1.8 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Eskalation am Allee-Center Grünau: Linke will zügiges Handeln des Jugendamtes – ohne Amtsleiter Haller

Mehr zum Thema

Mehr

    Jugendliche und Drogenkonsum. Die Situation im Grünauer Allee-Center hat sich "dramatisch zugespitzt", geben Leipzigs Linke die Einschätzung von Stadtteilvertretern wieder. Deshalb stellen die Linken am Mittwoch im Stadtrat eine Dringliche Anfrage zum Tun des Jugendamtes. OB-Kandidatin Barbara Höll fordert die Absetzung von Amtsleiter Siegfried Haller.

    Die vorweihnachtliche Gemütlichkeit im Grünauer Allee-Center ist verflogen. Die Kulissen des russischen Märchenwaldes nebst allen glitzernden Accessoires sind schon lange wieder eingemottet.

    Dafür eskaliert offenbar die Situation im und am Center selbst. „In den letzten 4 – 6 Wochen hat sich Situation dramatisch zugespitzt“ sagen Leipzigs Linke im Stadtrat unter Berufung auf ein gemeinsames Schreiben des Quartiersrates Grünau und Stadtbezirksbeirates West vom 16. Januar 2013. „Aufgrund des Drogen- und Alkoholkonsums fallen Hemmschwellen, Gewalt im Center gegenüber Mitarbeitern, Sicherheitspersonal und Kunden, Bedrohung und Diebstahl gehört schon fast zum Alltag“, heißt es in der Begründung der Dringlichen Anfrage weiter, die die Linken in der Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch stellen wollen.

    „Seit November 2012 verstärkte Zunahme der Gruppenzahl, verstärkter Alkoholkonsum, verstärkter Drogenkonsum (Crystal Meth), erhebliche Zunahme Straftaten (Diebstähle, Überfälle, Körperverletzungen) – deutliche Hinweise auf Beschaffungskriminalität“, so stünde es nach Angaben der linken Ratsfraktion in dem Schreiben der Grünauer Stadtteilvertreter. „Nach unserer Meinung ist hier durch kriminelles Agieren ein rechtsfreier Raum entstanden, der so nicht hingenommen werden kann“, befinden die Linken.
    „Angesichts der Verängstigung von Ladenbesitzern und Bürgern durch die kriminellen Jugendlichen fordern wir vom Oberbürgermeister klare Antworten zur Lage um das Allee-Center und ein zügiges Handeln des Jugendamtes“, erklärt dazu Stadträtin Naomi Pia Witte als Sozialexpertin der Fraktion.

    Einen deutlich schärferen Ton schlägt die linke Oberbürgermeisterkandidatin Dr. Barbara Höll an. „Die Untätigkeit des Jugendamtes im Fall der Jugendlichen, die seit über zwei Jahren Kunden und Mitarbeiter des Alleecenters belästigen, ist durch nichts zu entschuldigen“, so Höll in einer Erklärung. Seit 2010 bemühe sich ein Bündnis aus Centermanagement, Mobiler Jugendarbeit, Ordnungsamt und Polizei um Hilfe beim Jugendamt, um den Konflikt zu entschärfen und den drogenkonsumierenden Jugendlichen Hilfe anzubieten. Trotz wiederholter Handlungsanzeige an das Jugendamt habe es kein spürbares Engagement oder Entlastung der Situation gegeben, bemüht Höll das Schreiben der Grünauer Akteure vom 16. Januar.

    Für OB-Kandidatin Höll ist klar: „Herr Jung, Sie haben Ihre Verwaltung und insbesondere Amtsleiter Haller nicht im Griff.“ Deshalb ihre Ansage an das Stadtoberhaupt: “ Ich fordere Sie hiermit erneut auf: Setzen Sie Amtsleiter Haller ab, schlimmer kann es kaum kommen!“

    Offenbar erwarten die Grünauer Stadtteilvertreter auch Aktivitäten von Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke). Denn der soll neben Oberbürgermeister Burkhard Jung und Sozialbürgermeister Thomas Fabian auch zu den Adressaten des Briefes gehören. Doch wenn Themen parteipolitisch aufgegriffen werden, nehmen sie manchmal eine eigene Wendung. Andererseits scheinen bei manchem die Gewissheiten des Frühsommers 2011, als in Leipzig um eine sachgerechte Drogenpolitik mit großem Tamtam gestritten wurde, ein wenig ungewisser geworden zu sein.

    Die Polizei ist jedenfalls schon mal verstärkt vor Ort präsent, heißt es.

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ