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Arbeitskräfte-Mangel allgegenwärtig

Hochbetrieb bei Gräfendorfer – Landrat besucht Unternehmen in Mockrehna

Stippvisite bei Gräfendorfer: Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos) hat dieser Tage die Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktionsgesellschaft mbH in Mockrehna besucht. Mit Geschäftsführer Christian Borchers und Wirtschaftsförderin Uta Schladitz tauschte er sich zu aktuellen Themen, Produktionsbedingungen, Herausforderungen für Unternehmen und dem sich rasant zuspitzenden Arbeits- und Fachkräftemangel aus.

„In punkto Wirtschaftsförderung steht für uns als Landkreis derzeit nicht die Ansiedlung von neuen Firmen an erster Stelle. Viel wichtiger ist es, die vorhandenen Unternehmen in ihrem Fortbestand und in ihrer Entwicklung zu unterstützen“, erklärte Landrat Kai Emanuel bei seinem Besuch in Mockrehna. Vor Ostern herrscht bei Gräfendorfer Hochbetrieb. „Wir stellen gerade auf das Grillsortiment um, da ist jede verfügbare Hand gefragt“, erläuterte Geschäftsführer Christian Borchers. Und dennoch steht eine neue Anlage still: „Wir fahren im Einschichtbetrieb, weil uns die Leute fehlen, welche die hochtechnisierte Maschine bedienen können“, so Borchers.

Die Gräfendorfer GmbH, die zum Sprehe-Konzern gehört, steht stellvertretend für eine Branche, die händeringend Arbeitskräfte sucht. Nordsachsen weist im Vergleich zu anderen sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten mit 3,27 Millionen Tieren die größte Anzahl an Geflügel auf, gefolgt vom Erzgebirgskreis mit 1,51 Millionen und dem Landkreis Meißen mit 1,28 Millionen. Knapp 1.500 Betriebe beschäftigen sich mit der Geflügelaufzucht und -verarbeitung in Nordsachsen, die Eierproduzenten eingeschlossen.

Im Landratsamt ist man sich des Mangels an Fach-, Arbeits- und Nachwuchskräften bewusst. Seit Jahren wird branchenübergreifend in die Berufsorientierung, in Ausbildungs- und Jobmessen sowie Netzwerke und neue Ansätze der Fachkräftegewinnung investiert. Unternehmen wie Gräfendorfer haben erkannt, dass es neuer Wege bedarf und beteiligen sich an sämtlichen Initiativen, die die Wirtschaftsförderung Nordsachsen zur Arbeits- und Fachkräftegewinnung auf den Weg bringt.

„Ob Ausbildungsmessen, Netzwerke mit Schulen, Prämiensysteme, soziales Engagement – die Bandbreite an Möglichkeiten, die wir nutzen, ist groß. Wir entwickeln gerade eine sogenannte Mutti-Schicht und denken auch über eine bessere Erreichbarkeit des Betriebes für unsere Arbeitskräfte nach“, so Christian Borchers. Dennoch bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt.

Mit 620 Mitarbeitern ist Gräfendorfer einer der größten Arbeitgeber in Nordsachsen. Derzeit arbeiten bereits Menschen aus 14 verschiedenen Nationen im Mockrehnaer Unternehmen. „Wir sind auf Arbeitskräfte aus den europäischen Mitgliedsstaaten angewiesen. Zahlreiche Arbeitgeber in Nordsachsen werden künftig um eine gezielte Zuwanderung nicht herumkommen“, ist sich Christian Borchers sicher.

Auch der damit verbundenen sozialen Verantwortung ist sich der gebürtige Niedersachse bewusst. „Die Menschen, die zu uns kommen, müssen sich hier wohlfühlen, und da gehört nicht nur der Arbeitsplatz dazu. Auch über Kitas, Wohnungen und neue flexible ÖPNV-Anbindungen muss nachgedacht werden“, so der Geschäftsführer.

„Unser ländlicher Raum hat große Potenziale. Diese Potenziale müssen wir anzapfen. In erster Linie muss es darum gehen, dass die Menschen in Nordsachsen sowohl gut leben als auch gut arbeiten können“, bekräftigte Landrat Emanuel.

In der Ernährungswirtschaft verfügt Nordsachsen von Butter und Milch, über Pralinen, Schokolade, Backwaren, Geflügel bis hin zu Mehl, Fleisch, Wurst, Käse, Eiern und vielen weiteren Lebensmitteln über eine riesige Bandbreite an Produkten, die im Landkreis hergestellt und veredelt werden.

Christian Borchers: „Der größte Bedarf an Wertschöpfung besteht bei der Produktion unserer Hähnchenschenkel – und damit auch der größte Bedarf an Mitarbeitern. Wir wollen gern auch in Zukunft an unserem nordsächsischen Standort produzieren. Ich finde die Unterstützung, die das Landratsamt gewährt, deshalb gut und begrüße dieses Engagement sehr.“

Warum die neue Leipziger Zeitung geradezu einlädt, mal über den Saurier Youtube nachzudenken

 

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