7.7 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Leipziger, Leipziger*innen oder sind alle Leipziger auch „Leipziger“?

Mehr zum Thema

Mehr

    Im Januar hat die LVV ihre neue Marke „Leipziger“ vorgestellt, mit der künftig alle Kommunalunternehmen gebündelt werden und so eine Art Identifikation als „Leipziger“ finden sollen. Doch im Gleichstellungsbeirat des Stadtrates gab es dazu heftige Kontroversen. Als gar das erste Heft „Leipziger Leben“ herauskam, fragten auch die Grünen: Und wo bleiben die Leipzigerinnen? - Nun dreht die FDP das Thema noch ein Stück weiter.

    FDP-Stadtrat René Hobusch hat die Kampagne „Wir sind Leipziger“ zum Thema einer Anfrage im Stadtrat gemacht. Er bezieht sich dabei auf einen Vorschlag der Vorsitzenden der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, den von der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) sowie ihren Töchtern genutzten Claim „Wir sind Leipziger“ zu ändern in „Wir sind Leipziger*innen“. Thema war das in der Ratsversammlung am 18. Mai und mit einer Debatte im Gleichstellungsbeirat.

    Und René Hobusch nimmt den Vorschlag ernst, fragt nicht nur, was dabei herauskommen würde, wenn man jetzt die ganzen „Leipziger“ in den Unternehmensnamen durch „Leipziger*innen“ ersetzen würde, sondern auch nach der Publikation „Leipziger Leben“, die sichtlich sehr männerdominiert war. Um es mal so zu formulieren.

    Und so hat René Hobusch für die nächste Ratsversammlung einen ganzen Fragenkatalog formuliert und sich dabei einige kleine Späße erlaubt. Ob es freilich dem Thema gerecht wird und das „Leipziger Leben“ vielleicht mal zu einer ernsthaften Broschüre macht, die nicht nur wie ein buntes Marketing-Magazin aussieht, ist eine Frage, die man hier natürlich auch stellen darf. Auch dann, wenn man die verzweifelte Suche nach Geschlechtergerechtigkeit nicht ganz so ernst nimmt. Denn dass sich der Gleichstellungsbeirat überhaupt mit solchen Themen beschäftigt, hat ja auch damit zu tun, dass Leipzig noch weit davon entfernt ist, irgendeine Art ausgewogenes Geschlechterverhältnis zum Beispiel in den Führungsetagen hinzubekommen.

    René Hobuschs Fragen-Paket:

    „Um den Vorschlag beurteilen zu können, bitte ich um Beantwortung folgender Fragen:

    1. Welche Kosten würden der Leipziger Gruppe entstehen, wenn der Claim entsprechend dem Vorschlag der Grünen geändert werden würde? (Keine Aufführung von Einzelpositionen wie „Austausch Kugelschreiber“ oder „Änderung Straßenbahnbeklebung“, sondern sinnvoll geschätzter/gerundeter Gesamtbetrag)
    2. Da sich der Claim von der Bezeichnung „Leipziger Gruppe“ sowie den Firmenbezeichnungen „Leipziger Stadtwerke“, „Leipziger Wasserwerke“, „Leipziger Verkehrsbetriebe“, „Leipziger Sportbäder“ etc. ableitet („Wir sind die Leipziger Gruppe“, verkürzt in „Wir sind Leipziger“): Hält der Oberbürgermeister eine Änderung der genannten Firmenbezeichnungen in „Leipziger*innen Gruppe“, „Leipziger*innen Stadtwerke“, „Leipziger*innen Wasserwerke“, „Leipziger*innen Sportbäder“ etc. für sinnvoll?

    2a. Wenn ja: Plant der Oberbürgermeister weitere Namensänderung nach genanntem Vorbild -bspw. „Leipziger*innen Amtsblatt“?

    2b. Wenn nein: Warum nicht?

    Offenbar war auch das (zahlenmäßige) Verhältnis der im Magazin der Leipziger Gruppe abgebildeten Männer und Frauen Thema der Debatte im Gleichstellungsbeirat, da deutlich mehr Männer als Frauen abgebildet wurden. Daher frage ich weiter:

    1. Kann sich der Oberbürgermeister eine regelmäßige statistische Auswertung aller Publikationen der Stadt Leipzig und ihrer verbundenen Unternehmen hinsichtlich der Anzahl der abgebildeten Männer und Frauen vorstellen? Welche Veröffentlichungswege wären aus Sicht des Oberbürgermeisters geeignet, um dem Informationsinteresse der geneigten Öffentlichkeit Rechnung zu tragen? Mit welchem Aufwand wäre Auswertung und Information (geschätzt) verbunden?
    2. Kann sich der Oberbürgermeister vorstellen, über den sächsischen Städte- und Gemeindetag sowie den Deutschen Städtetag eine vergleichende Erhebung zur Auswertung des Verhältnisses von abgebildeten Männern und Frauen in Publikationen von Städten und Gemeinden, sowie öffentlichen Unternehmen in Sachsen und Deutschland zu initiieren?

    Es wird um Beantwortung der Fragen in der Ratsversammlung durch den Oberbürgermeister gebeten.“

    In eigener Sache

    Jetzt bis 8. Juli für 49,50 Euro im Jahr die L-IZ.de & die LEIPZIGER ZEITUNG zusammen abonnieren, Prämien, wie zB. T-Shirts von den „Hooligans Gegen Satzbau“, Schwarwels neues Karikaturenbuch & den Film „Leipzig von oben“ oder den Krimi „Trauma“ aus dem fhl Verlag abstauben. Einige Argumente, um Unterstützer von lokalem Journalismus zu werden, gibt es hier.

    Überzeugt? Dann hier lang zu einem Abo …

    Topthemen

    4 KOMMENTARE

    1. ich erbitte eine Debatte um die Umbenennung in Leipziger*innen Internet Zeitung, Frankfurter*innen Allgemeine Zeitung und der Gendergerechtigkeit halber Deutsche*r Bahn

    2. Absurdes Theater, denn die wenigsten der Verantwortlichen in den betreffenden Firmen und auf den wichtigen Posten, sind noch Leipziger …

    3. Das Problem hätte man ja elegant umschiffen können, wenn man (!) statt „Leipziger XXX“ einfach „XXX Leipzig“ als Namen gewählt hätte (Stadtwerke Leipzig, Wasserwerke Leipzig, Verkehrsbetriebe Leipzig, …) und dann eben „Gruppe Leipzig“ dabei herausgekommen wäre…
      Aber auf so einfache Lösungen kommt natürlich wieder keine*R…

    4. Ich finde es völlig absurd, eine Behörde mit solch einem Mumpitz zu beschäftigen! Als ob es nichts wichtigeres gäbe.

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ