6.7 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Donnerstag, 21. Januar 2021

Wovon Leipziger träumen: Burkhard Jung – Vorwärts denken: Leipzigs Weg bis 2020

Von Burkhard Jung

Mehr zum Thema

Mehr

    Liebe Leipzigerinnen, liebe Leipziger, lassen Sie uns nach vorn blicken, in das Jahr 2020. Die sieben kommenden Jahre erscheinen nur auf den ersten Blick als langer Zeitraum - ein jeder von uns weiß, wie schnell die Zeit vergeht. Wer seinen Weg gehen will, der muss wissen, wohin er gelangen möchte. Die Frage nach dem Ziel des Handelns stellt sich für jeden persönlich genauso, wie für unsere Stadt. Lassen Sie uns vorwärts denken!

    Als Oberbürgermeister habe ich mir in den vergangenen sieben Jahren fünf persönliche Leitlinien gegeben, um im Klein-Klein der alltäglichen Entscheidungen die strategischen Perspektiven unserer Stadt nicht aus den Augen zu verlieren. Sie gelten für mich auch künftig unvermindert fort. Ich bin mir sicher, die Vielfalt der Menschen und die Vielfalt unserer Stadt kann man weder mit einfachen Slogans verallgemeinern, noch mit knappen Parolen etwas bewegen. Alle Entscheidungen bedingen einander. Leipzigs Vielfalt ist Leipzigs Stärke.

    Leipzig, die nachhaltig wachsende Stadt

    Ich wiederhole es immer wieder: Das Generieren von wirtschaftlichem, infrastrukturellem und demografischem Wachstum bleibt unsere wichtigste Aufgabe. Wir können uns nicht gesundschrumpfen! Überall im Freistaat Sachsen ist die Rede vom Rückgang, vom Bevölkerungsschwund und von weniger finanziellen Mitteln und Gestaltungsmöglichkeiten. Das ist nicht der Leipziger Weg! Wir wollen wachsen! Wir wollen Zukunft gestalten – nachhaltig, mit klarem Blick und der Rücksicht auf unsere ökologischen Ressourcen. Nur wenn wir unser wichtigstes Ziel nicht aus den Augen verlieren, werden wir es schaffen, die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt Leipzig, den sozialen Zusammenhalt, die Vielfalt unserer Kultur – ja unser reiches städtisches Leben zu sichern.

    Ich bin mir sicher, wir können es noch einmal schaffen, die Arbeitslosigkeit zu halbieren, ja auf ein Minimum zu verringern. Darum ist es so wichtig, dass wir uns nicht nur auf unsere Pflichtaufgaben beschränken. Wir brauchen zukunftsweisende Projekte, die neue Entwicklungen anschieben. Es wäre falsch gewesen, hätten wir auf die Sanierung der Kongresshalle verzichtet, sie wird uns neuen Schub im Kongressgeschäft bringen. Es wäre falsch, wenn wir den Lindenauer Hafen nicht entwickeln würden, ein neuer attraktiver Stadtteil zum Wohnen, Leben und Arbeiten wird entstehen.
    Leipzig, die soziale Stadt

    Unsere Stadt Leipzig, das sind wir alle, die hier leben. Davon bin ich fest überzeugt: Wir müssen immer höchst sensibel auf das soziale Gefüge unserer Stadt achten. Niemand darf zu kurz kommen oder von der Gemeinschaft abgehängt werden. Für jede Leipzigerin und jeden Leipziger muss gelten: Hier bin ich sicher, hier kann ich leben und wenn es einmal richtig schwierig werden sollte, dann bin ich nicht allein.

    Wir dürfen nicht zulassen, dass sich unsere Stadt aufteilt in Problembezirke und Nobelviertel. Viele Generationen leben in der Stadt auf engstem Raum zusammen und brauchen einander. Die Jungen können von den Erfahrungen der Älteren lernen und die Älteren erfahren Neues von der Jugend. Wer als Fremder zu uns kommt, darf nicht lange ein Fremder bleiben, er macht unsere Stadtgesellschaft reicher. Leipzig gäbe es nicht, wenn nicht immer wieder Menschen zu uns gekommen wären!

    Immer muss gelten: Aufstieg durch Leistung ist möglich. Es ist unsere Aufgabe, Aufstieg durch beste Bildungsmöglichkeiten, durch Freiräume und gute infrastrukturelle Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Hohe städtische Sozialausgaben sind für uns keine Last, sondern eine Pflicht – solange sie notwendig sind. Der wahre Reichtum unserer Stadt wird darin sichtbar, wie wir füreinander einstehen.
    Leipzig, die kulturpralle Stadt

    Leipzig lebt eine herausragende Kulturlandschaft. Leipzig ist 2013 – wie schon seit Jahrhunderten – eine der Kulturmetropolen Europas. Die Kultur unserer Stadt ist ein reiches Erbe und eine Verpflichtung zugleich. Niemand lebt vom Brot allein, wir brauchen unsere kulturelle Vielfalt, weil sie uns erdet, unsere Sinne schärft, uns Neues entdecken lässt und nach vorn denkt.

    Das kulturelle Leben ist der Herzschlag unserer Stadt, im Gewandhaus und im Werk II, in der Baumwollspinnerei und in der MuKo, im Sportverein und im Tapetenwerk. Dank unserer Kultur fühlen wir uns in Leipzig so wohl und wegen unserer Kultur kommen Menschen zu uns. Wir dürfen uns von niemandem einreden lassen, auf diesen oder jenen Teil unserer Kultur könnten wir leicht verzichten. Ohne Salz schmeckt keine Suppe!

    Leipzig, die Stadt der Bürgerinnen und Bürger

    Unsere Stadt war schon immer die Stadt der Bürgerinnen und Bürger. In Leipzig gab es nie einen König oder Hof, nie Obrigkeitshörigkeit oder Untertänigkeit. Leipzig ist gewachsen durch die aktive und stolze Bürgerschaft und deren geschäftiges Treiben. Sie haben einst der Stadt das Gewandhaus geschenkt und die Thomaner gegründet, sie haben Kanäle gebaut und den größten Bahnhof errichtet. Und es waren Leipziger, die vor über 20 Jahren friedlich eine Diktatur hinweggefegt haben und die Stadt nun wieder aufleben lassen.

    Wer Leipzig verstehen und in dieser Stadt etwas bewegen will, der muss dies immer mit der Bürgerschaft tun. Nie wird man alle Meinungen zusammenbringen können, aber stets kann man einander achten, sich austauschen und versuchen, Mehrheiten zu finden. Darum kann es keine Stadtentwicklungen geben, die von der Bürgerschaft nicht getragen werden.

    Leipzig, die internationale Stadt

    Unsere Stadt ist mitten in Europa, einem Europa, das faktisch keine Ländergrenzen mehr kennt, Nationen zu Kulturen werden lässt. Die Welt ist dank modernster Infrastruktur enger zusammengewachsen. Daten, Wissen und Informationen kreisen in Sekundenbruchteilen um die ganze Welt. Von Leipzig aus reist man schneller nach London als an die Ostsee.

    Unsere Stadt wurde vor fast 1.000 Jahren geboren an der Kreuzung zweier internationaler Handelsstraßen – und war immer offen für alle, die kamen. Erst recht im 21. Jahrhundert braucht Leipzig den internationalen Fokus. Wir wollen unsere weltoffene Stadt Leipzig weiter systematisch international ausrichten – nach außen und nach innen.

    Zu Leipzig passt kein konservatives Verharren: Leipzig soll eine offene, lebendige, vielfältige, tolerante, liebenswerte und soziale Stadt für alle sein, eine Stadt mit einer hohen Lebensqualität, einem atemberaubenden Kultur-, Sport- und Freizeitangebot, einer nachhaltig wachsenden Wirtschaft, weiter deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen und einer renommierten Bildungs- und Wissenschaftslandschaft.

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ