Der Februar im Schauspiel Leipzig

Die Spielstätte Residenz des Schauspiel Leipzig ist zu einem Modellprojekt für die Kooperation von Freier Szene und Stadttheater geworden. Im Februar werden sich dort die Künstlerin Antonia Baehr, die aktuell die Bertolt Brecht Gastprofessur der Stadt Leipzig innehat, und die Künstlerin Lucile Desamory in einem gemeinsamen Projekt den existenziellen Fragen des Theaters widmen.

Der Jugendclub „Sorry,eh!“ wiederum beleuchtet in der Diskothek die nicht weniger existenziellen Fragen eines Teenagerdaseins und kooperiert dazu mit Schauspielern des Ensembles. Zudem steht ein Kleist-Gastspiel mit herausragender Besetzung auf dem Spielplan!

Regisseur Johan Simons hat für die Salzburger Festspiele Kleists berühmtes Drama „Penthesilea“ mit Sandra Hüller als Penthesilea und Jens Harzer als Achilles inszeniert. Beide wurden erst vor Kurzem für ihre schauspielerischen Leistungen mit besonderen Auszeichnungen versehen: Jens Harzer ist seit diesem Jahr Träger des Iffland-Rings, Sandra Hüller erhält im März 2020 den Gertrud-Eysoldt-Ring. „Penthesilea“ ist eine Koproduktion des Schauspielhaus Bochum mit den Salzburger Festspielen und wird am 8.2. um 19.30 Uhr auf der Großen Bühne des Schauspiel Leipzig zu sehen sein.

Als Artists in Residence der Spielstätte Residenz untersuchen Lucile Desamory und Antonia Baehr in ihrem Projekt „Die besondere Perücke“ die Illusionstechniken des Theaters und zeigen die Magie des Unsichtbaren. Sie konsultieren Theaterlehrbücher und führen die darin gefundenen Übungen mit Hingabe aus. Sie malen die Porträts der Arbeiterinnen in den Theaterwerkstätten in Öl und besingen die Gemälde. Sie suchen und fragen nach dem Jenseits des Theaters — und sie erhalten nicht immer eine Antwort. Die Premiere findet am 1.2. um 20 Uhr in der Residenz statt.

Simon Stephens’ Stück „Morning“ widmet sich dem Teenagerdasein in einer ruhigen Vorstadt: Die Mutter krank, der kleine Bruder nervig, die beste Freundin zieht weg — Stephanies Leben könnte gerade besser laufen. Was sie innerlich zum Kochen bringt, dringt in stichelnden Provokationen an die Oberfläche. Aber die Außenwelt reagiert kaum. Bis der Teenager eine Grenze überschreitet, die kein Welpenschutz verzeiht … Am 21.2. um 20 Uhr feiert „Morning“ (R: Yves Hinrichs) in der Diskothek Premiere.

Nach der Premiere von „Morning“ bringt die Leipziger Garage-Punk-Band LASSIE ab 22.30 Uhr die Diskothek zum Tanzen. Der Eintritt ist frei!

Am 13.2. erfährt die Inszenierung „Der nackte Wahnsinn“ (R: Enrico Lübbe) eine Wiederaufnahme. Hierin verheddert sich eine Tourneetheater-Truppe in den Proben zu einem neuen Stück, und am Ende liegen die Handlung, das Bühnenbild und die Beziehungen der Spieler in Trümmern. Ein rasanter Komödienklassiker, und zugleich eine Liebeserklärung an das Theater.

Die Produktion „Prinzessin Hamlet“ (R: Lucia Bihler) findet sich ab dem 4.2. um 20 Uhr wieder auf dem Spielplan der Diskothek. Im Werk der finnischen Autorin E. L. Karhu steht Kronerbin Prinzessin Hamlet kurz vor ihrem 29. Geburtstag. In den Strukturen gefangen funktioniert sie. Doch bevor sie auf den Seiten der Geschichtsbücher verblasst, will sie ein letztes, existentielles Zeichen setzen. Regisseurin Lucia Bihler schuf in ihrer Inszenierung einen hochverdichteten Abend über Ikonografien des Erfolgs und des Drucks in einer Gesellschaft.

Zum letzten Mal wird am 2.2. um 19.30 Uhr „Die Hermannsschlacht“ (R: Dušan David Pařízek) gezeigt. In Kleists streitbarstem Werk hetzt Cheruskerfürst Hermann die Bevölkerung auf und instrumentalisiert seine Familie, um die römischen Truppen in einen Hinterhalt zu locken — in der Schlacht glänzt er jedoch durch Abwesenheit.

Am 14.2. um 19.30 Uhr gibt es zum letzten Mal die Gelegenheit, die Doppelbefragung „Jeder stirbt für sich allein / Die Leipziger Meuten“ (R: Armin Petras) zu sehen – eine Geschichte um die Suche zweier Generationen nach Autonomie innerhalb eines faschistischen Systems.

Am 26. Februar um 18 Uhr gibt eine Öffentliche Probe Einblick in den Probenstand zur Inszenierung „Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow. Das Stück in der Regie von Claudia Bauer feiert am 7.3. um 19.30 Uhr auf der Großen Bühne Premiere. Der Eintritt zur Öffentlichen Probe ist frei.

Weitere Informationen zum Spielplan finden Sie hier

MelderTheater
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wenn die Grüne Liga eine Pressemitteilung von 2019 noch einmal verschickt: Statt Dürre-Jammerei Wasser in der Landschaft halten
Abgeerntetes Feld bei Wiederau. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

KommentarAll das, was wir derzeit mit immer mehr Hitzetagen, Dürre, vertrockneten Stadtbäumen, vertrockneten Wäldern erleben, war zu erwarten. Seit Jahren schon. Nichts anderes haben die Klimamodelle der Meteorologen seit 30 Jahren als wahrscheinliches Szenario beschrieben. Auch die Modellierungen des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie haben nichts anderes vorausgesagt. Aber die sächsische Politik hat nicht reagiert. Immer noch dominiert das alte, bequeme Denken, das alle Veränderungen ausbremst.
Leichenfund im Clara-Zetkin-Park: Polizei veröffentlicht Bild des Toten und bittet um Mithilfe + Update Identifizierung
Der abgesperrte Fundort der Leiche am Donnerstag. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Nach dem Fund einer Leiche im Inselteich des Clara-Zetkin-Parks am Donnerstag steht fest, dass es sich bei dem Toten um einen älteren Mann handelt und er gewaltsam zu Tode kam. Zur Klärung seiner Identität bittet die Leipziger Polizei nun die Öffentlichkeit um Unterstützung und hat ein Foto mit Beschreibung äußerer Merkmale des Mannes veröffentlicht.
Forschungsverbund sucht Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Heimen und Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR
Weggesperrt aus der Welt. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle Leser„Mich kriegt nichts mehr klein.“ Frau Kastrati sagt das mit fester Stimme. Das ist nicht selbstverständlich. Sie war mehrere Jahre in einem Kinderheim und einem Jugendwerkhof in der ehemaligen DDR untergebracht. Sie hat erlebt, unterdrückt zu werden und in rigiden Regeln und Strukturen zu leben, in denen die eigenen Bedürfnisse wenig bis gar keinen Raum hatten. Viele Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, kennen den Satz „Wenn du nicht brav bist, kommst du nach Torgau.“
Zum Teil in Leipzig, zum größten Teil digital: Attac beteiligt sich am Kongress „Zukunft für alle“
Das war mal ein Teich. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserDie Corona-Pandemie hat ziemlich schonungslos offengelegt, wo unsere entfesselte und globalisierte Wirtschaft ihre Grenzen hat, wo sie unsere Lebensgrundlagen zerstört und wo sie sogar unsere Fähigkeit, auf Pandemien zu reagieren, unterhöhlt. Mal ganz davon zu schweigen, wie sehr die entfesselte Konsumwirtschaft die Ursache für die massive Klimaerhitzung und die Zerstörung unserer Umwelt ist. Ein Kongress in Leipzig sollte das schon lange vor Corona thematisieren. Der findet nun vorwiegend online statt.
Veränderter Lehrbetrieb durch Corona ist auch für viele Student/-innen der Uni Leipzig eine extreme Belastung
Was die Student/-innen der Uni Leipzg als belastend empfinden. Grafik: StuRA der Uni Leipzig

Grafik: StuRA der Uni Leipzig

Für alle LeserCorona zwingt in allen Bereichen zum Umdenken, auch an den sächsischen Hochschulen. Denn auch die waren nicht wirklich darauf vorbereitet, dass ein Coronavirus den klassischen Hochschulbetrieb mit Massenvorlesungen, Seminaren und anderen Präsenzveranstaltungen völlig aushebeln würde. Früher, als es nicht einmal das Internet gab, hätte so eine Pandemie den Hochschulbetrieb völlig zum Erliegen gebracht. Aber auch heute ruckelt und rumpelt es noch, wie der StuRa der Uni Leipzig feststellt.
Eutritzscher Freiladebahnhof: CDU kritisiert Stadtplaner, Grüne pochen auf Stadtratsbeschlüsse
Große Pläne am Eutritzscher Freiladebahnhof. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm 10. Juli meldete das Stadtplanungsamt der Stadt Leipzig noch: „Eutritzscher Freiladebahnhof: Verhandlungen mit Investor sind auf einem guten Weg“. Aber mittlerweile berichtet die LVZ über einen möglichen weiteren Verkauf des Gelände des ehemaligen Eutritzscher Freiladebahnhofs, nachdem die CG Gruppe im letzten Jahr das Gelände erst an die Leipzig 416 GmbH (bzw. IMFARR) verkauft hatte.
Montag, der 10. August 2020: Der sechste S-Mann in Folge
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Foto: Photothek, Thomas Koehler

Foto: Photothek, Thomas Koehler

Für alle Leser/-innenOlaf Scholz soll Kanzlerkandidat der SPD werden. Nachwendekinder müssen also wohl weitere vier Jahre auf einen SPD-Kanzlerkandidaten ohne Anfangs-S im Nachnamen warten, alle anderen zudem auf eine Frau als Kandidatin. Außerdem: Die sächsische Polizei hat sich rechtswidrig Gesundheitsdaten von Corona-Betroffenen besorgt und die rechten Demos an der B96 sorgen weiter für Ärger. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 10. August 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Mordversuch aus Verzweiflung: Entgeht 81-jährige Seniorin der Gefängniszelle?
Bleibt ihr das Gefängnis erspart? Erika S. (heute 81) im August 2019 mit ihrem Verteidiger Hagen Karisch am Landgericht. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserErika S., heute 81, hatte 2018 versucht, sich und ihren Ehemann mit Tabletten umzubringen – eine Verzweiflungstat, denn die Seniorin fühlte sich mit der jahrelangen Pflege des schwer Demenzkranken überfordert. Das Landgericht verurteilte sie wegen versuchten Mordes zu einer Haftstrafe. Diesen Donnerstag wird der Fall noch einmal neu verhandelt. Muss die Rentnerin tatsächlich hinter Gitter?
Am 21. August im der Apostelkirche Großzschocher: Musik für Harfe und Gitarre mit dem Duo „Corde Celesti“

Foto: PR

Das Duo „Corde Celesti“ ist eines der wenigen Duos, die sich der Musik für Harfe und Gitarre verschrieben haben. Am Freitag, dem 21. August 2020, 19 Uhr, ist das Duo in der Apostelkirche Großzschocher, Dieskau-/Ecke Huttenstraße, zu erleben. Unter dem Programmtitel „Sommerregen“ erzählen Christiane Werner (Harfe) und Albrecht Bunk (Gitarre) von Regentropfen am Fenster, von wundersamen Mythen und lassen neue Eigenarrangements von Bach, Sibelius und Couperin neben Originalwerken von Zeitgenossen erklingen.
Planungsdezernat legt noch zwei sinnvolle Ideen für die Georg-Schwarz-Brücken vor
Die untersuchten Varianten für eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von Leutzsch nach Böhlitz-Ehrenberg. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserEs wird das Mega-Bauprojekt, das den Leipziger Westen von 2024 bis 2030 in Atem halten wird: der Neubau der Georg-Schwarz-Brücken. Und während Autofahrer und die Ersatzbusse der LVB riesige Umwege werden fahren müssen in dieser Zeit, hat sich das Leipziger Baudezernat durchaus mit der Frage beschäftigt: Was wird eigentlich mit Fußgängern und Radfahrern? Die kann man doch nicht genauso weit in die Pusta schicken? Diesmal dachte das Planungsdezernat sogar noch ein bisschen weiter: Was wird in der Zeit danach?
Am Ostufer des Cospudener Sees wird am Dienstag der erste Wasserwanderrastplatz eingeweiht
Der Kiosk des neuen Rastplatzes am Cospudener See. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Dienstag, 11. August, ist es so weit. Dann wird der erste im Neuseenland geplante Wasserwanderrastplatz offiziell eingeweiht. Er liegt am Cospudener See auf Markkleeberger Seite, direkt am Rundweg des Sees in Höhe des Markkleeberger Gymnasiums „Rudolf-Hildebrand-Schule“. Gebaut wurde hier seit Februar 2019.
Sturm auf die Bastei: Leipziger Impro-Theater veranstalten großes Spendenkonzert für die Moritzbastei
Sturm auf die Bastei. Foto: Armin Zarbock

Foto: Armin Zarbock

Für alle LeserDadurch, dass große Konzerte und Tanzveranstaltungen in Innenräumen nicht möglich sind derzeit, haben auch Leipzigs Kulturhäuser derzeit mächtig zu kämpfen. Auch die Moritzbastei kann nur einen Teil ihres Programms ins Freie verlegen. Den 8. September nutzt die Leipziger Improvisationstheater-Szene nun, um mit einem großen Open-Air-Geldsammelkonzert der Moritzbastei unter die Arme zu greifen: Sturm auf die Moritzbastei.
Anfrage von Kerstin Köditz bringt illegale Datensammlung von Corona-Infizierten in der PD Dresden erst richtig ans Licht
Seltsame Datenabfragen aus sächsischen Polizeirevieren. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserKerstin Köditz ist lange genug innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag um ein Gespür dafür zu entwickeln, wo die Antworten der Staatsregierung weiche Stellen haben und so seltsam klingen, dass der Schreiber der Antwort ganz augenscheinlich versucht hat, mal wieder einen amtlichen Bockmist so zu verstecken, dass er vielleicht übersehen wird. So ging es ihr auch mit einer Antwort von Innenminister Roland Wöller (CDU) aus dem Juni.
Das Kunstkraftwerk zeigt im September die historische Boomtown Leipzig in einer Bilderflut
Immersion "Boomtown". Foto: Luca Migliore, Kunstkraftwerk Leipzig

Foto: Luca Migliore, Kunstkraftwerk Leipzig

Für alle LeserDas Jahr der Industriekultur wurde ja von den Auswirkungen der Corona-Pandemie fast völlig aus der Wahrnehmung gepustet. Statt emsig alte Industriebauten zu besichtigen, sitzen die Sachsen im Homeoffice oder am Tagebausee. Aber so ganz abgehakt ist das Ganze noch nicht. Das Kunstkraftwerk in der Saalfelder Straße bereitet gerade seine nächste große Show vor. Und die widmet sich dem Leipzig der Boom-Zeit, jener Zeit, als die Stadt zur Industriemetropole wurde.
Späte DM 2020: David Storl mit neuntem Titel

Für alle LeserAm Sonntag standen wie üblich bei der Deutschen Meisterschaft der Leichtathletik noch mehr Finals auf dem Zeitplan. Die Leipziger Beteiligung blieb überschaubar, nur Alexander Ide hatte das Finale über 1.500 Meter erreicht und David Storl holte sich den im Vorjahr wegen einer Verletzung nicht verteidigten Titel zurück. Als Nachrücker im Speerwurf ging noch Jakob Nauck an den Start. Aus der Weltspitze traten Malaika Mihambo im Weitsprung und Johannes Vetter im Speerwurf an.