Hoffenheim vs. Lok-Frauen 3:1 – „Wir hätten das Weiterkommen verdient“

Das Achtelfinale im DFB-Pokal hielt für die Fußballerinnen des 1.FC Lok gleich doppelten Schmerz bereit. Trotz einer starken Vorstellung beim Süd-Zweitligisten TSG Hoffenheim, mussten sich die Leipzigerinnen aus dem Wettbewerb verabschieden. Zudem hatte Lok zum zweiten Mal hintereinander den verletzungsbedingten Ausfall seiner Torhüterin zu beklagen.
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Noch nicht mal ganz eine Woche war es her, als Lok-Keeperin Sandra Schumann im Zweitligaspiel gegen Herford nach einem Zusammenprall in der 11. Minute K.O. ging und mit Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Das war der Sprung ins kalte Wasser für die 17-jährige Ersatztorhüterin Lisa-Maria Weinert, die nun auch in Hoffenheim den Leipziger Kasten hüten sollte. Das ging nur kurzzeitig gut. Es war ebenfalls die ominöse 11. Minute, als Weinert mit Birgit Prinz und Christin Janitzki kollidierte und sich dabei heftig am Mund verletzte. Ein Zahn wurde in Mitleidenschaft gezogen und die Ärzte flickten ihre aufgeplatzte Lippe mit elf (schon wieder die 11!) Stichen. Jetzt war es wieder an Sandra Schumann, zwischen die Pfosten zurückzukehren, auch wenn sie immer noch mit Nachwirkungen ihrer letztwöchigen Karambolage zu kämpfen hatte.

Die Mannschaft ließ sich nicht schocken, sondern antwortete im Laufe der ersten Halbzeit mit drei riesigen Chancen. Erst lief Marlene Ebermann – nach herrlich von Marie-Luise Herrmann durchgesteckten Ball – alleine auf das TSG-Tor zu. Doch statt Keeperin Preuß zu umkurven, zog Ebermann gleich ab, platzierte das Leder jedoch nicht richtig, so dass Preuß den halbhohen Schuss entschärfen konnte. Wenig später war es Herrmann selbst, der sich eine Einschussmöglichkeit bot. Keine vier Meter vor dem Tor hielt sie aus der Drehung drauf, doch traf genau die Hüterin. Und auch eine Chance von Gabriella Toth fand nicht den Weg in die Maschen, so dass sich beide Teams zur Halbzeit torlos in die Kabinen verabschiedeten.

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Lok präsentierte sich bis dahin als das bessere Team, das kurz nach Beginn der zweiten Hälfte jedoch für seine ausgelassenen Möglichkeiten bestraft wurde. Im Anschluss an eine Ecke kam die Hoffenheimerin Christine Schneider an das Spielgerät und staubte zur 1:0-Führung für die Gastgeberinnen ab. Gleich danach verhinderte Keeperin Schumann gegen Hartel sogar eine verfrühte Vorentscheidung. Doch auch von diesem Rückstand ließ sich Leipzig nicht aus dem Konzept bringen. Angelina Lübcke brachte den Ball sogar zum vermeintlichen Ausgleich im Tor unter. Der Treffer zählte jedoch nicht, da das Schiedsrichtergespann eine Abseitsstellung erkannt haben wollte.

Eine Viertelstunde vor dem Ende mussten die Gäste dann doch das bittere 2:0 schlucken. Torschützin in der 74. Minute war keine Geringere als die Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz. Diese war in diesem Jahr eigentlich zur TSG gekommen, um sportpsychologisch tätig zu werden. Dennoch besitzt sie für den Verein auch das Spielrecht, welches sie bisher allerdings nur in den Pokalspielen wahr nahm. Der Treffer gegen Lok war damit auch ihr erster im Hoffenheim-Trikot. Es spricht für die Leipzigerinnen, dass sie noch immer den Kopf nicht in den Rasen steckten. Fünf Minuten vor Ultimo setzte Anna Green einen Schuss an den Pfosten – Angelina Lübcke nahm den Abpraller in Empfang und traf zum Anschluss. Diesmal zählte ihr Treffer.

Der Ausgleich jedoch wollte in der Kürze der verbleibenden Zeit nicht mehr gelingen. Stattdessen machten die hellblauen Hoffenheimerinnen mit einem Konter – Eberhardt verwertete einen langen Ball von Zinner zum 3:1 – alles klar. Lok war damit zwar aus dem DFB-Pokal ausgeschieden, ihr Trainer Hendrik Rudolph zollte seinem Team dennoch Respekt. „Die Truppe hat sich ganz anders präsentiert als letzte Woche, war konzentriert, motiviert und taktisch diszipliniert. Sie hat ein großes Spiel gemacht und hätte das Weiterkommen auf jeden Fall verdient gehabt“. Nun geht der Blick wieder auf die Liga, wo es nächsten Sonntag zum schweren Auswärtsspiel nach Bremen geht. „Mit der Leistung von heute ist mir vor dem Spiel in Bremen nicht bange“, versprüht Rudolph Optimismus.
TSG 1899 Hoffenheim: Preuß – Weiss (56. Fühner), Giehl, Zinner, Pankratz – Breitner, Moser, Schneider, Stoller – Hartel (81. Eberhardt), Prinz. Trainer: Jürgen Ehrmann.
1. FC Lok Leipzig: Weinert (22. Schumann) – Janitzki, Schneider, Green, Freitag – Heller (80. Wagner), Herrmann – Lübcke, Toth (61. Pfretzschner), Szuh – Ebermann. Trainer: Hendrik Rudolph.

Torfolge: 1:0 Schneider (49.), 2:0 Prinz (74.), 2:1 Lübcke (85.), 3:1 Eberhardt (88.), Schiedsrichter: Franziska Haider (Roth), Gelbe Karten: Heller, Herrmann, Janitzki, Pfretzschner (alle Lok), Zuschauer: 250 im Ensinger Stadion, St. Leon-Rot.
1. FC Köln – SC Freiburg 0:1 (0:1)
TSG 1899 Hoffenheim – 1. FC Lok Leipzig 3:1 (0:0)
SC 07 Bad Neuenahr – Turbine Potsdam 0:1 (0:1)
TSV Crailsheim – Herforder SV (am 18.11.)
Werder Bremen – FF USV Jena (am 18.11.)
BV Cloppenburg – SC Sand (am 18.11.)
SV Meppen – FC Bayern München (am 18.11.)
FCR 2001 Duisburg – VfL Wolfsburg (am 18.11.)


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