HC Leipzig: Demut statt Party zum Saisonabschluss

Der Stachel der verpassten Titelchancen sitzt noch tief beim HCL. Dem gestrigen offiziellen Saisonabschluss wurde deshalb die Vokabel Feier entzogen - der Verein lud seine Freunde und Unterstützer zum bodenständigen Grillabend in die Arena. Im Mittelpunkt stand die Verabschiedung der Spielerinnen, die künftig nicht mehr für Leipzig auflaufen werden.
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„Wir wollen ein bisschen Demut zeigen und in uns gehen“, begründete Manager Kay-Sven Hähner den – im Vergleich zu den rauschenden Varieté-Abenden der letzten Jahre – eher bescheidenen Rahmen der Veranstaltung. Die Situation böte die Möglichkeit „viele Dinge umzukrempeln“, so Hähner, der ein ganz klares Ziel ausgab: „Wir wollen im nächsten Jahr wieder richtig angreifen!“. Das will auch Trainer Stefan Madsen, der dafür mit seiner Mannschaft „jeden Tag ganz hart arbeiten“ wird. Eine gründliche Analyse habe man betrieben und „ganz viel ausgewertet“. Nun sollen die positiven Erkenntnisse in die neue Saison mitgenommen werden. „Wir sind eine tolle Mannschaft, mit uns muss man rechnen!“, sorgte der Coach schon wieder für optimistische Töne.
Fünf Spielerinnen werden bei der großen Wiedergutmachung nicht mehr dabei sein. Der Verein verabschiedete sich von Mette Ommundsen, Louise Lyksborg, Rannveig Haugen, Ania Rösler und Loraine Hellriegel – letztere konnte aufgrund einer Operation nicht persönlich erscheinen. Für Mette Ommundsen war es nicht die erste Verabschiedung vom HC Leipzig. Eigentlich sollte schon zweimal Schluss sein, aber sie wurde immer wieder gebraucht. „Wir sehen uns im Oktober wieder“, scherzte sie deshalb – und fügte nach einer kurzen Pause noch ein „Nicht!“ an. Dass die 35-Jährige doch noch einmal überraschend das gelbe Trikot überstreifen wird, gilt als ausgeschlossen. Erst kürzlich hat sie sich eine Verletzung am rechten Arm zugezogen, trug diesen am Verabschiedungsabend in einer Schiene. Dennoch bleibt die Lebensgefährtin von Heine Jensen in Leipzig wohnen und wird als Techniktrainerin ihre Erfahrungen als Außenspielerin an die HCL-Talente weitergeben.

Ommundsens Landsfrau Rannveig Haugen zieht es hingegen wieder zurück nach Norwegen. Dort wird sie in Oslo in der 1. Liga weiter Handball spielen. „Ich nehme viele gute Dinge mit. Der HC Leipzig ist ein sehr guter Verein, wie man ihn sonst kaum findet“, sagte die 28-Jährige gegenüber L-IZ.de und erinnert sich gern an „die geilen Spiele, die wir hier in der Arena hatten“. Sie freue sich nun aber darauf, wieder in Norwegen zu wohnen und in der Nähe ihrer Familie und Freunde sein zu können. So geht es auch Louise Lyksborg, die nach Dänemark zurückkehrt und sich dort dem europäischen Spitzenverein Viborg HK anschließt.
Und schließlich kehrt auch Ania Rösler nach Hause zurück. „Ich werde jetzt zurück in meine Heimat nach Bietigheim gehen, wo ich mir einen Traum erfüllen werde, weil ich dort wieder mit meiner Schwester zusammenspielen kann. Außerdem bin ich nach zehn Jahren wieder im Kreise meiner Familie“, so die 30-Jährige. Mit Schwester Milena peilt sie den Aufstieg der SG BBM Bissingen in die 1. Handball-Bundesliga an. „Ich hoffe, dass ich dieser jungen Mannschaft mit meiner Erfahrung weiterhelfen kann.“ Beruflich wird sich Ania Rösler jedoch auf den Bereich Medien konzentrieren, den sie während ihrer Zeit in Leipzig für sich entdeckt hat.

Am heutigen Dienstag lädt die HCL-Mannschaft ab 18:00 Uhr alle ihre Fans zum Sommerfest an die Arena ein. Dieses haben die Spielerinnen eigenverantwortlich organisiert. Unter anderem erhalten die Gewinner der HCL-Trikotauktion ihr Stücke persönlich ausgehändigt.


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