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Wissenschaftsministerium fördert Forschungsprojekt zur Behandlung von suchterkrankten Jugendlichen

Von Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
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    Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) fördert mit mehr als einer halben Million Euro ein Forschungsprojekt im Bereich der Versorgung jugendlicher Drogenkonsumenten, die zusätzlich an psychischen Störungen leiden. Ein ambulanter 16-wöchiger Therapieplan soll eingeführt, wissenschaftlich begleitet und bewertet werden.

    Ein Ziel ist es, am Ende die Therapiemethode MATRIX-A strukturiert in einem Handbuch zu verschriftlichen und damit nutzbar zu machen für ambulante Therapien in ganz Sachsen, Deutschland und darüber hinaus.

    Das Forschungsprojekt mit dem Namen „Etablierung und Evaluation der Wirksamkeit des multimodalen ambulanten MATRIX-A Therapieprogramms für Jugendliche mit chronischen Substanzkonsum und komorbiden psychischen Störungen“ ist angesiedelt an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und wird verwirklicht mit einem Team aus Psychologen, Ärzten und Sozialpädagogen. Vorlage ist das MATRIX-Programm aus den USA, das jedoch ausschließlich für erwachsene Drogenkonsumenten entwickelt wurde.

    Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Forschung und klinische Kompetenz beim Thema Kinder- und Jugendgesundheit sind in Sachsen stark aufgestellt. Von dem Pilotprojekt erwarten wir eine langfristige Stärkung der Versorgung von suchterkrankten Jugendlichen in Sachsen. Die Eltern suchtkranker Jugendlicher und die Betreuer von Jugendhilfeeinrichtungen fühlen sich häufig überlastet und mit psychisch erkrankten Jugendlichen allein gelassen. Das MATRIX-A-Programm bezieht Familien und Betreuer mit ein, was die Erfolgschancen von Therapien erhöht.“

    In Sachsen hat sich die Zahl der Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, die wegen ihres Drogenkonsums in eine Klinik eingewiesen wurden seit 2015 verdoppelt. 90 Prozent der jugendlichen Drogenkonsumenten haben ein zusätzliches Problem: Sie sind straffällig, zeigen Auffälligkeiten in ihrem Sozialverhalten oder leiden an ADHS, Depressionen, Traumafolge- oder Angststörungen.

    Ohne die Mitbehandlung dieser zusätzlichen Störungen sind die Aussichten gering, nach einer Entzugsbehandlung dauerhaft „clean“ zu bleiben. Erschwerend ist, dass die psychischen Störungen in einen Lebensabschnitt fallen, in dem sich Persönlichkeitsbildung und berufliche Orientierung vollziehen.

    Projektleiterin Yulia Golub: „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung des Projektes, mit dem neue Therapiestandards zur Behandlung von suchterkrankten Jugendlichen, welcher in unserer Region und Deutschlandweit bislang fehlen zu etablieren. Durch eine einzigartig enge Verbindung von Grundlagen- und klinischer Forschung erhoffen wir uns neue Erkenntnisse über die Ursachen von jugendpsychischen Suchtstörungen zu gewinnen und in neue diagnostische Möglichkeiten sowie Behandlungs- und Präventionsansätze umzuwandeln.“

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