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Wissenschaftsministerium und Hochschulen ermöglichen Hochschulzugang

Flüchtlinge und Asylbewerber zum Studium in Sachsen willkommen

Das Wissenschaftsministerium und die sächsischen Hochschulen schaffen die Voraussetzungen für den Hochschulzugang von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Zunächst werden die zu uns gekommenen Menschen informiert, welche Studienmöglichkeiten es an Sachsens Hochschulen gibt und welche Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums erfüllt sein müssen. Das Wissenschaftsministerium erstellte dafür Flyer in Englisch, Arabisch und Persisch, die Informationen zum Studieren in Sachsen sowie Kontaktadressen der Hochschulen enthalten und in Flüchtlingsunterkünften, Beratungsstellen und weiteren Einrichtungen ausgelegt werden.

In den Hochschulen werden die am Studium interessierten Flüchtlinge auf ein späteres Studium unter anderem mit Sprachkursen vorbereitet. Darüber informierten heute Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange, TU Dresden Rektor Prof. Hans-Müller-Steinhagen, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz, und Eileen Mägel, Leiterin Strategische Hochschulentwicklung und Kommunikation der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.

Die Hochschulen nutzen ihre Spielräume für Gebührenerlass und Beweiserleichterung. Wenn Nachweise über Qualifikationen fehlen, weil sie etwa auf der Flucht verloren gingen, werden die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz für einen erleichterten Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung angewandt. An den staatlichen Hochschulen haben sich bisher 53 Flüchtlinge als Gasthörer angemeldet – 34 davon allein an der TU Dresden. Sechs Flüchtlinge sind in Sachsen bereits regulär in ein Studium eingeschrieben.

Das Wissenschaftsministerium hat mit einem Rundschreiben den Hochschulen, Studienakademien, Studentenwerken und der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) Handlungsempfehlungen gegeben und über die Rechtslage informiert. Derzeit wird die Förderung der fachlichen und sprachlichen Vorbereitung von Interessenten an Studienkollegs und vergleichbaren Einrichtungen organisiert. Um den zusätzlichen Arbeitsaufwand zu bewältigen, haben die meisten Hochschulen Arbeitsgruppen oder einen Verantwortlichen für die Koordination aller für die Flüchtlinge wichtigen Belange benannt.

„Die Hochschulen haben wie alle Bildungseinrichtungen eine wichtige Funktion, die Asyl- und Schutzsuchenden in unsere Gesellschaft zu integrieren und ihnen hier eine Perspektive zu bieten. Sie stellen sich mit enormem Engagement dieser Herausforderung. Ich bin sehr froh über die große Hilfsbereitschaft und Eigeninitiative der Studierenden und Hochschulmitarbeiter, dies zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben zu leisten“, erklärt Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Sie ergänzt: „Die Hochschulen stellen sich ihrer Verantwortung, die Asylsuchenden und Flüchtlinge mit den gesellschaftlichen Werten und Normen bekannt zu machen und ihnen die Chance zu bieten, sich mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen in die Gesellschaft einzubringen. Und sie bieten Menschen, die vor Krieg, politischer Verfolgung und Not aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, eine Perspektive. Ich setze mich sehr dafür ein, dass das spontane ehrenamtliche Engagement an den Hochschulen schnell in professionelle Strukturen überführt und mit den nötigen Ressourcen ausgestattet wird.“

TU Dresden Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen erklärt: „Ich bin persönlich sehr berührt von der großen Hilfsbereitschaft der Angehörigen der TU Dresden, die sich seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge und Asylsuchenden im vergangenen Jahr in vielfältiger Weise unterstützend eingesetzt haben. Wichtig ist, dass wir jetzt auch unsere akademischen Kernkompetenzen in Forschung und Lehre zur zügigen und wirksamen Integration der Asylberechtigten in unsere Gesellschaft einbringen. Dafür gibt es bereits verschiedene Pläne und Aktivitäten. Allerdings stellen die mit der Unterbringung der vielen Flüchtlinge auf dem Campus der TUD verbundenen Aufgaben und Einschränkungen die Universität vor eine große Herausforderung und Belastung. Mehraufgaben müssen zeitnah auch durch eine Erhöhung der zur Verfügung gestellten personellen und finanziellen Ressourcen kompensiert werden.“

Eileen Mägel, Leiterin Strategische Hochschulentwicklung und Kommunikation der Palucca Hochschule für Tanz, bekräftigt: „Zusammen tanzen, zeichnen oder Musik machen, dass funktioniert sofort. Dazu braucht es keine Sprache. Wie wichtig Kunst für den Integrationsprozess oder bei der Vermittlung von Werten ist, zeigt sich ganz deutlich einerseits im enormen Engagement der Kunsthochschulen für die Asylsuchenden und andererseits in der enormen Nachfrage nach solchen Angeboten.“

In den ersten Monaten seit Ankunft der Flüchtlinge und ihrer Unterbringung in den Hochschulsporthallen wurden die verschiedensten Hilfsprogramme entwickelt. In fast allen Hochschulen werden erste Sprachkurse durchgeführt und die kostenfreie Gasthörerschaft ermöglicht. Die Spendenbereitschaft und das Engagement der Studierenden und Mitarbeiter sind weiterhin hoch. An allen Hochschulen werden entsprechend ihrer fachspezifischen und künstlerischen Kompetenzen Betreuungskurse und Bildungsangebote organisiert.

http://www.publikationen.sachsen.de

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