10.1 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Rekordstudierendenzahlen in Sachsen: Von Schorlemer macht Politik gegen die Konkurrenzfähigkeit des Landes

Anzeige

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Anzeige

    Sie steigt und steigt und steigt: die Zahl der Studierenden in Sachsen. Jedes neue Semester widerlegt die engstirnige Sparpolitik der sächsischen Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), die selbst nach den heftigen Protesten der letzten Wochen an ihrer Streichpolitik von 2010 festhält, die auf Prognosen von 2008 basiert. Prognosen, die so nie eingetreten sind.

    Das Gegenteil ist der Fall: Ungebrochen ist deutschlandweit der Trend junger Leute hin zu Gymnasium und Abitur. Ein Trend, der seit den 1990er Jahren anhält und auch durch diverse Bremsversuche in Sachsen nicht umgebogen werden kann. Weder durch die verschärften Bedingungen für die „Bildungsempfehlung“ noch durch die Umetikettierung der Mittelschule in „Oberschule“. Wenn sich der Inhalt des umetikettierten Schultyps nicht gründlich modernisiert, wird auch in den nächsten Jahren die Hälfte aller Schüler den Weg aufs Gymnasium und zur Hochschulzugangsberechtigung wählen. Wohl wissend, dass die innovativen Berufe der Gegenwart fast aller nur mit einem Hochschulabschluss zu erlangen sind. Das ist der Preis einer Gesellschaft, für die Innovation der wichtigste Rohstoff ist. Da hilft auch kein Bremsen in Sachsen.

    Das Bremsen führt nur dazu, das sich die Bildungs- und Studienbedingungen der nachwachsenden Generationen immer weiter verschlechtern. Und damit zwangsläufig auch die Innovationsfähigkeit des Landes.

    Das kann man mit Recht eine wirtschaftsfeindliche Politik nennen.

    Die sächsischen Hochschulen verzeichneten im Dezember 2013 insgesamt 113.394 Studenten, meldet nun das Landesamt für Statistik. Im Vergleich zum Vorjahr stieg somit die Studierendenzahl in Sachsen weiter an – um 670 bzw. 0,6 Prozent. Die Zahl der jungen Menschen, die 2013 erstmals ein Hochschulstudium begannen (Studienanfänger), betrug 20.605. Das waren zwar 187 bzw. 0,9 Prozent weniger als noch 2012. Aber das hat nichts mit zurückgehenden Bewerberzahlen zu tun, sondern mit der blanken Not der Hochschulen, des Bewerberandrangs überhaupt noch irgendwie Herr zu werden. Sie drosseln aus Eigeninitiative die Zulassungszahlen für besonders überlaufene Studiengänge – oft mit dem Instrument des Numerus Clausus.70,7 Prozent (80.179) aller Studierenden belegten Studiengänge an den sechs Universitäten. Über ein Viertel der Studenten (29.344) wählte eine der zwölf Fachhochschulen. 2.905 (2,6 Prozent) studierten an den sechs Kunsthochschulen und 966 (0,9 Prozent) an den zwei Verwaltungsfachhochschulen.

    Beliebteste Fächergruppe war auch 2013 die „Ingenieurwissenschaften“ mit 32.204 Studenten. Und wohl extra für die beratungsresistente Ministerin haben Sachsens Statistiker auch aufgeschrieben: Der Anteil an der gesamten Studentenschaft stieg seit 2003 (22,8 Prozent) jährlich und erreichte mit 28,4 Prozent im Berichtsjahr einen neuen Rekord.

    Keine vernünftige Regierung kürzt die Professorenstellen, wenn Jahr für Jahr immer mehr Studierende in die Hörsäle drängen. Es sei denn, sie will das Land vom Innovationsstrom abnabeln. Und zur Innovation gehören nicht nur neue Maschinen, auch wenn die sächsische Regierung augenscheinlich nur das unter Innovation versteht.

    „Maschinenbau/-wesen“, ein Studienfach aus dieser Fächergruppe, war mit 27.492 Studenten das meistgewählte Studienfach an Sachsens Hochschulen. Aber gleich dahinter kamen mit 27.193 Immatrikulationen und somit knapp einem Viertel aller Studenten die „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“. Auch hier gehört der Begriff Innovation hin, denn wenn sich die technische Basis einer Gesellschaft verändert, verändert sich zwangsläufig auch die soziale und wirtschaftliche Landschaft. Die gesamte Gesellschaft modernisiert sich. Oder eben nicht. Und dann passiert das, was geschlossenen und modernisierungsfeindlichen Gesellschaften immer passiert: Sie verlieren ihre Konkurrenzfähigkeit und werden abgehängt.

    In Ansätzen ist das jetzt schon zu sehen. Sachsen – in den 1990er Jahren noch der Primus unter den ostdeutschen Bundesländern, hat diese Rolle längst an Berlin und Brandenburg abgegeben und balgt sich jetzt mit Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern um die Rote Laterne.

    Mit 6.378 Studenten war unter den „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ die „Betriebswirtschaftslehre“ Favorit.

    Und eine wichtige Ressource wird mit der sächsischen Fixierung auf männlich dominierte Studienfächer auch noch verspielt: Der Anteil der Frauen lag bei den Studierenden bei 44,7 Prozent und bei den Studienanfängern bei 47,1 Prozent.

    Von den 13.610 ausländischen Studenten (12 Prozent) kamen die meisten aus China (2.044) und Österreich (1.661).

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige