SC DHfK vs. Saarlouis 29:25 – Lohn der späten Leidenschaft

Mit einer erneuten Energie-Leistung hat der SC DHfK den nächsten Heimsieg eingefahren. Gegen die HG Saarlouis gewannen die Grünweißen nach schlechter erster Halbzeit am Ende noch mit 29:25 (11:15). Für die Wende sorgte vor 1.178 Zuschauern ein 2,05 Meter Koloss aus Rumänien.

Und plötzlich war alles ganz anders: Als Cristian Telehuz zu Beginn der zweiten Halbzeit seine Rückkehr auf die Platte der Ernst-Grube-Halle beging, änderte sich das Spiel des SC DHfK im Heimspiel gegen Saarlouis schlagartig. Keine offene Mitte mehr, höhere Körperspannung, mehr Leidenschaft. Nichts war mehr zu sehen vom fast schon emotionslosen und unkonzentrierten Auftritt zu Beginn. Mit seiner Masse und mit Kapitän Thomas Oehlrich machte Telehuz die Mitte zu, zwang die Gäste zum Umdenken. Sie hatten in der ersten Halbzeit vor allem durch Kreisläufer Ingars Dude und Spielgestalter Daniel Grgic einen Vorsprung herausgeballert. Ehe sie aber ein Mittel gegen die massierte Deckung gefunden hatten, hatte der SC DHfK ausgeglichen.

Nach einem 11:14-Pausenrückstand kippte das Spiel in den ersten elf Minuten von Hälfte zwei. Nach 7:3-Toren waren die Gastgeber wieder auf Tuchfühlung (18:18/ 41.) und gingen nach 45 Minuten das erste Mal seit der 6. Minute wieder in Front (22:21/ 45.). Ausgerechnet Streitenberger traf zur wichtigen Führung. Die Ein-Mann-Abwehr-Vorhut agierte die erste Halbzeit unglücklich, verwarf unter anderem zwei Siebenmeter. „Wir fanden anfangs keine Bindung zum Spiel und gewannen kaum einen Zweikampf“, so hinterher sein Urteil, das man uneingeschränkt so stehen lassen muss. Sein Trainer Uwe Jungandreas sprach anschließend sogar von einem „aufgescheuchten Hühnerhaufen“ der sich da dem Tabellen-Dreizehnten entgegenstellte.
Nach einer ausgeglichen Anfangsphase hatte sich Saarlouis, zuletzt drei Niederlagen in Folge, so Stück für Stück absetzen können. Die Gäste wirkten lockerer als die Gastgeber, die kurzfristig auf Rechtsaußen René Boese verzichten mussten. Der beste Schütze des Jungandreas-Teams war erkrankt, Maik Wolf lief nach einem dreiviertel Jahr mal wieder in der ersten Sieben auf. „Ich habe es vor dem Spiel in der Kabine erfahren und war recht nervös, aber dank der Zuschauer verflog die Nervosität recht schnell“, so Wolf, der in der Anfangsphase erst ausglich und dann die Führung markierte (3:2/ 6.). Doch gerade über seine Defensivseite fingen sich die Gastgeber anfangs einige Treffer ein. „Es ist einfach schwer, nach einem dreiviertel Jahr die Bindung zum Spiel zu finden“, erklärte Wolf im Anschluss an das Heimspiel ehrlich, „umso glücklicher bin ich, dass wir am Ende noch gewonnen haben.“

Neben der Erscheinung Telehuz hatte das in der Offensive ganz erheblich damit zu tun, dass in der zweiten Halbzeit auch die Leistungsträger ins Spiel fanden. Philipp Seitle, der zu Beginn ähnlich unglücklich wie Streitenberger agierte, gelangen nun zahlreiche wichtige Tore und einige gute Anspiele, vornehmlich auf Thomas Oehlrich. Zudem übernahm Steve Baumgärtel bei den Siebenmetern Verantwortung und nagelte alle vier, die er ausführte, ins Tor, Eric Jacob sorgte schon vor der Halbzeit für Belebung. Und als es wieder lief, glänzte auch wieder Michael Galia, der in der stärksten Phase der Gäste und der schwächsten der Gastgeber – Mitte der ersten Halbzeit (4:9/ 17.) – bei einigen Angriffen gegen die freien Würfe chancenlos war und kaum einen Ball zu fassen bekam.
Die zweite Halbzeit war dafür auch die von Galia. Zu Beginn entschärfte er gleich drei Würfe der Gäste und trug damit seinen Teil zur Aufholjagd bei, deren Ergebnis er in der Schlussphase mit weiteren Paraden sicherte. Einzig Daniel Fontaine, der beste Werfer (9 Tore) der HG Saarlouis, konnte ihn noch oft überlisten. Aber nachdem die Mitte dank Telehuz dicht war, war Fontaine fast der einzige, der sich in der Offensive gegen die Niederlage stemmte – stemmen konnte. „Nach der Pause haben wir die Zweikämpfe angenommen, besser zusammengestanden und uns letztendlich reingekämpft“, so Uli Streitenberger über das Erfolgsgeheimnis. Cristian Telehuz gab sich dagegen lakonisch: „Wir mussten alles besser machen und wir haben alles besser gemacht.“

Durch den zehnten Heimsieg der Saison haben die Grünweißen auch die Tabelle aus ihrer Sicht besser gemacht. Sie rangieren nun auf Platz vier. Das Aufstiegsrennen bleibt dadurch weiter spannend.
SC DHfK Leipzig: Galia, Schulz – Dietzmann, Streitenberger (3), Baumgärtel (7/4), Wagner, Riehn, Seitle (7), Wolf (3), Jacob (6), Binder, Müller, Oehlrich (3)
HG Saarlouis: Peveling, Jonczyk – Holzner (6), Fontaine (9), Leist, Krings, Janiszeski (1), Dude (4), Fetser (1), Lohrbach, Grgic (2), Julevecourt (2)
1 TSV GWD Minden 27 Spiele/ 40 Punkte/ +125 Tore
2 TUSEM Essen 28/ 37/ +48
3 HC Erlangen 28/ 36/ +55
4 SC DHfK Leipzig 28/ 34/ +17
5 TV 1893 Neuhausen 28/ 33/ +33
6 TV Emsdetten 27/ 32/ +22
7 SG BBM Bietigheim 28/ 31/ -1
(…)


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