballabend wieder sehr effizient und erzielte in dieser Begegnung sieben Tore.

    Längst musste Füchse-Coach Jaron Siewert seine Männer zur Auszeit zusammentrommeln. Lukas Binder vergab darauf zwar durch einen Pfostentreffer die riesige Konterchance zum möglichen 7:13, aber da Joel Birlehm einen Siebenmeter parierte und Niclas Pieczkowski einnetzte, war dieser Spielstand dennoch hergestellt. Patrick Wiesmach schraubte das Zwischenergebnis sogar noch auf ein 8:15 nach oben, schließlich ging es nach einer beinahe perfekten ersten Halbzeit mit einem 12:18 in die Pause. Bis dato erinnerte dieses Spiel an den vierten Spieltag, als die Leipziger das Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen dominiert hatten.

    Doch noch waren 30 Minuten zu spielen. Die grün-weißen trafen zunächst weiterhin konstant und verwalteten engagiert ihren hohen Vorsprung. Nach 42 Spielminuten stand auf der Anzeigetafel in der großen Max-Schmeling-Halle eine beruhigende 18:26-Führung für die Gäste aus der Messestadt. Doch dann mussten die Leipziger ihrem enormen Aufwand Tribute zollen. Mit einem 3:0-Lauf verkürzten die Berliner eine Viertelstunde vor Schluss auf 21:26.

    Nach zwei weiteren Treffern durch Lasse Bredekjaer Andersson fingen die Leipziger endgültig an zu wackeln. Zehn Minuten vor dem Ende waren es nur noch drei (23:26).
    Beim 24:26 musste Trainer André Haber dann dringend eingreifen und nahm seine letzte Auszeit. Doch da seine Männer einfach keine Energie mehr hatten und die Wechseloptionen stark begrenzt waren, ging das Hoch der Füchse weiter.

    Mijajlo Marsenic traf zum 26:26-Ausgleich und Andersson brachte die Hausherren tatsächlich vier Minuten vor Schluss mit 27:26 in Führung. Ein 9:0-Lauf gegen sich hatten die Handballer des SC DHfK Leipzig in ihrer Bundesligageschichte noch nie kassiert. Kein Buchmacher hätte jetzt noch auf die völlig platten und konsternierten Leipziger gesetzt. Doch das verrückteste Spiel des Jahres musste ja noch einen Trumpf im Ärmel haben.

    Und dieser hieß Niclas Pieczkowski! Nach über 15 Minuten (!!!) ohne Leipziger Treffer gelang „Pitsche“ endlich das Tor zum 27:27-Ausgleich. Die Füchse nahmen nochmal ein Timeout, um ihre grandiose Aufholjagd mit einem Siegtreffer zu krönen. Da hatten sie allerdings ihre Rechnung ohne Joel Birlehm gemacht.

    30 Sekunden vor Abpfiff packte er seine 14. Parade aus und sicherte den Leipziger noch einen finalen Angriff. Erneut landete der Ball bei Niclas Pieczkowski – und der 31-Jährige knallte den Ball wenige Sekunden vor Ultimo tatsächlich in den Kasten zum viel umjubelten und kaum für möglich gehaltenen 27:28-AUSWÄRTSSIEG!

    André Haber (Trainer SC DHfK leipzig): „Wir sind natürlich überglücklich, dass wir heute ein Spiel gewonnen haben, bei dem die Vorzeichen für uns alles andere als gut standen. Wir haben mit drei Jungs im Rückraum nahezu 60 Minuten durchgespielt. Wir haben uns das 7 gegen 6 überlegt, um Kraft zu sparen und um unserem Angriffsspiel gleichzeitig einen anderen Impuls zu geben. Das war die letzten Wochen nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Heute hat das fantastisch funktioniert.

    Mit jeder gelungenen Aktion hat man bei den Jungs gemerkt, dass sie daran glauben, dass die Strategie uns hier ganz weit bringen kann. Hinzu kommt die fantastische Unterstützung von Joel Birlehm im Tor. So sind wir an einen Punkt gekommen, an dem wir in Berlin mit acht Toren geführt haben. Da musste ich mir auch ein bisschen die Augen reiben, wie das funktioniert hat. Von diesem Vorsprung, diesem emotionalen Momentum haben wir dann in der 2. Halbzeit gezehrt.

    Und in Minute 45 kippt es völlig, sodass die Berliner sogar nochmal in Führung gehen. Dass es dann nochmal so ein Finish gibt, nachdem Birlehm pariert, der Ball fast weg ist und Niclas Pieczkowski ihn im Nachgang reinmacht, stimmt uns überglücklich. Ich weiß aber genau, wie sich das für die Füchse und Jaron anfühlt.“

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