Ein Studienreferendar erzählt: „Eigentlich müssten wir geschlossen auswandern“

Hannes Toense hatte Glück. Er ist einer von neun Referendaren, die nach zwei Jahren Referendariat eine Anstellung an einer sächsischen Schule bekommen haben. Der Rest ging in Sachsen leer aus. Grund genug für den Französisch/Latein-Lehrer, zusammen mit anderen Kollegen auf den Tisch zu hauen. Im Interview mit L-IZ.de äußert sich Toense zur täglichen Situation in den Lehrerzimmern und unmoralischen Angeboten der Sächsischen Bildungsagentur...
Anzeige

Herr Toense, Sie haben in diesem Sommer Ihr Referendariat beendet und gehören zu den neun glücklichen Bewerbern, die eine Stelle an einem staatlichen Gymnasium in Leipzig bekommen haben. Trotzdem haben Sie mit einer Rede für großes Aufsehen gesorgt. Warum?

Natürlich bin ich froh, dass ich selber eine Stelle bekommen habe, doch insgesamt sieht die Situation für die nun fertigen Referendarinnen und Referendare in Leipzig und in Sachsen alles andere als rosig aus. Während unseres zweijährigen Referendariats sind nur wenige konkrete Informationen zur Einstellungssituation im Sommer 2013 zu uns durchgesickert. Bei einer Informationsveranstaltung in der Sächsischen Bildungsagentur wurde uns im März 2013 dann gesagt, dass eigentlich nur Mathe, Physik und Latein-Lehrer gesucht würden, am liebsten mit einer Fremdsprache in Kombination. Der Großteil von uns Referendaren sollte also gar nicht berücksichtigt werden. Stattdessen wurde betont, dass sich unsere Einstellungschancen signifikant erhöhten, wenn wir die Bereitschaft zeigten, auch an Grundschulen, Mittelschulen oder Berufsschulen und vor allem in ländliche Gegenden wie Zwickau, Bautzen oder Chemnitz gehen zu wollen.

Für viele wäre das vielleicht sogar eine vorübergehende Alternative gewesen. Als sich aber auf Nachfrage herausstellte, dass eine kurz- oder mittelfristige Rückkehr ans Gymnasium – für das wir ja ausgebildet sind – nicht zugesichert werden kann, machte sich rasch Enttäuschung und Wut unter den Referendarinnen und Referendaren breit.

Ich finde diese Vorgehensweise einfach nur frech – gegenüber uns ausgebildeten Gymnasiallehrern, aber vor allem auch gegenüber den Kolleginnen und Kollegen der anderen Schularten. Deren spezifische Ausbildung, die vor allem an der Grundschule völlig andere Pädagogik und Didaktik, werden völlig diskreditiert. In der Grundschule werden doch die Grundlagen für den Erfolg der Schullaufbahn gelegt und dann wird jemand eingestellt, der dafür gar nicht ausgebildet ist, in so einem wohlhabenden Land wie Sachsen! Immerhin wird ein Kompaktkurs „Grundschulpädagogik“ für die willigen Wechsler angeboten. Der blanke Hohn. Dass sich das Amt so etwas leistet, ist mir völlig unverständlich. Dabei kann man ja prinzipiell über alles reden: Vorstellbar wäre sicher, an einem Gymnasium angestellt zu sein und in diesem Rahmen mit entsprechender Ausbildung auch Stunden an einer Mittelschule oder Grundschule zu geben, aber Vollzeit Grundschule ohne Ausbildung und ohne Garantie, zurückkommen zu können, ist für viele ein absolutes „No Go“. So geht man nicht mit zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern um, die gerne und motiviert ihren Beruf ausüben wollen. Deswegen haben wir die Rede so gehalten.

Diese war überaus mutig und schlug ziemlich ein …

Alles begann im April, bei der letzten Gruppensprechersitzung. Wir machten uns gemeinsam mit der Leitung der Ausbildungsstätte Gedanken über den Ablauf der Zeugnisvergabe. Um den Punkt „Rede der Referendare“ wollten sich fünf von uns kümmern, eine kleine Kommission war geboren. Gemeinsam entschieden wir, Vertreter aller großen Landtagsparteien, Gewerkschaftsvertreter, Vertreter der Leipziger, sächsischen und mitteldeutschen Presse einzuladen, um mit ihnen gemeinsam einen Diskurs anzuregen und die aktuelle Situation der Referendarsausbildung und der sächsischen Bildungspolitik zu reflektieren. Als Frau Kultusministerin Kurth zufällig meiner Ausbildungsschule in Torgau einen Besuch abstattete, lud ich – ohne den Dienstweg zu respektieren – auch sie spontan ein.

Diese Einladung fand den Weg zurück ins Leipziger Amt und war wohl der Auslöser für ein „klärendes Gespräch“. Das Amt zeigte sich gelinde gesagt „verwundert“, dass wir jemanden einladen, ohne den Veranstalter vorher zu fragen. In diesem knapp zweistündigen Gespräch machten mir die Vertreter des SBA-L dann klar, dass sie in der Veranstaltung keine Öffentlichkeit wollen und die Zeugnisübergabe nicht instrumentalisiert werden soll. Leider war es nicht möglich, einen Kompromiss zu finden und die SBA-L für unsere Vorstellung unserer Zeugnisübergabe zu erwärmen.

Wie haben die Mitreferendare darauf reagiert?

Ich hatte ja schon im Gespräch angekündigt, dass wir damit alle bereits geladenen Gäste wieder offiziell ausladen würden. Dann haben wir jeder eine Umfrage in unseren Seminargruppen gemacht und Handlungsvorschläge erbeten: Von Resignation über den Wunsch nach einer gepfefferten Rede bis hin zu Boykott reichten die Vorschläge.

Viele waren halt entsetzt, dass die Öffentlichkeit von dieser Veranstaltung einerseits ausgeklammert wurde, andererseits aber jeder eine Begleitperson mitbringen durfte. So haben wir den ursprünglich geladenen Gästen zumindest vorschlagen können, als Privatperson und Begleitung eines Referendars an der Veranstaltung teilzunehmen. Mir war weder damals im Gespräch noch ist mir heute klar geworden, wo denn nun der entscheidende Unterschied zur offiziellen Teilnahme und zur Teilname als Privatperson ist, vor allem weil unsere Gäste ja nur stille Zuhörer gewesen wären und erst nach der Zeugnisübergabe mit uns diskutieren sollten. Eine Referendarin, die angesichts ihrer persönlichen Situation richtig sauer war, hat schließlich die Presse wieder eingeladen. Ein Fernsehteam des MDR war vor Ort und in der LVZ erschien ein größerer Artikel.

Wie fielen die Reaktionen auf die Rede aus?

Überaus positiv. Sie wurde für ihre Ehrlichkeit und Bissigkeit von vielen Referendaren und Ausbildern gelobt. Auch in der Schule bekam ich viel Zuspruch, sogar von einigen Schülern.

In dieser Rede werden mehrere Aspekte der Ausbildung kritisiert. Unter anderem hinterfragen Sie die Auswahl und Ausbildung der Mentoren, also der erfahrenen Lehrer, die die Referendare die zwei Jahre betreuen.

Es ist kritisch zu hinterfragen, ob es ausreicht, dass pro Schule nur ein Mentor zu der entsprechenden Fortbildung fahren kann und dann die übrigen Mentoren der Schule über die Inhalte informiert. Einige Referendarinnen und Referendare mussten leider erleben, dass ihre Mentoren nicht auf ihre wichtige Aufgabe vorbereitet waren. Ich habe auch von Fällen erfahren, dass die Schulleitung Lehrer auswählt, die sonst für kaum eine außerunterrichtliche Aufgabe einsetzbar sind. Das merkt man dann als Referendar leider auch.

Außerdem nahmen Sie in der Rede Bezug auf die zunehmende Belastung der Lehrkräfte …

Die Lehrerschaft wird immer älter und die Klassen werden größer. Ich selbst hatte vergangenes Schuljahr 28 Kinder in der 6. Klasse Französisch. Da kann man schnell ausrechnen: Wenn ich nichts sage, dann kann im Unterricht jeder Schüler etwa drei Minuten zu Wort kommen. Das ist in einer Fremdsprache eine sehr ungünstige Voraussetzung.

Dazu gibt es jetzt eine Vergleichsarbeit hier, eine dort, da ein Wettbewerb, der von den Lehrern korrigiert werden soll, Klassenleiterstunden et cetera. Die Lehrer stöhnen einfach nur noch. Wir Referendare konnten das jeden Tag im Lehrerzimmer erleben. Selber hatten wir ja noch nicht so viel Unterricht und sind vielleicht frisch von der Uni noch anders motiviert. Aber die gestandenen Lehrer so zu sehen, macht schon nachdenklich. Wie wird man selber mal in zwanzig, dreißig Jahren? Viele Lehrer kommen früh schon schlecht gelaunt in der Schule an, dabei sollte es doch zu unserer Professionalität gehören, eine positive Grundstimmung zu verbreiten.
Die Anforderungen von außen und der Anspruch an einen selbst sind nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen. Für Referendare gibt es die kostenlose Supervision als Form der Psychohygiene. Lehrer müssen für solche Angebote meines Wissens zahlen. In der freien Wirtschaft unterstützen schon zahlreiche Unternehmen entsprechende Initiativen. Wie viele Lehrer werden krank und was wird wirklich dagegen getan, um diese Zahl zu reduzieren?

Sie haben Glück, denn Sie haben eine staatliche Stelle bekommen. Was haben die anderen getan, nachdem sie kein Angebot bekommen haben?

Ich kenne Referendare, die gehen nach Nürnberg, nach Berlin, nach Brandenburg. Andere werden an Privatschulen angestellt. Auswandern ist eigentlich das, was wir geschlossen machen müssten, damit die Politik sieht, dass die Situation für uns Absolventen hier eigentlich nicht mehr tragbar ist.

Ich bin aber auch sicher, dass sich da was ändern wird. Ab 2016/2017 müssen sie 1.600 Lehrer jährlich einstellen. Und da ist noch gar nicht die steigende Schülerzahl eingerechnet. Grundsätzlich verstehe ich natürlich den Finanzminister, dass er nicht 500 Leute einstellt, die dann nicht gebraucht werden. Aber warum wird das Ganze nicht gleich ein bisschen stringenter geplant? Eine Ausbildung nach Bedarf kann an der Uni schon losgehen. Da gibt es doch verschiedene Modelle, wie die Studierendenzahlen gelenkt werden können. Zum Beispiel sollten die Lehramtsanwärter vorher wissen, wie die Einstellungsmöglichkeiten sind. Hier ist schlicht ein bisschen mehr Ehrlichkeit und Transparenz gefragt.

Fühlt sich Ihre Generation getäuscht?

Absolut. Die Krönung war das Grußwort der Kultusministerin zur Zeugnisübergabe, das aufgrund ihrer Abwesenheit verlesen wurde. Sie sagte sinngemäß: „Und wir brauchen in Sachsen unbedingt gut ausgebildete Lehrer. Wir brauchen Sie an den Gymnasien in den Fremdsprachen und in den Naturwissenschaften. Werden Sie also Lehrer. Am besten hier in Sachsen, hier in Ihrer Heimat. Aber ich bitte Sie, lassen Sie sich schulartfremd einsetzen.“ Und das zu einer Zeugnisübergabe für zukünftige Gymnasiallehrer. Das ist unglaublich. Die Referendare haben gegrölt.

Sie kritisieren außerdem die Kaschierung des zunehmenden Unterrichtsausfalls, den es doch eigentlich nicht gibt. Wie sieht die Realität aus?

Ausfall ist an der Tagesordnung. Was bei uns ausfällt…Da ist Fortbildung, da ist Seminar und irgendwie wird dann vertreten, was wiederum eine zusätzliche Belastung ist. Manche haben in Stoßzeiten drei bis vier Stunden pro Woche vertreten. Die Länge der Ausfallpläne ist enorm, erst recht, wenn Lehrer monatelang ausgefallen waren. Da wurden Kurse zusammengelegt oder Unterricht gekürzt. Es gibt schlicht keinen Ersatzlehrer, der in solchen Fällen einspringen kann, wie ich es beispielsweise in Frankreich kennengelernt habe. Sechs Wochen dort und zwei Monate da zu sein, ist sicher nicht schön, aber es wäre ein erster Schritt. Den gesamten Ausfall kann man nicht verhindern, aber die klassische „Beinbruch-Vertretung“ wäre möglich. Ich hatte den Eindruck, dass sich meine Schulleitung da manchmal allein gelassen fühlte. Weil alles auf Kante genäht ist, gibt es keinen Ersatz. Immerhin werden jetzt Gelder für die Unterrichtssicherung bereit gehalten. Mal sehen, wie sich das im kommenden Schuljahr auswirkt.

Herr Toense, wie sieht die Lösung all dieser Problem aus?

Sicher gibt es nicht die eine Lösung. Wichtig ist, dass es in Bewegung bleibt, dass an der Verbesserung des Systems gearbeitet wird. Meine Idee ist eine überparteiliche Bildungsübereinkunft im Landtag. Es muss geklärt werden: Was ist uns wichtig an unserer Bildung, an welchen Kriterien orientiert sie sich? Dass Schüler nicht in einem Jahr fünf verschiedene Fachlehrer haben etwa, dass Lehrer auch krank werden können, ohne dass das ganze System zusammenbricht, dass die Klassen maximal 28 Schüler haben, Sprachklassen weniger … Und am Ende steht dann eine Zahl, und dann kostet das soviel und fertig. Somit ist auch ausgeschlossen, dass Herr Unland im Mai noch ein paar Millionen in einer Schublade findet und damit dann die komplette Planung „durcheinanderbringt“. Ich bin der Meinung, dass Bildung eigentlich relativ gut planbar ist, weil man ja immer ein paar Jahre Vorlauf hat.


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

GlobaLE: Kolonialgeschichte & Kritik am BAYER-Konzern
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

Am Mittwoch, 21. Oktober ist die Bildungsreihe um 20 Uhr im Ost-Passage Theater (Konradstraße 27) im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld zu Gast. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Der lachende Mann - Bekenntnisse eines Mörders“ (DDR / 1966) der beiden Dokumentarfilmer Walter Heynowski und Gerhard Scheumann.
Leipzig soll endlich anfangen, das Straßenbegleitgrün insektenfreundlich zu machen + Video
Blühstreifen 2019 im Palmgarten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 14. Oktober, kam auch ein Antrag des Jugendparlaments zur Abstimmung, in dem die jungen Leute gewünscht hatten, dass bis 2026 mindestens ein Drittel des Leipziger Straßenbegleitgrüns ökologisch bewirtschaftet werden soll. Ein Antrag, den das Dezernat Stadtentwicklung und Bau gern unter der Rubrik „Machen wir doch schon“ abgehakt hätte. Aber da hat das Dezernat nicht mit der Jugendlichkeit des Stadtrates gerechnet.
Wirklich Zahlen zum Nutzen mobiler Blitzer liefert auch das Leipziger Ordnungsdezernat nicht
Einer der drei angeschafften „Enforcement Trailer“. Foto: Stadt Leipzig

Foto: Stadt Leipzig

Für alle LeserEine nur zu berechtigte Einwohneranfrage stellte zur letzten Ratsversammlung der Leipziger Christoph Meißner. Nicht nur die Polizei, auch die Leipziger Polizeibehörde stellt ja Messstellen für mobile Geschwindigkeitskontrollen auf und veröffentlicht die Standorte im Voraus über die lokalen Medien. Oder besser: In ausgewählten lokalen Medien. Das Rathaus ist da seltsam eigen, was die Auswahl der Medien betrifft. Aber Christoph Meißner zweifelte aus ganz anderen Gründen.
Zwei Minuten für ein Votum im Stadtrat: Schlachthofbrücke wird für 3,9 Millionen Euro gebaut und Bahn soll zu Radweg gefragt werden + Video
Bus auf der Schlachthofbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDass Entscheidungen im Stadtrat auch ganz schnell fallen können, wenn im zuständigen Ausschuss gut vorgearbeitet wurde, das zeigte am Mittwoch, 14. Oktober, die zweite Entscheidung zum Neubau der Schlachthofbrücke. In der ersten Entscheidung ging es ja darum, wie sie gebaut werden soll. Da wurde der Wunsch der LVB, hier die Gleise demontieren zu dürfen, zum heißen Thema. Diesmal ging es um den Radweg, der irgendwie vergessen worden war.
Tempo bitte! Stadtrat hat am 14. Oktober die Planungen zu Streckenerweiterungen der LVB beschlossen + Video
Straßenbahn abends in der Jahnallee. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzigs Straßenbahnnetz wird erweitert. Das ist seit Mittwoch, 14. Oktober, nun Beschluss. Da stand die Vorlage der Verwaltung zum Bau von drei Erweiterungen im LVB-Netz im Stadtrat auf der Tagesordnung. Und anders als noch in vergangenen Jahren gab es keine Gegenrede. Nach über zehn Jahren hat sich das Bild völlig gewandelt. Und es geht trotzdem nicht schnell genug.
Great Again? Dreizehn Reportagen aus den USA des Jahres 2020
Julia Kastein, Sebastian Hesse-Kastein: Great again? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich fuhren Julia Kastein und Sebastian Hesse-Kastein vor einem Jahr in die USA, um das zerrissene Land im Jahr der Präsidentschaftswahlen zu erkunden und herauszubekommen, warum es so zerrissen ist. Was ist noch übrig vom „Sehnsuchtsland der Freiheit“? Oder haben wir in Europa einen völlig falschen Blick auf die Supermacht und ihre Bewohner? Aber dann kam ja bekanntlich Corona dazwischen.
HC Leipzig vs. HC Rödertal 38:25 – Der HCL als „Derbynator“
Nach einer Niederlage und einem Remis, durften die HCL-Frauen endlich den ersten Heimsieg der Saison bejubeln. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserIm mit Spannung erwarteten Sachsenderby gegen den HC Rödertal, ließen die Handballerinnen des HC Leipzig am Sonntag keine Fragen aufkommen. Statt eines heiß umkämpften Kopf-an-Kopf-Rennens bis zum Schlusspfiff, erwiesen sich die Leipzigerinnen von Beginn an als „Derbynator“ und schickten die Gäste mit einem vorbildlichen Sicherheitsabstand von 13 Toren auf die Heimreise.
Die Ökostrom-Rebellion aus dem Schwarzwald
EWS-Vorstand Sebastian Sladek. © EWS

© EWS

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im Handel„Der alternative Stromanteil wird nie mehr als vier Prozent ausmachen!“ So tönte es Mitte der 1990er Jahre, erinnert sich Sebastian Sladek. Egal, ob dies Stimmung oder Stimmungsmache war – heute lässt es sich angesichts dieser alten Parole relativ entspannt lächeln. Denn die Realität von 2020 ist eine andere.
Werbung machen für schöne Bücher: Nils Kahlefendt ist Repräsentant der Stiftung Buchkunst
Der Katalog "Die Schönsten Deutschen Bücher 2020". Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNils Kahlefendt ist nicht nur Mitorganisator des Literarischen Herbstes in Leipzig, sondern seit September auch neuer Repräsentant der Stiftung Buchkunst am Standort Leipzig. Keine unwichtige Mittlerrolle: Künftig soll er den Dialog zwischen den buchgestaltenden Gewerken und allen am Thema Buchkunst Interessierten am zweiten Standort der Stiftung – neben dem Hauptsitz in Frankfurt am Main – mittels neuer Formate weiter ausbauen. Denn Bücher sind ja nicht nur zum Lesen da, sondern auch zum Genießen. Stichwort: Schönste Bücher.
Metropolregion Mitteldeutschland hat Arbeitsgruppe zur Landes- und Regionalentwicklung gestartet
Liegt mitten in der Metropolregion Mitteldeutschland: Leipzig. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAm Donnerstag, 15. Oktober, kam die AG Landes- und Regionalentwicklung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland (EMMD) zu ihrer konstituierenden Sitzung in Leipzig zusammen. Das auf Vorschlag der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegründete Gremium soll zukünftig Fragen der räumlichen Entwicklung in Mitteldeutschland länderübergreifend diskutieren und bearbeiten. Erstaunlich spät. Das hätte früher kommen müssen.
Von flauschig bis wertvoll: Wie unser Gehirn Objekte erkennt und so auch manipulierbar ist
Von "tierisch" bis "feuerassoziiert": Das Gehirn schlüsselt unsere Umgebung in insgesamt 49 Merkmale auf, nach denen es alle Objekte kategorisiert (hier nur als Ausschnitt gezeigt). Foto: Hebart/ MPI CBS

Foto: Hebart/ MPI CBS

Für alle LeserUnser Gehirn ist augenscheinlich nicht in der Lage zu merken, wann es betrogen wird. Ein paar Katzen- und Hundevideos genügen, und es schmilzt dahin und das Wort „NIEDLICH“ hämmert durch alle Leitungsbahnen. Marshall McLuhan hätte unsere von Fakes besessene Gegenwart nicht nur zum Teufel gewünscht. Er hätte sich tatsächlich gefragt, ob der Mensch überhaupt je begreift, was a-soziale Medien eigentlich permanent mit seinem Gehirn anstellen. Ein Studienergebnis aus Leipzig lässt ahnen, wie so etwas kommt.
Stadtrat setzt Auenentwicklungskonzept durch: Die Brücke über die Nahle wird mit breiterem Durchlass und Radunterführung geplant
Die Nahle kurz vor der Brücke der Gustav-Esche-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 14. Oktober, beschloss der Leipziger Stadtrat auch, wie mit dem Neubau der Nahlebrücke im Zug der Gustav-Esche-Straße umgegangen werden soll. Die Brücke soll 2023/2024 gebaut werden. Was schon einmal das Hauptproblem bei diesem Brückenbau ist. Das wusste auch das Stadtplanungsdezernat, als es die Vorlage mit den fünf möglichen Brückenvarianten verfasste. Denn die Brücke muss sich eindeutig ins Auenentwicklungskonzept einpassen. Aber das wird erst 2023 vorliegen.
Anhörung zu Linke-Antrag zu sozialem Wohnungsbau im Landtag: Warum stockt Sachsen die Bundesmittel nicht auf?
Für kleine Einkommen ist der Leipziger Wohnungsmarkt längst eng geworden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 16. Oktober, beschäftigte sich der Ausschuss Regionalentwicklung des Sächsischen Landtags mit einem Antrag der Linksfraktion. „Verbesserung der Bedingungen für den sozialen Wohnungsbau in Sachsen“ war er betitelt, hat aber eigentlich keine Chancen, im Landtag eine Mehrheit zu bekommen, auch wenn die Regierungskoalition von CDU, SPD und Grünen sich mit dem Thema ebenfalls beschäftigt. Denn dass in Leipzig und Dresden bezahlbare Wohnungen fehlen, wird nicht mehr abgestritten.
Sonderausstellung präsentiert einmalige Zeugnisse des schwierigen Neubeginns in Leipzigs Schulen 1945
Das Schulmuseum am Goerdelerring 20. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Vor 75 Jahren, im Oktober 1945, wurde nach Monaten der Schließung, der bedingungslosen Kapitulation und dem Ende des Nationalsozialismus der Unterricht in den Schulen Leipzigs wieder aufgenommen. Das Schulmuseum nimmt dies zum Anlass für die Sonderausstellung „Schule nach der Stunde Null. Leipzig 1945/46“. Sie ist vom 16. Oktober bis 22. Dezember zu sehen und kann bei freiem Eintritt im Rahmen der Dauerausstellung besichtigt werden.
Am 24. und 25. Oktober im Westflügel Leipzig: Einmal Schneewittchen, bitte
Foto: Daniel Wagner

Foto: Daniel Wagner

Man nehme einen schönen Prinzen, ein einsames Mädchen, sieben verzückte, verrückte Zwerge, eine böse Stiefmutter, ein bisschen Magie, eine Menge Neid, eine große Portion Freundschaft, einen vergifteten Apfel und ein Happy End. So in etwa müsste das Rezept für: „Einmal Schneewittchen, bitte“ aussehen, das in der Märchenapotheke „Pacco & Co.“ von einem warmherzigen Hund und seiner stürmischen Assistentin zusammengestellt wird.