Es gibt Bücher, die passen auch in kleine Schuhe. Die Minis aus dem Buchverlag für die Frau gehören dazu. Immer wieder ist auch mal ein Titel darin, der sich ganz besonders mit dem Fest aller Feste beschäftigt. Diesmal ist es ein Bändchen, dass sich mit der Vielfalt der Weihnachtsfeste in der Welt beschäftigt.

14 Länder wurden darin aufgenommen – von Deutschland bis zu den USA. Kleine Texte erläutern, welche besonderen Gepflogenheiten in den Ländern traditionell sind und warum es eben nicht immer nur der Heiligabend ist, an dem es Geschenke gibt. Eigentlich braucht es überhaupt keine Geschenke. Die kleine Weltreise zeigt, dass man sich andernorts sehr wohl noch bewusst ist, dass es um ein Fest der Familie geht, der Einkehr und Besinnung.Deswegen gehören überall auch besondere Speisen dazu, nicht immer nur süßes Backwerk, sondern auch herzhafte Mahlzeiten. Sogar Fisch wie in Polen (Polnischer Heringssalat) oder Russland (Backfisch in saurer Sahne). Natürlich werden die zwei, drei Rezepte zu jedem Land nicht die ganze Speisenvielfalt abbilden, die zu den jeweiligen Advents-, Weihnachts- und Neujahrsfesten gehören. In Russland beginnen die Höhepunkte des Festes ja traditionell erst zu Neujahr und mit dem Eintreffen von Väterchen Frost.

Aber das Feiern gehört dazu. Erst recht, wo es noch viel kälter und dunkler ist als in Mitteleuropa – in Finnland zum Beispiel, wo der Glögi zu Hause ist und natürlich auch das Weihnachtsdorf, das sich längst zur Touristenattraktion gemausert hat. Oder in Norwegen, wo das Weihnachtsbier auf die Festtafel gehört.

Jedes Land hat seine eigene Weihnachtsstimmung. Oft vermengt mit Traditionen, die viel älter sind. Denn Vieles von dem, was einem heute als Weihnachtsbrauch verkauft wird, ist eine Geburt des Konsumzeitalters, der zunehmenden Kommerzialisierung einer Zeit, die ursprünglich ganz und gar nicht dafür da war, zum Jahresende noch einmal die Umsätze zu puschen.

Da und dort wissen die Feiernden noch, wo das alles herkam. Und nicht nur in Europa steckt hinter den Weihnachtsbräuchen ja das alte Fest der Sonnenwende. In der dunkelsten Jahreszeit feierten die Völker schon in Urzeiten die Wiederkehr der diversen Sonnengötter. Oft als Fest der Auferstehung, was dieses Fest natürlich ideal dafür geeignet machte, es mit der Geburt Christi zu verbinden.

Aber selbst die Azteken feierten im Dezember Feste zu Ehren ihres Sonnen- und Kriegsgottes Huitzilopochtli, eine Tradition, die heute noch in bunten Festumzügen fortlebt.

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Weihnachten. Bräuche & Rezepte
Buchverlag für die Frau, 5,00 Euro

Natürlich passen nicht alle Länder, in denen das Weihnachtsfest gefeiert wird, in so ein Büchlein. Es ist ein Buch voller Anregungen, auch mal über den eigenen Festtagstisch hinauszudenken. Schon in den Nachbarländern wandeln sich die Bräuche und Traditionen. Österreich, Polen und Frankreich sind beispielhaft vertreten – samt einiger typischer Rezepte. Ob dabei wirklich die wichtigsten ins Buch gerutscht sind, können wohl nur die Fachleute beurteilen. Und da es meist ein deftiges und ein süßes Rezept sind, findet natürlich auch Mancher etwas, was das eigene Weihnachtsfest bereichern kann.

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