Die Proteste gegen die jährliche Gedenkveranstaltung zu Ehren
der Opfer alliierter Luftangriffe am 13. Februar auf dem Dresdner
Heidefriedhof sind durch die Versammlungsfreiheit geschützt. Dies
entschied das Bundesverfassungsgericht. In dem am Dienstag
veröffentlichten Beschluss gaben die Richter einem Kläger Recht,
der 2012 gegen das öffentliche Zeremoniell mit einem Transparent
protestiert hatte. Der Mann sollte wegen Verstoßes gegen die
Friedhofssatzung und Belästigung der Allgemeinheit 150 Euro Bußgeld
zahlen.
Die Karlsruher Richter bejahten, dass der Kläger an einer Versammlung teilgenommen hatte. Die Zusammenkunft hatte demzufolge den Zweck, gegen das Gedenken Stellung zu nehmen und mit einem Transparent gemeinsam Position gegen die Gedenkveranstaltung zu beziehen. Es habe es sich um einen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung gehandelt.
Das Dresdner Amtsgericht war davon ausgegangen, es habe sich bei
der Transparent-Aktion nicht um eine Versammlung im Sinne des
Grundgesetzes gehandelt, weil diese entgegen der Friedhofssatzung
nicht angemeldet gewesen sei. Diese Argumentation sei
verfassungsrechtlich nicht tragfähig.
„Abermals hat ein Bundesgericht die obrigkeitsstaatliche Auffassung
des Demonstrationsrechts, wie sie in Sachsen leider vorherrscht,
geradegerückt“, erklärt die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz
(Linke). „Erneut zeigt sich, dass der Protest gegen die extreme
Rechte und den Geschichtsrevisionismus nicht nur notwendig, sondern
legitim ist – gerade in Dresden.“
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:



Keine Kommentare bisher