Bund der Cranach-Städte wächst: Torgau tritt Städtekooperation „Wege zu Cranach“ bei

Mit der Unterzeichnung der Beitrittserklärung in Kronach gehört Torgau mit Schloss Hartenfels offiziell zum Bund der Cranach-Städte. Ziel der Initiative ist es, das künstlerische Erbe der Malerfamilie Cranach zu bewahren, zu vermitteln und touristisch zu vernetzen. Die Beitrittserklärung wurde am Dienstag, 13. Januar, in der oberfränkischen Kreisstadt Kronach von der Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Torgau, Andrea Staude, dem Landrat des Landkreises Nordsachsens, Michael Czupalla, und dem Ersten Bürgermeister der Stadt Kronach, Wolfgang Beiergrößlein, unterzeichnet.
Anzeige

Mit dieser Erklärung sind die Stadt Torgau und der Landkreis Nordsachsen – als Eigentümer von Schloss Hartenfels – Teil der städteübergreifenden Kooperation „Wege zu Cranach“, teilt das Landratsamt Nordsachsen mit. Das Hauptanliegen der Vereinigung ist es, das Wirken der Malerfamilie Cranach am authentischen Ort zu würdigen und einem breiten Publikum zu vermitteln.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Oberbürgermeisterin Andrea Staude. „Dies wird uns weitere Möglichkeiten auf touristischer Ebene eröffnen sowie den wissenschaftlichen Austausch und das Aufbereiten aktueller Forschungsergebnisse vorantreiben.“ Anlässlich des 500. Geburtstages von Lucas Cranach dem Jüngeren, im Themenjahr der Lutherdekade „Reformation – Bild und Bibel“, präsentiert sich die Städtekooperation ab 2015 mit einer neuen Broschüre sowie einem Reiseführer, in dem Torgau als Reiseempfehlung eingebunden sein wird. Ebenso ist Torgau als Cranachstätte im Cranachportal www.wege-zu-cranach.de vertreten.
„Im Zuge der Städtekooperation werden wir insbesondere Schloss Hartenfels als Wirkungsstätte der Cranach-Werkstatt wieder stärker ins Bewusstsein rücken“, erklärt Landrat Michael Czupalla. „Wir werden gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die einstige bildkünstlerische Ausstattung dokumentieren und die erhaltenen Spuren für Besucher erlebbar machen.“ Schloss Hartenfels ist ein wesentlicher Bestandteil im Wirken der Cranach-Werkstatt. Mehrere Aufenthalte Cranachs zur Ausgestaltung des Schlosses, insbesondere zur Zeit des groß angelegten Umbaus unter Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen ab 1533, sind archivalisch belegt. Der hier in der Spiegelstube freigelegte Grotesken-Fries ist das einzig bekannte erhaltene Beispiel einer Wandmalerei, das der Cranach-Werkstatt bisher zweifelsfrei zugeschrieben werden konnte. Der Fries wird derzeit restauriert und ist im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Sichtbare Zeugnisse sind außerdem eindrucksvolle Bauplastiken und Medaillons am jüngst restaurierten Großen Wendelstein sowie am Schönen Erker, die auf Vorlagen der Cranach-Werkstatt schließen lassen.

Darüber hinaus verfügt Torgau mit der Tafel der 14 Nothelfer in der Stadtkirche St. Marien über ein bedeutendes Werk von Lucas Cranach dem Älteren. Das Gemälde am Kopf der Grabplatte der Sophie von Mecklenburg, Kurfürstin von Sachsen, ist Teil eines Altars zum Gedenken an die Kurfürstin aus dem Jahr 1507. Daneben ist im Torgauer Stadtmuseum eine Altartafel des Hl. Nikolaus von Lucas Cranach zu sehen, die aus der ehemaligen Torgauer Klosterkirche stammt. Im Jahr 2009 konnte diese mit Hilfe der Ernst-von-Siemens-Stiftung nach Torgau zurückgeholt werden.

Vom 15. Mai bis 31. Oktober 2015 werden im Rahmen der 1. Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ berühmte Porträtgemälde von Lucas Cranach dem Älteren und seinem Sohn Lucas Cranach dem Jüngeren im Schloss Hartenfels präsentiert. Sie gaben der Reformation ein Gesicht und leisteten so einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung des neuen Glaubens. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besitzen mit knapp 50 Gemälden den weltweit größten Bestand an Cranach-Werken. Bedeutende Porträts unter anderem der Kurfürsten August und Moritz, aber auch von Martin Luther und Philipp Melanchthon sowie ausgewählte Cranach-Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen werden für die Ausstellung nach Torgau reisen.

Hintergrundinformationen zur Stadt Torgau

Torgau ist in ihrer Geschlossenheit Deutschlands besterhaltene Renaissancestadt. Hier stehen mit Schloss Hartenfels das bedeutendste noch erhaltene deutsche Schloss der Frührenaissance sowie über 500 umfangreich sanierte Einzeldenkmale. Die Stadt ist außerdem die bedeutsamste Reformationsstätte im Freistaat Sachsen.

Mit der Schlosskapelle entstand hier der erste von Martin Luther konzipierte protestantische Kirchenneubau. Er persönlich weihte das Gotteshaus 1544 ein und weilte über 50 Mal in der Stadt. Martin Luthers Frau, Katharina von Bora, starb in Torgau und liegt in der Marienkirche begraben. In Vorbereitung auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 beteiligt sich die Stadt mit verschiedenen Veranstaltungen an der Gestaltung der sogenannten Lutherdekade. Höhepunkt wird vom 15. Mai bis 31. Oktober 2015 die nationale Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ sein, die von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Torgau präsentiert wird.

www.luther.skd.museum

Die städteübergreifende Kooperation „Wege zu Cranach“:
www.wege-zu-cranach.de

www.schloss-hartenfels.de


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Teilung als Lebensthema: Am 29. September beginnt das Leipziger Uwe-Johnson-Festival „Eine Reise wegwohin“
Auf dem Naschmarkt wird das Uwe-Johnson-Festival "Eine Reise weghohin" am 29. September eröffnet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon ein pfiffiger Schachzug, ein Leipziger Festival, das sich dem am 3. Oktober anstehenden 30. Jahrestag der Deutschen Einheit widmet, motivisch einem Autor zuzuordnen, der diese Einheit nicht erlebte, weil er zu früh starb – im Exil. Kaum einer hat mit seinem ganzen Leben die deutsch-deutschen Widersprüche so durchgemacht wie Uwe Johnson.
Post aus Paidonesien: Ein Inselbriefroman mit einem sehr unheiligen Ende
Oriol Canosa: Post aus Paidonesien. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOriol Canosa ist nicht nur Kinderbuchautor aus Barcelona, er hat auch eine eigene Kinderbuchhandlung. 2017 veröffentlichte er „L'illa de Paidonèsia“. Kristin Lohmann hat diese Insel-der-Kinder-Geschichte jetzt aus dem Katalanischen ins Deutsche übersetzt und Meike Töpperwien hat sie mit witzigen Bildern illustriert. Am Anfang stand ein kleiner großer Ärger, den viele Kinder kennen.
UNIKATUM-Ausstellung vermittelt in Leipzig Wert und Wege von Lebensmitteln
Gisela Reetz © Pawel Sosnowski

© Pawel Sosnowski

Was essen wir, wie essen wir und wie kommt unser Essen auf den Tisch? Diesen und weiteren Fragen geht die Mitmachausstellung „Nimmersatt? - Was uns auf den Teller kommt“ im UNIKATUM Kinder- und Jugendmuseum in Leipzig nach.
Keine Angst, die wollen nur spielen: Wie die Leipziger Bundesliga-Teams in den Spielbetrieb zurückkehren
Die L.E. Volleys schlagen erst im Derby gegen Delitzsch in der heimischen Brüderhalle auf. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im HandelWie ein dicker, roter Filzstift, hatte die Corona-Pandemie im Frühjahr sämtliche Sportligen gestrichen. Verbunden mit jeder Menge Verunsicherung, teilweise dramatischen finanziellen Nöten und der ständigen Frage: Wie geht es jetzt weiter? Seit diesem September geht es nun tatsächlich weiter, zumindest im Spielbetrieb einiger Leipziger Bundesligisten. Die „Leipziger Zeitung“ wirft einen Blick auf den Stand der Dinge.
Am 2. Oktober um 18 Uhr im Literaturhaus Leipzig: Buchpremiere „Gespaltene Nation? Einspruch!“
Cover: NZZ Libro

Cover: NZZ Libro

Es handelt sich um die Premiere und Erstvorstellung für dieses Ende September erscheinende Buch. Die Autoren Prof. Dr. Dr. Karl-Heinz Paqué, Volkswirt und ehemaliger Finanzminister der FDP in Sachsen-Anhalt und Prof. Dr. Dr. Richard Schröder, Theologe und Philosoph, SPD-Fraktionsvorsitzender der letzten Volkskammer der DDR stellen ihr gemeinsames Buch vor und diskutieren mit dem Publikum Mythen und Fakten rund um die Deutsche Einheit.
„Sport vor Ort“ – die anderen Sporttipps sind wieder da!
"Sport vor Ort" ist wieder da.

Sport vor Ort.

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im Handel„Sport vor Ort“ zeigt, dass spannender Sport in Leipzig nicht nur in den großen Arenen, sondern überall stattfindet. Ob in Schulsporthallen oder auf Ascheplätzen, ob Ringen, Rugby oder Rollhockey, Bundesliga oder Kreisliga – Sport vor Ort hat die Höhepunkte auf dem Schirm, die nicht im großen Rampenlicht stattfinden. Ehrlichen, erdigen Sport – in Leipzig – vor eurer Haustür.
Am 8. Oktober im Cineding: Die Wiese – Ein Paradies nebenan
Wilde Wiese im Vorgarten. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Sie ist das Paradies nebenan - die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese.
Am 15. Oktober in der Schaubühne Lindenfels: Endivien – Plotpoints of Life
Die Schaubühne Lindenfels in der Karl-Heine-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Schock und Surprise. Liebe und Verletzung. Kontakt und Isolation. Akzeptanz des Schicksals und Widerstand gegen das Ausgeliefertsein. Zwischen Theaterchoreografie und Text-Komposition inszeniert die Leipziger Compagnie erweiterte zugeständnisse in den wirren Zeiten eines Paradigmenwechsels ihr neues Stück in einem dramatischen „Dreisprung": INDIVIDUUM - PAS DE DEUX - TOUS ENSEMBLE.
Corona hat die Leipziger Wachstumsmaschine erst einmal ausgebremst
Entwicklung von Geburten- und Sterbezahlen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 1 / 2020

Grafik: Stadt Leipzig, Quartalsbericht 1 / 2020

Für alle LeserStatistiker sind ja unverbesserliche Optimisten. Am Freitag wurde der neue Quartalsbericht für die Stadt Leipzig veröffentlicht, der erste für das Jahr 2020. Und darin diskutiert das Amt für Statistik und Wahlen auch die Bevölkerungsentwicklung für das erste Halbjahr. Und die Statistiker sehen hier einen massiven Einfluss durch die Corona-Ausnahmesituation.
Französische Filmtage Leipzig gehen in die 26. Ausgabe
Quelle: Gerd Altmann/Pixabay

Quelle: Gerd Altmann/Pixabay

Am 18. November 2020 starten die Französischen Filmtage Leipzig ihre 26. Ausgabe. Das Festival findet auch im „Ausnahmejahr“ 2020 regulär in den Passage Kinos und der Schaubühne Lindenfels statt. Bestätigt ist ebenso das Schulfilmfestival CINÉFÊTE, welches die Festivalwoche mit sieben neuen Filmen für „Jung und Jünger“ begleitet.
Am 3. Oktober im Horns Erben: Karo Lynn & Band
Karo Lynn © Maxi Strauch

© Maxi Strauch

Karo Lynn ist eine Musikerin aus Leipzig, die 2019 als Siegerin des Talentwettbewerbs „Köstritzer Fresh Talent“ bundesweite Beachtung fand. Nun, mit ihrem zweiten, programmatisch betitelten Album „Outgrow“ ist Karo Lynn ihren Anfängen als lokale Singer-Songwriterin endgültig entwachsen.
„Alles nicht wahr“ – Theater und Tanz aus Europa auf Leipziger Bühnen
Musicbanda Franui & Nikolaus Habjan. Alles nicht wahr © Schauspielhaus Zu╠êrich

© Schauspielhaus Zu╠êrich

Die euro-scene Leipzig begeht vom 03. – 08. November 2020 ihr 30jähriges Jubiläum. Das Festival zeitgenössischen europäischen Theaters und Tanzes zeigt 12 Gastspiele aus 7 Ländern in 22 Vorstellungen und 7 Spielstätten. Das Spektrum umfasst Sprechtheater und Tanz, Musik- und Figurentheater sowie ein Stück für Kinder. Das Festival steht unter der Schirmherrschaft von Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.
Blumen für Daniel Schmid: Nur die Gebeine von drei in St. Pauli Bestatteten wurden 1968 geborgen
Der Grabstein für den Chirurgen Daniel Schmid. Foto: Paulinerverein

Foto: Paulinerverein

Für alle LeserEs war eine Nacht-und-Nebel-Aktion, in der kurz vor Pfingsten 1968 die Grüfte der Universitätskirche St. Pauli aufgebrochen wurden und die Überreste der dort seit Jahrhunderten Aufgebahrten weggeräumt und die Grabbeigaben geplündert wurden. Bis heute weiß man nicht, wo die Gebeine der einst hier Bestatteten geblieben sind. Nur von dreien wurden die sterblichen Überreste geborgen.
Grüne beantragen, das 3-D-Stadtmodell der Stadt Leipzig bei Beteiligungsprozessen auch zu nutzen
Westseite des Hauptbahnhofs: Noch unvorstellbar, was hier mal gebaut werden soll. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie neu geplante Stadtquartiere einmal aussehen sollen, das erfahren die Leiziger/-innen in der Regel oft nur in befristeten Ausstellungen, zu denen sie ins Stadtbüro pilgern müssen. Oft ist aber auch dort nicht wirklich sichtbar, wie die geplanten Bauten sich in die Stadt einfügen. Aber wozu hat Leipzig dann ein 3-D-Stadtmodell, wenn es nicht genau für solche Beteiligung der Bürger auch genutzt wird, fragten sich die Grünen.
Überraschung für Leipziger Forscher: Neandertaler haben männliches Geschlechtschromosom vom modernen Menschen übernommen
Matthias Meyer im Reinraum am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Foto: MPI f. evolutionäre Anthropologie

Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Für alle LeserDie Neandertaler sind wohl noch immer das größte Faszinosum der Archäologie, erst recht, seit Leipziger Forscher nachgewiesen haben, dass ihr Erbgut sich sogar im Erbgut der heutigen Europäer findet. Seitdem wird emsig gesucht: Wo trafen sie sich zum ersten Mal? Wie lange lebten sie nebeneinander? Nun haben die Leipziger Forscher ein weiteres Puzzlestück herausgearbeitet, das wohl davon erzählt, dass die Neandertaler schon vor der Ankunft des modernen Menschen vor 45.000 Jahren in Südeuropa genetisch massiv unter Druck standen.