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Nach Einsicht in die Belege: BSG Chemie zahlt weiter auf ein Drittkonto statt an die SG Leutzsch

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    Nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen hat die SG Leutzsch im Streit um die Betriebskostenabrechnung für 2011 nun der BSG Chemie umfangreiche Belege übersandt. Was nach einem Happy End klingt, führt nun jedoch zu weiteren Unstimmigkeiten. Vor allem in den Unterlagen. Die Chemiker zweifeln jetzt deren Richtigkeit an. Ein Blick in die Betriebskostenbelege zeigt mindestens eines: Die Leutzscher haben alles andere als sauber gearbeitet.

    Der Kraftstoffbedarf ist im Leutzscher Holz ausgesprochen hoch. Für ihre Maschinen hat die SG Leutzsch in der zweiten Jahreshälfte 2011 rund 3.400 Euro an der Tankstelle ausgegeben Ein Blick in die Ende Februar vorgelegten Unterlagen erhärtet jetzt den Verdacht. Offenbar haben die Grün-Weißen mit ihrem Maschinenpark halbe Weltreisen unternommen. Denn Kraftstoff erwarb der Verein nicht nur in Leutzsch, sondern auch in Gohlis, in Marienbrunn oder im Zentrum. Einmal reisten die Verantwortlichen zum Tanken sogar nach Ebersbach (Landkreis Meißen).
    Hofften sie, dass das Benzin kurz vor der tschechischen Grenze billiger ist? Oder wurde hier schlicht eine Dienstfahrt für Vereinszwecke abgerechnet? Zumindest die Menge des getankten Kraftstoffs lässt vielfach darauf schließen, dass nicht nur der Kanister für den Rasenmäher betankt wurde. Das Gefährt besitzt zudem keine Straßenzulassung. Was die Nahvollziehbarkeit der Kosten für die BSG Chemie zudem erschwert: Viele Belege sind nicht zu entziffern.

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    „Nach eingehender Prüfung durch die Kontrollgremien der BSG Chemie Leipzig, deren Rechtsbeistand sowie einer weiteren, neutralen Prüfungsinstanz, mussten erhebliche Ungereimtheiten und fehlerhafte Belegführung konstatiert werden“, teilten die Chemiker am Freitag, den 8. März mit. „Die von der SG Leipzig Leutzsch eingeforderten, zusätzlichen Nachzahlungen sowie die gekürzten bzw. einbehaltenen Pauschalzahlungen entbehren demnach in Größenordnung weiterhin nachvollziehbaren Grundlagen.“

    Der Chemie-Vorstand hat daher entschieden, auch weiterhin seine Zahlungen an die SG Leutzsch nebst Verzugszinsen auf ein treuhänderisches Drittkonto zu leisten. Darüber hinaus prüft der Verein weitere rechtliche Schritte. Sollte die SG Leutzsch nicht alle Forderungen belegen können, drohen Ermittlungen wegen Betrugs. Der Schaden soll sich mittlerweile auf einen fünfstelligen Betrag belaufen. Vorstandssprecher Jamal Engel war am Vormittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Kleiner Lichtblick für den Zustand des Alfred-Kunze-Sportparks: Die Arbeiten am Wildschweinzaun haben begonnen.

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