Arbeitsmarktidee aus dem Leipziger Süden: Freischaffende aller Branchen, vereinigt euch!

Jeder Freischaffende kennt es: Die eine Woche kann man sich vor Aufträgen kaum retten, muss noch zwei Firmen absagen, die andere Woche ist man froh, wenn überhaupt einmal das Telefon klingelt - ein unstetes Arbeitsleben irgendwo zwischen Stress und Frust.
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Eine junge Leipziger Firma hat jetzt allerdings ein Internet-Portal entwickelt, das Freischaffenden bei der besseren Auslastung helfen kann und den Frust besiegen kann.

Was die Firma konz3pt* mit dem Portal freelance-depot.de realisiert hat, klingt so logisch, dass man sich ernsthaft fragen muss, warum bisher keine der großen Internetfirmen auf diese Idee gekommen ist.

Ein selbstständiger Arbeitnehmer aus einer x-beliebigen Branche – zum Beispiel Veranstaltungstechnik – registriert sich in einem Online-Portal, gibt dabei an, was er kann und vor allem: wann er kann. Ein Bereitschaftsdienst, bei dem jeder eintragen kann, dass er derzeit explizit verfügbar ist, erleichtert für Firmen zudem die Hilfesuche im Notfall. „Wenn also eine Firma für Veranstaltungstechnik am Abend merkt, dass sie zum Abbau nachts um drei unerwartet noch einen qualifizierten Freelancer benötigt, dann können sie über unsere Website sehen, welcher Dienstleister mit den benötigten Qualifikationen angegeben hat, dass er genau zu diesem Zeitpunkt vor Ort sein kann“, erklärt Thomas Loch.

Seit Anfang 2012 wollen die drei Leipziger Tobias Risse, David Häßler und Thomas Loch damit den Freischaffenden auf dem Arbeitsmarkt zu einer verbesserten Auftragslage und den Auftraggebern zu effizienterem Arbeiten verhelfen. „Durch dieses Portal können Auftraggeber enorm viel Zeit sparen, weil sie eben nicht potentielle Arbeitskräfte durchtelefonieren müssen, von denen dann nur einige zusagen und davon keiner den genau gestellten Anforderungen entspricht“, so Veranstaltungstechniker David Häßler, der mit seiner Idee bei konz3pt* offene Türen eingerannt ist. Er selbst kennt die Situation gut. „Eine Absage ist immer unangenehm“, weiß er.Die ersten Rückmeldungen auf dieses Portal waren in seiner Branche positiv. Veranstaltungstechnik ist dabei nur eine von vielen theoretisch möglichen. Für Messebau ist schon eine Rubrik angelegt worden, für Catering, Journalismus und Architektur sollen weitere folgen.

Das Portal ist dabei allerdings keine Kommunikationsplattform oder ein Netzwerk wie Facebook, Xing oder myhammer. „Es ist vielmehr aus unserer Sicht ein aufgebohrtes Branchenbuch, bei dem wir für Auftraggeber eine Möglichkeit schaffen, mögliche Arbeitskräfte zu finden“, so Tobias Risse. Die Adressen der Freischaffenden bekommt auch nicht jeder. Zum einen sieht der registrierte Auftraggeber nicht alle Firmendaten, wenn er sich die Ergebnisse seiner Suche anzeigen lässt, sondern erst, wenn er auf eine Firma klickt, zum anderen sehen registrierte Freelancer, wer sie wie oft angeklickt hat.

„Wenn eine Firma zwanzig Freelancer-Adressen abfragt, während uns diese Freelancer über die entsprechende Funktion mitteilen, dass hier nie eine Jobanfrage folgte, wird der Sache nachgegangen“, kündigt Risse an, denn die Nutzungsbedingungen sind auf Datenschutz und Fairness ausgelegt, gewerblichen Adressdatensammlern wird hier aber ein Riegel vorgeschoben.Hat der Auftraggeber einmal die Daten seines Wunsch-Arbeiters, der zum gewünschten Zeitpunkt seinen Auftrag erfüllen kann, so kann er ihn nicht über die Website kontaktieren, sondern nur über die angegebenen Kanäle.

Risse, Loch und Häßler wissen, dass es Portale gibt, die ähnliche Möglichkeiten vorgeben und am Ende nur abzocken. „Die meisten dieser Firmen haben eine sehr aufgeblasene Internetseite und versteckte Kosten. Wir haben uns ganz bewusst für ein nüchternes und übersichtliches Layout entschieden“, so der gelernte Mediengestalter Loch. Die Kosten für die Anmeldung kann dabei jeder sofort sehen. Wer sich nur einen Monat anmelden will, bezahlt dafür schmale 1,99 Euro, wer 24 Monate dabei bleiben will, 1,75 Euro. Pro Monat. Allerdings wird der Beitrag erst fällig, wenn ein erster Auftraggeber tatsächlich die Kontaktdaten des Freischaffenden für einen Job abgefragt hat.

„Wir wollen den Freischaffenden entgegen kommen und kein Geld verlangen, wenn für sie nichts läuft. Daher diese Testphase für jeden neu registrierten Freelancer“, so Loch. Eine Provision für jeden über das Portal generierten Auftrag erhält konz3pt* nicht. Auch auf die Auftragspreise kann und will die Firma keinen Einfluss nehmen. „Wir können die Auftraggeber nur anhalten, branchenübliche Preise zu verlangen“, so Loch.

Ist der angegebene Vertragszeitraum vorbei, läuft das Profil aus, der Vertrag verlängert sich nicht automatisch. Somit haben die drei schon vieles anders gemacht als Portale, die vorgeben, so zu arbeiten, aber am Ende nichts leisten. „Viele Freischaffende haben oft nur einen Auftraggeber, über das Portal können sie ihren Kundenkreis ausweiten“, so Risse, der alle Interessenten um Geduld bittet. „Bis sich die Möglichkeiten des Portals herumgesprochen haben, wird es eine Weile dauern.“ Aber registrieren kann man sich ja schon mal …

Das Portal im Netz: www.freelance-depot.de


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