„Der Besuch der alten Dame“ wurde 1956 uraufgeführt und begründete Friedrich Dürrenmatts durchschlagenden Erfolg als Dramatiker. Weltweit gilt es als das populärste Stück des Schweizer Autors.

Aus Not gelangen die Bürger Güllens in die Dynamik des Schuldenmachens und dabei immer tiefer in die Fänge der Claire Zachanassian. Deren moralisch zweifelhaftes Angebot schwingt wiederum zwischen einem brutalen Akt der Rache und einem Schrei nach Gerechtigkeit, die das Stück im Verlauf wie in einem Krimi mit höchst sonderbarem Figurenpersonal enthüllt.

Dabei stellt der Autor mit seiner alten Dame „weder die Gerechtigkeit noch die Apokalypse dar. Sie sei nur das, was sie ist, die reichste Frau der Welt, durch ihr Vermögen in der Lage, wie eine Heldin der griechischen Tragödie zu handeln, absolut, grausam“ (Friedrich Dürrenmatt). „Der Besuch der alten Dame“ ist eine bitterböse Komödie, in der sich die groteske Komik Dürrenmatts widerspiegelt.

Nuran David Calis wurde 1976 in Bielefeld geboren. Er studierte Regie an der Otto-Falckenberg-Schule in München und arbeitet als Autor, Theater- und Filmregisseur. Für seine Inszenierung von Schillers „Die Räuber“ wurde er 2006 mit dem Wiener Theaterpreis Nestroy in der Kategorie Bester Nachwuchsregisseur ausgezeichnet. Seine Verfilmung von „Woyzeck“ mit Tom Schilling in der Hauptrolle war eingeladen zum 34. Filmfestival Max Ophüls Preis 2013.

Stationen seiner Theaterarbeit waren und sind u. a. Köln, Essen, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Mannheim, Bochum, Dresden und Wien. „Der Besuch der alten Dame“ ist Nuran David Calis’ vierte Regiearbeit am Schauspiel Leipzig. Zuletzt inszenierte er hier Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“.

Premiere

Am 17. Oktober, 19.30 Uhr, Große Bühne
Der Besuch der alten Dame
Von Friedrich Dürrenmatt

Mit: Denis Grafe, Alina-Katharin Heipe, Yves Hinrichs, Eidin Jalali, Roman Kanonik, Daniela Keckeis, Andreas Keller, Dirk Lange, Markus Lerch, Ellen Neuser, Michael Pempelforth, Bettina Schmidt

Regie: Nuran David Calis, Bühne: Irina Schicketanz, Kostüme: Johanna Stenzel, Musik: Vivan Bhatti, Video: Doreen Schuster, Kai Schadeberg, Fabian Polinski, Dramaturgie: Benjamin Große, Licht: Jörn Langkabel

Weitere Vorstellungen: 18. & 23. & 30. Oktober um 19.30 Uhr | Große Bühne

Weitere Informationen und Termine

Freitag, der 9. Oktober 2020: Kemmerich hat nichts gelernt, Erinnern an Halle-Anschlag und ein Mini-Lichtfest

- Anzeige -

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar