Dresden am 13. Februar: Gedenken der Bombentoten auf dem Heidefriedhof blieb nazifrei

Die weißen Rosen sollen ein Zeichen gegen Rechts setzen. Während die Stadtoberen vergangenes Jahr im Gedenken an die Bombentoten des zweiten Weltkriegs noch ihre Kränze neben die von Neonazis legten, gelang es diesmal, das Fettnäpfchen zu vermeiden. In diesem Jahr nahm am 13. Februar niemand auf dem Dresdner Heidefriedhof teil, der äußerlich als politisch rechts hätte eingeordnet werden können.
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Ein Grund dürfte wohl auch das erneute Datensammeln der Polizei gewesen sein. Bei den Demonstrationen am 19. Februar des vergangenen Jahres spähte sie massiv Handydaten aus. Obwohl die Polizei nach offiziellen Angaben in diesem Jahr auf die sogenannte Funkzellenabfrage verzichtete, zeichnete sich ein weiterer Datenskandal ab: Die Beamten filmen an diesem Tag jeden, der durch das Friedhofstor tritt. Nicht Wenige wundern sich lautstark: „Jetzt wird man hier schon aufgenommen“, empört sich ein älterer Herr und geht dann weiter in Richtung Gedenkstätte.

Unterdessen sammeln sich etwa zwei Dutzend Linke vor dem Friedhofstor. Unter ihnen auch Jenas Stadtjugendpfarrer Lothar König, der im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Anti-Nazi-Demo in die Medien geriet. Gegen ihn wurde Anklage erhoben wegen schweren Landfriedensbruchs. König habe bei den Gegen-Nazidemonstrationen am 19. Februar 2011 ständig gegen Polizeibeamte gehetzt. Heute trägt König demonstrativ seinen Pfarrer-Talar, dazu eine FC St. Pauli-Mütze. Laut einem Polizeibeamten dürfte die Gruppe schon auf den Friedhof gehen, sie tut es jedoch nicht.

Als das Gedenken um 15 Uhr beginnt, ist klar: Dieses Mal findet es ohne rechts statt. Zwar hat die rechts stehende „Junge Landsmannschaft Ostdeutschland“ verlauten lassen, sie habe bereits am Morgen einen Kranz niedergelegt, doch wenn dem so war, dann ist er bereits fortgeräumt. Es ist gelungen, die Rechten fernzuhalten. Die Stadtoberen können das als Plus verbuchen. Unter den etwa 500 Gästen findet sich sächsische Politprominenz, allen voran Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Viele haben sich eine weiße Rose ans Revers gesteckt. Diese wird zum dominanten Symbol des Andenkens, denn jeder, der möchte, legt in diesem Jahr diese Blumen nieder.

An der Statue des kleinen Mädchens am Tränenmeer spricht Dieter Landgraf-Dietz zu den Gästen. Er ist in Sachsen Vorsitzender der Deutschen Kriegsgräberfürsorge und ordnet die Erinnerung an die Toten der Bombennacht historisch ein: „Die Katastrophe hat sich eingegraben in das Gedächtnis.“ Die Bomben hätten keinen Unterschied zwischen Opfern und Tätern gemacht. „Das Schicksal traf sie alle, zehntausendfach“, sagte Landgraf-Dietz. Und während es ein Recht auf die Trauer um die Kriegstoten gäbe, dürfe man die Judenvernichtung und die Konzentrationslager nicht vergessen. „Mit der weißen Rose geht unser Gedächtnis über die normale Trauer hinaus.“ Man müsse sich immer auch fragen: Warum gibt es Kriege, wer macht sie und wie können wir sie vermeiden, so Landgraf-Dietz.Dann bewegt sich der Trauerzug zur Mitte des Friedhofs. Auf dem Weg dorthin huschen immer wieder Polizisten links und rechts auf den Wegen neben der Magistrale entlang. Eine ältere Frau, etwa 75 Jahre alt, erzählt: „Ich nehme jedes Jahr hier teil. Zwar habe ich im Krieg keine Angehörigen verloren, doch ich kann mich noch gut daran erinnern.“ Das Bombengedenken sei jedes Jahr zum 13. Februar das beherrschende Thema in der Stadt, sagt die gebürtige Dresdnerin, die ihren Namen nicht genannt haben will. Sie findet es schrecklich, dass die Neonazis versuchen, den Tag für sich zu vereinnahmen. „Vor drei Jahren war Dresden im Ausnahmezustand, ich kam gar nicht mehr in meinen Stadtteil. Die Polizei hatte alles abgeriegelt, schickte mich erst in eine Richtung, dann wieder zurück.“ Für die Gegendemonstranten empfindet sie Sympathie. „Ich kann sie verstehen, auch wenn ich selbst nicht mehr aktiv dabei bin. Man muss Zivilcourage zeigen“, meint die ältere Dame.

Im Rondell in der Friedhofsmitte legen die Menschen weiße Rosen nieder. Sie sind umringt von steinernen Stelen, auf denen Orte geschrieben stehen, die im zweiten Weltkrieg stark zerstört wurden, wie zum Beispiel das britische Coventry. Am 14. November 1940 bombardierte die deutsche Wehrmacht die Stadt, weil sie von Bedeutung für die britische Rüstungsindustrie war.Die Gedenkenden ziehen weiter zu einer Sandsteinmauer am Ende der Magistrale. „Wie viele starben? Wer kennt die Zahl?“, die Worte des Dresdner Schriftstellers Max Zimmering stehen daran geschrieben. Der erste Bürgermeister der Stadt, Dirk Hilbert (CDU), hält eine weitere Rede. Die Polizeidienststelle Dresden wird später mitteilen, es sei während des Andenkens zu keinen Störungen gekommen. Dabei wurde durchaus versucht zu stören: Drei junge Leute sollen ein Banner entrollt haben. Die Polizisten bringen sie auf einen Nebenweg. Später versucht eine Handvoll junger Leute, Hilberts Ansprache zu stören. Zweimal werfen sie etwas, das aussieht wie eine grellbunte Plastikmaus und recht laut fiept, in die Mitte der Andenkenden. Den ersten Wurf sammelt ein ziviler Sicherheitsbeamter diskret auf. Den zweiten die Polizisten, welche die Gruppe nun umstellen. Sie unternimmt keine neuen Aktionen, die Provokation geht unter.

Nachdem erneut weiße Rosen an der Mauer niedergelegt wurden, ist das Gedenken offiziell vorbei und die Gäste gehen ruhigen Schrittes Richtung Ausgang. Dort passiert es dann doch noch: Es entsteht ein Handgemenge zwischen Polizisten und Linken, bei dem ein junger Man auf dem Boden landet. Die Beamten setzen Pfefferspray ein, schließen kurzerhand das Friedhofstor. Davor skandieren die Ausgeschlossenen: „Nie wieder Deutschland“, und „Deutsche Kinder sind keine Opfer.“ Für Zeitzeugen dürfte es schwer zu verdauen sein, dass die politisch extremen Lager versuchen, den Gedenktag für sich zu vereinnahmen. „Ich kann das nicht verstehen“, sagt eine ältere Dame, die ihren Namen nicht nennen will, ins Mikrofon einer Hörfunkjournalistin. „Ich war damals zwölf Jahre und wenn ich daran denke, was meine Mutter damals durchgemacht hat…“ Sie ist zu bewegt, um weiter sprechen zu können.

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Nach ein paar Minuten beruhigt sich die Situation am Tor, die letzten Gäste verlassen den Heidefriedhof. Draußen hat die Jenaer Junge Gemeinde Stadtmitte einen Kranz im Gedenken an ihr Auto niedergelegt, das im Rahmen der Ermittlungen gegen Pfarrer Lothar König beschlagnahmt wurde.

Dass weder die linke noch die rechte Szene während des Gedenken selbst in Erscheinung traten, dürfte der hohen Polizeipräsenz an diesem Tag geschuldet sein. Es war ein Erfolg für Dresden im Umgang mit der Erinnerung an seine Bombentoten.

Und auch wenn die Neonazis am Samstag, 18. Februar, wohl nicht wieder durch Dresden ziehen werden, lädt die AG 13. Februar alle Dresdnerinnen und Dresdner sowie die Gäste der Stadt trotzdem zu einer großen Kundgebung auf den Schlossplatz ein. Moderieren wird die Veranstaltung der Chefdramaturg des Staatsschauspiels Robert Koall. Hauptredner wird der ehemalige Bundespolitiker Dr. Hans-Jochen Vogel sein. Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr. Um 14.30 Uhr ist eine Demonstration rund um die Altstadt bis zur Dresdner Synagoge geplant.

http://13februar.dresden.de

Die Stadt Dresden zur Veranstaltung am 18. Februar: www.dresden.de/de/02/035/01/2012/02/pm_051.php


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