SC DHfK vs. Saarlouis 23:24 – „23 Tore zu Hause sind lächerlich!“

Einen bitteren Handball-Abend erlebte der SC DHfK am Sonntag in der heimischen Arena. Gegen die HG Saarlouis kamen die Leipziger nie richtig ins Spiel, versiebten reihenweise Möglichkeiten und schenkten in einer dramatischen Schlussphase eine 2-Tore-Führung her. Zudem sah Alexander Feld wegen einer rüden Notbremse die rote Karte und ist nun für zwei Spiele gesperrt.
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Fassungslose Stille in der Leipziger Arena. Nur die in gelb-schwarz gekleideten Gäste sind völlig aus dem Häuschen, liegen sich in den Armen, hüpfen ausgelassen umher, singen: „Auswärtssieg!“. Die Handballer des SC DHfK hingegen sitzen stumm auf ihrer Bank, starren ins Leere, schütteln immer wieder die Köpfe, müssen erst verarbeiten, dass ihnen gerade eben innerhalb weniger Sekunden der sicher geglaubte Sieg doch noch entrissen wurde.
Dabei schien René Boese mit seinem verwandelten Siebenmeter zum 23:21 das Tor zum Glück endgültig aufgestoßen zu haben, denn auf der Uhr verblieben nur noch 141 Sekunden Spielzeit. Doch selbst diese Tatsache konnte den Leipzigern scheinbar keine Ruhe und Sicherheit liefern, denn viel zu schnell landete der Ball nun immer wieder beim Gegner, der sich mit zwei Toren durch Dude (23:22/ noch 83 Sekunden) und Suton (23:23/ noch 24 Sekunden) „bedankte“. Die Grün-Weißen jetzt völlig von der Rolle, Coach Uwe Jungandreas reagierte mit einer letzten Auszeit (noch 16 Sekunden), wollte wieder Ordnung in die Truppe bringen und den Ballbesitz in ein finales Siegtor ummünzen. Doch der Plan ging schief. Alexander Feld leistete sich ein Fehlabspiel, der Saarlouiser Grgic schnappte sich den Ball, lief alleine auf das Tor zu. Im letzten Moment riss Feld ihn rabiat zu Boden, kassierte den roten Karton und muss nun die nächsten beiden Spiele als Zuschauer verbringen. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Holzner zum 23:24, und das Spiel war gelaufen.

„In meinen Augen haben wir das Spiel schon in den ersten 20 Minuten verloren.“, ärgerte sich DHfK-Trainer Uwe Jungandreas hinterher. Er hatte in dieser Zeit 6 vergebene klare Torchancen und 8 technische Regelfehler seines Teams gezählt. Dieses hatte von Anfang an seine liebe Mühe mit dem unbequemen Gegner aus dem Saarland und auch mit sich selbst. Hauptproblem: Das Erzielen von Toren. Ganze 9 Treffer glückten den Gastgebern in der ersten Halbzeit, die dermaßen ausgeglichen war, dass vom 1:1 bis zum 9:9 sämtliche Unentschieden mitgenommen wurden. Und dennoch: In die Pause mussten die Leipziger mit einem 9:10-Rückstand gehen.
Die Momente des Verschnaufens hatten den DHfK-Männern offenbar gut getan. Denn spornstreichs legten Baumgärtel, Boese und Prokopec eine Dreier-Miniserie auf’s Parkett, die das Blatt zum 12:10 (33.) wendete. Mit zwei Toren hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt noch keines der beiden Teams absetzen können. Entsprechend sorgte Saarlouis für eine Korrektur, glich zunächst zum 12:12 (36.) und danach zum 13:13 (38.) aus. Es folgte aber keine Fortsetzung der Remis-Serie aus Halbzeit Eins, denn der SC DHfK holte sich das Zwei-Tore-Plus zurück (15:13/ 42.) und konnte es bis in die Schlussphase hinein verteidigen (23:12/ 58.). Was dann jedoch folgte, ist bekannt…

„Ich weiß gar nicht, wie wir so ein Spiel verlieren können!“, war Steve Baumgärtel ratlos. Wie sein Trainer, wollte auch er die Schlappe nicht an der letzten Minute festmachen. „Wir haben es einfach nicht geschafft, konzentriert zu spielen, haben vor allem in der ersten Halbzeit viel zu viele Fehlwürfe gemacht.“ Genau daran wird das Team vor dem nächsten Spiel feilen müssen, denn: „23 Tore zu Hause sind lächerlich!“, so Baumgärtel.
SC DHfK Leipzig vs. HG Saarlouis 23:24 (9:10)

SC DHfK: Galia, Pulay – Müller (1), Dietzmann, Emanuel (1), Streitenberger (1), Baumgärtel (2), Binder (1), Boese (8/4), Riehn, Prokopec (5), Telehuz, Feld (3), Göde (1). Trainer: Uwe Jungandreas.
HG Saarlouis: Milosevic, Jonczyk, Krings, Fontaine (6), Fischer, Leist, Janiszewski (1), Dude (3), Kessler (1), Fetser (1), Grgic (8/4), Holzner (1/1), Suton (3), Czertowicz. Trainer: Goran Suton.

Schiedsrichter:
Tolga Karamuk/ Nikos Seliger. Siebenmeter: SC DHfK 4/4 (Boese 4/4), Saarlouis 6/5 (Grgic 4/4, Fetser 1/0, Holzner 1/1), Zwei-Minuten-Strafen: SC DHfK 4x (Baumgärtel, Binder, Prokopec, Feld), Saarlouis 7x (Czertowicz 2x, Fischer, Kessler, Fetser, Grgic, Suton), Platzverweis: Feld (DHfK/ Notbremse/ 60.). Zuschauer: 1.731 in der Arena Leipzig.
1. Bergischer HC (12 Spiele/ 22 Punkte/ +79 Tore)
:
6. TV Bittenfeld (12/ 15/ -3)
7. Ludwigshafen-Friesenheim (12/ 14/ +26)
8. SG BBM Bietigheim (13/ 14/ +17)
9. SC DHfK Leipzig (12/ 12/ -18)
10. VfL Bad Schwartau (12/ 11/ +7)
11. HC Erlangen (12/ 11/ -8)
12. Eintracht Hildesheim (12/ 10/ -7)
:

Nächstes Spiel:
VfL Bad Schwartau vs. SC DHfK Leipzig
am Samstag, 1. Dezember um 19:00 Uhr.


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