Derby-Zeit in der der Frauen-Regionalliga. Die zweite Mannschaft des 1.FC Lok hatte gestern am Gontardweg den Aufsteiger Eintracht Süd (ELS) zu Gast. In einer knappen und teilweise verbissen geführten Partie hatten die Lok-Frauen am Ende die Nase vorn. Auf den Siegtreffer mussten sie jedoch bis zur 86. Minute warten. Durch den Sieg klettern die Blau-Gelben auf Platz 3 der Tabelle. Eintracht bleibt zunächst Sechster.

Immerhin 150 Zuschauer lockte das Leipziger Derby an den Gontardweg. Und nach nicht einmal zwei gespielten Minuten deutete die erste längere Behandlungspause an, dass hier nicht nur die Wiedersehensfreude ehemaliger Mannschaftskolleginnen vorherrschte. Lok begann druckvoller, hatte in der 8. Minute durch Ulrike Menzel die erste Kopfball-Chance. Zwei Minuten später dann die frühe Führung für die Probstheidaerinnen. Nach einer Ecke hatte Franziska Thieme abgezogen. Der Ball passierte zwar ELS-Hüterin Yvonne Scheil, konnte von Nadja Wadakur zunächst noch von der Linie geschlagen werden. Doch gegen den Nachschuss von Ulrike Beyer gab es keine Abwehrmöglichkeit mehr – 1:0 (10.).
Lok blieb das Team mit den klareren Chancen. In der 20. Minute fingerte Scheil einen Fernschuss gerade noch über die Querlatte, in der 35. touchierte ein hoher Ball von Elisabeth Hohmann das Torkreuz. Der nächste Treffer jedoch fiel auf der anderen Seite. Madlen Günnel war rechts bis zur Grundlinie durchgegangen und fand in der Mitte ihre Kapitänin Yvonne Starick. Diese fackelte nicht lange versenkte die Kugel im langen Eck – 1:1 (38.). Dieses Unentschieden schien nicht lange Bestand zu haben, denn schon vier Minuten danach zeigte Schiedsrichterin Hempel auf den Punkt. Beyer wurde im Strafraum von den Beinen geholt – Elfmeter für Lok (42.). Aber Keeperin Scheil ließ sich nicht überwinden, boxte den Schuss von Yvonne Rademacher zur Ecke. Somit blieb es zur Pause beim Unentschieden.

Die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte gehörten wieder Lok. Stephanie Winkler war per Konter über den halben Platz gelaufen, konnte durch Anni Tille und Yvonne Scheil im letzten Moment am kontrollierten Torschuss gehindert werden (49.). In der Folge ließen auch Beyer (55.) und Hohmann (56.) gute Chancen liegen. Das hätte sich fast umgehend gerächt, denn Eintracht läutete nun eine Druckphase. Einen harten Schuss in der 62. Minute musste Lok-Keeperin Gross prallen lassen und an einer Günnel-Eingabe von rechts segelte sie vorbei (68.). Eine Minute später dann die vielleicht größte ELS-Chance. Carolin-Sohpie Härling – in der letzten Saison noch für Lok zwischen den Pfosten – wurde von Uhlig bedient, überlupfte Keeperin Gross, doch auf der Linie klärte Hohmann (69.).

Die Partie weiterhin umkämpft und körperbetont, was dem Spielfluss wenig zuträglich war. Als sich alle schon auf ein Remis einzustellen schienen, klingelte es doch noch einmal. In der 86. Minute nickte Lok-Kapitänin Hohmann eine von Kessler getretene Ecke zum 2:1-Siegtreffer in die Maschen. In der Nachspielzeit hätte Kessler mit einem direkt Richtung Torwinkel hereingezirkelten Eckball, fast noch erhören können, doch Scheil war gerade noch dran. Am Ende siegte Lok knapp, aber keinesfalls unverdient und bleibt in der Tabelle am Berliner Führungsduo dran.
“Man kann ja einen Elfmeter verschießen, aber man darf sich nicht unterkriegen lassen”, so Yvonne Rademacher nach der Partie, “wir haben weitergekämpft und gewonnen – 3 Punkte, damit haben wir das erreicht, was wir uns vorgenommen haben.” Weniger glücklich war auf der anderen Seite Carolin-Sophie Härling. “Da wir in den letzten vier Spielen jeweils verloren haben, wollten wir jetzt endlich mal wieder gewinnen. Und dass das heute drin war, hat glaube ich jeder gesehen.”, ärgerte sich die ELS-Neuverpflichtung über die fünfte Niederlage des Aufsteiger in Folge. Durch den guten Saisonstart belegt die Eintracht aber noch immer einen komfortablen Platz im Tabellenmittelfeld.
1.FC Lok Leipzig II vs. SV Eintracht Leipzig-Süd 2:1 (1:1)

1.FC Lok II: Gross – Winkler (55. Straehler), Horn, Thieme, Menzel (55. Kessler), Rademacher, Oehler, Hohmann (C), Reichenbach (74. Gäbler), Beyer, Hädrich. Trainer: Frank Tresp.
Eintracht Süd: Scheil – Uhlig, Tille, Möckel (46. Schwalbe), Starick (C/ 82. Jahn), Jeremiasch, Heuser, Mehlig, Härling, Günnel, Wadakur. Trainer: Sebastian Popp/ Thomas Wedemann.

Torfolge: 1:0 Beyer (10.), 1:1 Starick (38.), 2:1 Hohmann (86.), Schiedsrichter: Josephine Hempel (Wermsdorf), Zuschauer: 150 am Gontardweg, Leipzig.
1.) LFC Berlin 1892 (10 Spiele/ 28 Punkte/ +18 Tore)
2.) 1.FC Union Berlin (10/ 25/ +23)
3.) 1.FC Lok Leipzig II (10/ 19/ +10)
4.) 1.FFC Fort. Dresden-Rähnitz (10/ 19/ +7)
5.) FC Erzgebirge Aue (9/ 16/ +3)
6.) SV Eintracht Leipzig-Süd (10/ 13/ +1)
7.) 1.FFV Erfurt (10/ 12/ -5)
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