In Chemnitz haben am Dienstag, den 5. März tausende Menschen friedlich gegen einen Neonazi-Aufmarsch protestiert. In der Stadt ist mit einem Friedenstag an die Bombenangriffe kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert worden. Auf dem städtischen Friedhof wurde bei einer Kranzniederlegung den 2.100 Menschen gedacht, die in der Nacht zum 6. März 1945 ihr Leben verloren hatten.

An dem rechten Aufmarsch beteiligten sich laut Polizei rund 200 Personen. Damit dürfte sich die sächsische Kameradschaftsszene eine weitere eher mäßige Aktion im Terminkalender verbuchen. Bereits am 13. Februar 2013 war bereits ihr alljährlicher Aufmarsch in Dresden nahezu vollständig verhindern worden. Dabei standen sich hunderte Kameraden vor dem Dresdner Hauptbahnhof die Beine in den Bauch.
Bei ihrem Aufmarschversuch in Chemnitz konnten sie immerhin starten. Doch nach etwa 150 Metern mussten die Rechten aufgrund von Blockaden unfreiwillig umkehren. Das Bündnis “Chemnitz Nazifrei” und der Studentenrat der Technischen Universität hatten zu Anti-Nazi-Protesten aufgerufen. Politiker der Linken und Grünen nahmen an den beiden organisierten Gegendemonstrationen teil. In der Innenstadt wurde ein begehbares Friedenskreuz errichtet.
Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hatte die Chemnitzer aufgerufen, für Demokratie und gegen Rechtsextremismus auf die Straße zu gehen. Dem Aufruf folgten mehrere tausend Menschen, die auf dem Marktplatz, abseits des Demo-Geschehens, ein symbolisches Zeichen setzten. Alle Veranstaltungen verliefen friedlich. Die Polizei hatte die Lage jederzeit im Griff und wenig Grund aktiv zu werden.

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