"Mich hat von Anfang an bewegt, in meinem Stadtteil Lindenau etwas zu verändern. Möglichst von unten sollte es kommen, möglichst zusammen mit Gleichgesinnten, so dass wir diesen Stadtteilladen aufgebaut haben", berichtet Conrad Jackisch. 2008 mit 15 Mitgliedern gegründet, die alle ehrenamtlich tätig sind, ist dem Verein die soziale Stadtteilarbeit besonders wichtig.

“Unsere Josephstraße 12 ist ein Ort, an dem sich viele unterschiedliche Menschen und Gruppen treffen – angefangen mit einem Kindercafé, über wöchentliche Erwerbslosenhilfe, Kneipenabende bis hin zu Chorproben. Und dem ‘Essen für alle’, das immer montags stattfindet und wo wir zusammen kochen”, berichtet Sarah Moldenhauer, Mitglied des Vorstandes. “Wir haben auch diese Räumlichkeiten in unserem selbstorganisierten Haus, das wir erworben haben, saniert. Wobei noch eine Menge zu tun ist. Viele Menschen haben hier unentgeltlich mitgeholfen. Alles hätten wir ohne ehrenamtliches Engagement überhaupt nicht an Angriff nehmen können. Insofern freue ich mich sehr über diesen besonderen Ehrenamts-Pass für Conrad Jackisch.

“Viele Leute haben uns für verrückt erklärt, in Lindenau einen solchen nichtkommerziellen Raum aufzubauen. Nach drei Jahren das Ergebnis zu sehen – auch wenn wir ja noch nicht fertig sind – ist schon eine große Bestätigung”, so der Geoökologe weiter, der derzeit promoviert.

Casablanca e. V. steht für ein Modell der Stadtteilarbeit, das sehr bewusst einen nichtkommerziellen Weg beschreitet. Die Räumlichkeiten können von Interessierten und Gruppen ohne Geld genutzt werden, die sich stattdessen anderweitig einbringen. In der dritten Etage des Hauses in der Josephstraße ist eine WG beheimatet, die im Verein mitarbeitet.

“Wir freuen uns, dass wir schon Mitte Februar den 2000. Ehrenamts-Pass überreichen und damit auch so viele Ehrenamtliche bereits die Vergünstigungen bei den 29 Leipziger Sponsoren nutzen können”, erklärt Birgit Höppner-Böhme, Geschäftsführerin der Freiwilligen-Agentur Leipzig. “Jedoch gibt es weitaus mehr Menschen, die sich mit viel Leidenschaft und großem Einsatz in ihrem Umfeld engagieren. Darum bitte ich alle Vereine, dieses Engagement zu würdigen und ihre ehrenamtlich Mitarbeitenden für den Ehrenamts-Pass vorzuschlagen”, so Höppner-Böhme weiter.”Ehrenamt ist eine tolle Sache und m. E. zentraler Teil gesellschaftlicher Interaktion. Es ist auch eine Nische für Experimente, die im ‘Normalbetrieb’ keinen Platz bekommen. Ich würde mich freuen, wenn es normal wäre, dass alle Leute sich ehrenamtlich engagieren könnten und würden – das ist aber mit einem 40+ Stunden Job nicht so einfach zu vereinbaren”, ist der 32-Jährige begeistert bei der Sache, der so oft er kann im Verein mithilft, Veranstaltungen organisiert und beim weiteren Aufbau des Vereins aktiv ist. Für ihn ist Ehrenamt eine Erfahrung, die er nicht mehr missen will. Dabei betont er besonders die Horizonterweiterung, die entsteht, wenn man mit verschiedenen Menschen zusammenarbeitet. Außerdem fülle Ehrenamt die Lücken, die nicht anders in der Gesellschaft geschlossen werden können und sei deshalb heute unverzichtbarer denn je.

Seit 2004 können gemeinnützige Vereine für Ehrenamtliche, die bei ihnen besonders aktiv sind, diese Anerkennung bei der Freiwilligen-Agentur beantragen. Der für das jeweilige Kalenderjahr gültige Ehrenamts-Pass gewährt seiner Inhaberin und seinem Inhaber bei den im Ehrenamts-Pass aufgeführten Einrichtungen bestimmte Ermäßigungen.

Interessierte Vereine, die ihren engagierten Helferinnen und Helfern mit dem Ehrenamts-Pass danken wollen, können den Ehrenamts-Pass auch noch während des laufenden Jahres beantragen.

Das Antragsformular sowie die Nominierungsvoraussetzungen findet man auf der Website, das ausgefüllte Formular kann dann unterschrieben an die Freiwilligen-Agentur geschickt werden.

www.freiwilligen-agentur-leipzig.de

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