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Neue Materialmodifikationen aus dem IOM werden bald auch den Alltag der Verbraucher bereichern

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    Zum Forschungsstandort Leipzig gehört auch das Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. (IOM) in der Permoserstraße 15. Am Mittwoch, 17. Juni, gibt es dort Grund zum Feiern: Dann wird das neue Hertz-Applikationslabor für Elektronenstrahltechnologien und Materialmodifikation nach zweijähriger Umbauzeit eingeweiht und in Betrieb genommen.

    Neben der Möglichkeit, die Räumlichkeiten des Applikationslabors zu besichtigen, wird im Rahmen einer Festveranstaltung Prof. Dr. Dirk Guldi von der Universität Erlangen einen wissenschaftlichen Vortrag zu Applikationen von Elektronenbeschleunigern im Bereich moderner Energiematerialien halten. Bei Applikationen handelt es sich in diesem Fall um moderne Beschichtungsverfahren, bei denen Elektronenbeschleuniger genutzt werden, um unterschiedlichsten Materialoberflächen neue Eigenschaften zu verleihen.

    Auch der Enkel des Nobelpreisträgers und Namensgebers Gustav Hertz, Dr. Oliver Hertz, hat seine Teilnahme zugesagt.  Als Diplom-Physiker ist er quasi in die Fußstapfen seines Großvaters getreten, als Patentanwalt beschäftigt er sich vor allem mit Patenten aus der (technischen) Physik. Weiterhin werden Vertreter von Bund und Land sowie der Universität Leipzig erwartet.

    4 Millionen Euro für einen 10MeV-Elektronenbeschleuniger

    Für das neue Hertz-Applikationslabor wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Freistaat Sachsen Mittel in Höhe von ca. 4 Millionen Euro für die Installation eines 10MeV-Elektronenbeschleunigers sowie Umbaumaßnahmen zur Verfügung gestellt.

    Mit dem Großgerät können Materialmodifizierungen bei sehr stabilem Strahlstrom sowie zeitaufgelöste Grundlagenuntersuchungen zur Kinetik und Dynamik von reaktiven Prozessen durchgeführt werden. Damit lassen sich auch neue Materialien für industrienahe High-Tech-Anwendungen verschiedenster Art erzeugen. Damit verfügt das IOM über eine einzigartige Beschleuniger-Infrastruktur für Forschung und Entwicklung im Bereich Materialwissenschaften, die auch in gemeinsamen Projekten mit externen universitären und außeruniversitären Kooperationspartnern sowie der Industrie genutzt werden soll.

    Der neue 10MeV-Elektronenbeschleuniger im IOM. Foto: IOM
    Foto: IOM

    Das zukünftige Ziel dabei ist, das neue Hertz-Applikationslabor zu einer international sichtbaren Plattform am Standort Leipzig zu entwickeln und wichtige neue Impulse in der nationalen und internationalen Forschung zu liefern.

    Neue Materialien durch Elektronenstrahltechnologie

    Mit Elektronenstrahlung oder -bestrahlung können z.B. Materialien und Materialoberflächen (etwa Kunststoffe) für besondere Anwendungen und Belastungen gehärtet werden. Dies wird meist durch strahleninduzierte selektive Vernetzung von Polymeren in den Materialien erreicht.

    So werden am IOM beispielsweise Kohlenstoffmaterialien, wie etwa Diamanten mit Elektronenbestrahlung behandelt und dadurch umgefärbt. Diese Nanodiamanten spielen neuerdings als attraktive leuchtende Nano-Sonden in der Medizin eine herausgehobene Rolle.

    Mittels Elektronenbestrahlung werden zudem Membranen so modifiziert, dass diese z.B. für die Wasseraufbereitung oder Dialyse eingesetzt werden können. Außerdem lassen sich poröse Materialien, sogenannte Cryogele erzeugen, die als Medium und Stützsubstanz für das Wachsen von künstlichem Gewebe genutzt werden.

    Schließlich kann Elektronenbestrahlung auch für extrem harte Coatings auf diversen Industrieprodukten und Materialien nützlich sein. Sogar superharte und kratzfeste Möbel-Coatings mit bestimmten haptischen und chemischen Eigenschaften sind mit diesem Verfahren in großem Stil herstellbar und werden von der Industrie und letztlich vom Kunden nachgefragt. Es ist absehbar, dass solche Produkte in den kommenden Jahren für den normalen Verbraucher und Kunden kommerziell verfügbar werden.

    Eröffnungsveranstaltung am 17. Juni im IOM

    16:00 Uhr: Führungen und Besichtigung des Hertz-Applikationslabors,  Treffpunkt: IOM-Gebäude 35.1

    17:00 Uhr: Begrüßung und Ansprachen (Hörsaal IOM-Gebäude 18.0)

    17:15 Uhr: Festvortrag mit Prof. Dr. D. Guldi, Universität Erlangen „Current Status and Perspective of Electron Transfer Chemistry“

    18:00 Uhr: Diskussion und weitere Führungen sowie Imbiss und Getränke

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