Zu Karneval leben die Menschen zum letzten Mal vor der 40tägigen Fastenzeit vor Ostern ihre Gelüste aus. Die Vorwoche der Fastenzeit wird - vor allem in katholischen Gegenden - traditionell mit reichlichem Essen und Trinkgelagen gefeiert. In früheren Zeiten wurde am Wochenende vor Aschermittwoch das letzte Mal geschlachtet.

Die närrischen Tage begannen am “fetten” Donnerstag, der heutigen Weiberfastnacht, mit Schlachtfesten und üppigen Mahlzeiten. Das anfallende Fett wurde unter anderem für die Zubereitung von Fettgebackenem verwendet, so dass es in allen europäischen Regionen diesen Brauch gibt.

Der Faschingssamstag trug den Namen “Schmalzsamstag”, da an diesem Tag die Faschingspfannkuchen gebacken wurden. Am darauf folgenden Faschingssonntag wurden die Pfannkuchen verzehrt. Im orthodoxen Russland werden zum Beispiel während der so genannten Butterwoche gefüllte Blini verzehrt und beim Karneval in Venedig Chiacchiere, die in Schokoladensoße getaucht werden. Der Brauch, ein spezielles Karnevalsgebäck zu essen, wurde auch in die “Neue Welt” übernommen. Der King Cake ist ein klassischer Karnevalskuchen, der am Mardi gras, dem “fetten Dienstag” in New Orleans serviert wird.

Zu Beginn der Neuzeit gab es Krapfen oder Pfannkuchen nur zu Karneval. Heute essen die Narren in allen Regionen üppiges Fettgebäck, auch wenn sich bei den meisten keine Fastenzeit daran anschließt. Natürlich sind Pfannkuchen, Kräppel oder rheinische Mutzen fett und süß und damit sehr energiereich. In Verbindung mit Alkohol wird davon manchem Jecken, der reichlich zulangt, übel. Dieser Schutzmechanismus zeigt dann unmissverständlich, dass es zu viel des Guten war.Karneval ist die Zeit der Grenzüberschreitung, des Feierns und Spaßhabens. Dazu gehört seit Jahrhunderten auch der Genuss von Pfannkuchen. “Tolle Tage kann man auch auf dem Teller haben, wenn man im Alltag eine ausgewogene Esskultur pflegt”, meint Dr. Birgit Brendel, Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt am Ernährungstelefon Auskunft zu Lebensmitteln und Ernährung. Unter der Nummer (0180) 5-791352 (Festnetzpreis 0,14 Euro/Min.; Mobilfunkpreis maximal 0,42 Euro/Min.) werden jeweils montags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr Fragen zu Ernährungsthemen beantwortet. Termine für die persönliche Beratung können unter der Rufnummer (0180) 5-797777 (Festnetzpreis 0,14 Euro/Min.; Mobilfunkpreis maximal 0,42 Euro/Min.) vereinbart werden.

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