Wolfskinder werden deutsche Kinder aus Ostpreußen genannt, die am Ende des Zweiten Weltkriegs auf sich allein gestellt waren. Viele von ihnen fanden Zuflucht bei litauischen Bauern obwohl jede Unterstützung Deutscher hart bestraft wurde. Den litauischen Bauern konnte ihr Betrieb weggenommen werden und ihnen drohte Zwangsarbeit in Sibirien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen russisch – litauische Behörden von 5000 Wolfskindern aus. Die Dunkelziffer soll sehr viel höher sein. Viele Wolfskinder erhielten litauische Namen und wurden von Bauern adoptiert. Dadurch entgingen sie zwar dem Hungertod, verloren aber, weil es verboten war Deutsch zu sprechen, ihre deutschen Sprachkenntnisse und damit eine wesentliche Grundlage, ihre Familien zu suchen.

Dies erschwerte die Arbeit für den Suchdienst vom Deutschen Roten Kreuz nach Angehörigen. Aufgrund der frühen Mangelernährung, der körperlichen Belastung und weil sie sich meistens nicht mit anderen über ihre Erlebnisse austauschen konnten, war ihr Leben sehr schwer.

Viele der über 3500 Wolfskinder, die 1951 aus Litauen nach Sachsen zurückgeführt worden waren, mussten in Pflegefamilien oder Kinderheimen untergebracht werden. In Sachsen gab es relativ viele Wolfskinder.

Die Wanderausstellung wurde vom Wolfskinder – Geschichtsverein mit Sitz in Berlin konzipiert, vom DRK unterstützt und vom Sächsischen Staatsministerium des Inneren finanziert und wird im BSZ Wurzen im Rahmen des Schülerbegegnungsprojekts Auschwitz gezeigt. Mit dieser Projektarbeit begann die Lehrerin und Projektleiterin Frau Hertel vor über 20 Jahren.

Die Teilnehmer werden im historischen Teil für Menschenrechtsverletzungen sensibilisiert und im gegenwartsbezogenen zum Eintreten für Menschenrechte heute bestärkt. Die erste Schülerbegegnung findet im Mai 2022 in Litauen statt und die zweite im September in Deutschland. In der ersten geht es um die Wolfskinder. Dazu sind auch Zeitzeugengespräche geplant und in der zweiten um junge geflüchtete Menschen heute.

Das Projekt wird von der Europäischen Kommission als Erasmus+ Projekt im Programm Jugend in Aktion und vom Verein West-Östliche Begegnungen unterstützt. Die Wanderausstellung und das Schülerbegegnungsprojekt des BSZ Wurzen setzen sich mit dem Schicksal der Wolfskinder auch deshalb auseinander, damit Interesse geweckt wird für die Schicksale junger Menschen heute, die durch Krieg und andere Katastrophen von ihren Familien getrennt wurden.

Eröffnung: Die Wanderausstellung „Wolfskinder in Sachsen. Eine Spurensuche“ wird am 22.03.2022 um 10 Uhr im Beruflichen Schulzentrum Wurzen eröffnet und ist dort bis zum 13.05.2022 allen Schulen und Interessierten im Foyer im Stammhaus in der Straße des Friedens 12 zugänglich. Aus organisatorischen Gründen ist die Anmeldung im Sekretariat des BSZ Wurzen erforderlich: 03425 856960

Terminhinweis: Am Samstag den 26.03.2022 informiert das BSZ Wurzen über die Ausbildungsangebote in der

  • schulischen Vollzeit wie die Fachoberschule, Sozialassistent, Krankenpflegehelfer und zur Berufsvorbereitung sowie zur 
  • Dualen Ausbildung in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau und Floristik

Mit einem Pfad der Sinne, einer Präsentation der Pflege und Betreuung von Babys, Computertechnik und Pflanzenquiz beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv am Tag der offenen Tür. Über alle Ausbildungsberufe sind Gespräche mit Lehrern und Schülern möglich.

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