Der Birnenverächter oder Wie ein Autor versucht, sich selbst zu erfinden

Literatur ist auch Maskerade. Warum sollten Autoren anders sein als gewöhnliche Menschen? Oder stören sie nicht eher beim Lesen? - Gute Frage. Die natürlich auch Literaturprofessoren nicht beantworten können. Denn wovon lebt Literatur, wenn nicht vom Dialog? Manch junger Autor versucht so, mit seinem fiktiven Leser tatsächlich ins Gespräch zu kommen. So auch Hannibal von Instetten.
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Am Projekt „Der Birnenverächter“ arbeitet er – wenn man den Spuren im Internet glauben kann – seit 2008. Er lebt, wenn man dem Klappentext glauben darf, in Görlitz. „Einer bitterarmen Kleinstadt in der Lausitz“, wie der Klappentext behauptet. Auch das kann Fiktion sein, genauso wie die „bitterarme Kleinstadt“ Stolberg im Rheinland, wo er seine Kindheit verbrachte und wohl eine Menge anstrengender Bücher las. Fontanes Romane gehörten wohl dazu. Nicht ausgespart seine schöne Ballade vom Birnbaum des Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Ob ihm seine Lehrer tatsächlich gesagt haben, dass er „dumm sei“, muss er selbst wissen. Es gibt ja auch die Dummheit, die aus dem Zuviel im Kopf besteht. Wann hat er „Walden“ gelesen, wann die Bücher der Siri Hustvedt? – Dass er die dicken Dinger des Uwe Tellkamp wahrscheinlich erst in seiner Görlitzer Zeit gelesen hat, könnte man vermuten. Denn so weit ist es ja nicht von Görlitz nach Dresden, wo Tellkamp heute so etwas wie der Dichter der Nation ist.Hilft das Alles beim Schreiben? – Oder ist das eine Last, die man erst einmal tragen können muss? – Das Buch ist ein Spiel mit diesen Möglichkeiten, mit der Suche nach Akzeptanz und – jaja – Liebe. Und eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Wortwerk, gewissermaßen auch – so will es der Autor – ein Blick in die Werkstatt. Die eine sehr unaufgeräumte ist. Der Leser wird zum Gesprächspartner und darf überall mit hin, darf miterleben, wie der Bursche nach mehreren Versuchen, in anderen Metiers Tritt zu fassen, jetzt ernsthaft daran arbeitet, mit dem Schreiben berühmt zu werden. So ernsthaft, wie das möglich ist, wenn man eigentlich auf der Suche nach Liebe und Anerkennung ist – die sich Hannibal von Instetten zum Beispiel durch einen regen Mail-Verkehr mit diversen Damen namens Siri (siehe oben) oder Sara alias Sahra zu verschaffen versucht. Platz also, für fiktive Briefwechsel mit berühmten Frauen der Gegenwart. Auch wenn man in einer der vielen eingestreuten Episoden am Ende des Buches erfährt, dass eigentlich Mama nach wie vor die schönste Frau der Welt ist.

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Man erfährt auch, was Herr von Instetten alles nicht mag. Und das umfasst schwitzende dicke Männer in der Bahn genauso wie mogelnde Freiherren von und zu. Deprimierend ein Ausflug in das kleine, abgeschiedene Stolberg mit seiner musealen Erinnerung an vergangene industrielle Zeitalter. Man lernt die Freunde des Autors kennen und seinen zwar zeitgemäßen aber doch recht eigenwilligen (und in gewisser Weise auch nihilistischen) Musikgeschmack. Der vielleicht auch keiner ist, sondern – siehe Thema Literatur – ein anverwandelter. Wer in bestimmten Szenerien verkehren will, muss sich nicht nur das richtige alkoholische Getränk zulegen, sondern eben auch den dort geltenden Haltungen zu Musik und Bands und dem, was gerade noch als tragfähig gilt, huldigen. Manch einer merkt ja gar nicht mehr, wie er huldigt. Gruppenzwänge sind manchmal sehr obskur.

Aber eigentlich trinkt Herr von Instetten ja keinen Alkohol, sondern Grünen Tee, der ihn höchst kreativ und klug macht und in Konflikte bringt. Denn: „Das Klugsein schafft allerdings auch Probleme. Es verfeinert, man wird zur Prinzessin auf der Erbse, man wird nichts als Geist.“Der hingezauberte Satz artet wenig später wieder in eine jener skurrilen Szenen aus, in denen die Phantasie mit dem Autor durchgeht. Aber er beschreibt auch recht genau den Kern des Buches, das zwischen lauter kleinen Episoden, Bestandsaufnahmen, Briefen und Erinnerungen oszilliert. So gesehen tatsächlich ein Blick in die Werkstatt. Auch wenn es darin augenscheinlich sehr bunt und unruhig aussieht. Was folgerichtig ist, wenn man zwar durchaus weiß, dass man viel zu klug ist für diese Welt, aber sich noch nicht so recht entscheiden kann, ob man „Pippi Langstrumpf“, die Asterix-Comics und historische Schmöker nach dem Strickmuster „Der Reformator und die Sklavin“ nun aus seinem Literaturkanon verbannt – oder nicht. Dass sich auch noch diverse Wiener Opernbälle, Tagespolitiker und andere Darsteller aus dem täglichen Medienzirkus in seine Betrachtungen über das Schreiben kluger Bücher mischen, gibt dem Ganzen zumindest eine schöne flockige Konsistenz.

Es ist ein Spiel mit der eigenen Rolle als Autor, ein Spiel in Fragmenten und Abschweifungen. Und natürlich eins mit dem Leser, der immer wieder angesprochen wird und sich selbst fragen darf: Nimmt er diesen von Instetten nun ernst und folgt ihm bis in seine satirischen Selbstanalysen? Oder holt er sich doch lieber Fontanes „Effi Briest“ aus dem Regal, um wieder festen Grund unter die Füße zu bekommen?

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Der Birnenverächter
Hannibal von Instetten, Edition PaperONE 2011, 12,95 Euro

Ganz fremd wird manchem dieser Tanz um das Ego des jungen, wilden Autors nicht sein. Manches davon hat man so ähnlich schon auf den Bühnen der Spoken-word-Szene gehört. Es ist quasi eine gedruckte Bühne, auf der von Instetten sein ganz persönliches Publikum unterhält. Bis hin zu einer recht deftigen Persiflage auf Fontanes Gedicht. Die auch wieder eine Persiflage auf sein kurz zuvor lanciertes unmoralisches Angebot ist: Wer nämlich in einem seiner nächsten Bücher namentlich erwähnt werden will, bekommt die Leistung für eine pekuniäre Spende direkt an den Dichter.


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