Protzig stehen sie da, und ein Hauch Romantik umgeistert ihre Zinnen, Tore, Bäume und Parks von Schlössern, Burgen und Herrenhäusern, selbst dann noch, wenn sie längst verlassen sind. Manches Haus zeigt neuen Putz, frische Farbe, ausgebesserte Details an Skulpturen, Fenstern und Fassaden. Glück haben sie gehabt, diese alten Bauten, wenn sich jemand um sie kümmert.

Manche Tore sind verschlossen, Schilder warnen vor wachenden Hunden. Anderswo sind Besucher willkommen und schauen sich um (wie L-IZ.de), staunen oder lassen sogar ihre Fantasie spielen…

„Leipzig hat kein Schloss.“, erzählt man hier. Nur ein „Gohliser Schlösschen“, ein Kaufmanns-Landsitz aus der Barockzeit. Leipzig war nie eine Residenzstadt gekrönter Häupter, es sei denn für die Zeit ihres Besuchs. Denkmal- und Architekturlisten kennen kein Altes Schloss Leipzig und kein Schloss Pleißenburg. Doch wenn alte Grafiken auftauchen, leuchten genau diese Bezeichnungen hervor. Sogar als die alte Pleißenburg längst abgerissen war, tauchte sie an einem anderen Ort noch einmal auf! Eine unglaubliche Geschichte. Doch es gibt fotografische Beweise.

Und doch: „Ich stehe am Stadtschloss!“, säuselte eine junge Frau am Wilhelm-Leuschner-Platz ins Handy, um sich mit dem Gesprächspartner noch zusammenzubringen, und weiter: „…na dann sieht es eben so aus wie ein Schloss!“

Neuschwanstein?

Auf dem Burgplatz standen schon Touristen und staunten über das abendlich beleuchtete und angestrahle Gebäude: „Es sieht ein bisschen aus wie Neuschwanstein?“ Kam die Dame  gerade vom Umtrunk aus dem Ratskeller? Warum sollten sich die Gebäude ähneln, und warum auch nicht. Immerhin wurde das Schloss Neuschwanstein für den bayerischen König Ludwig II von einem Bühnenbildner aus dem Theater geplant. Den vorgesehenen und auf dem Plan gezeichneten hohen Turm gibt es bis heute nicht. Doch das Leipziger Neue Rathaus hat einen Turm! Es soll sogar der höchste Rathausturm Deutschlands sein. Der Turm war dem Architekten Hugo Licht sogar so wichtig, dass er den alten Pleißenburgturm teilweise stehenließ, aber drumherum neu baute – weitaus höher als der vorige. Beim Vergleich mit dem Stadtmodell von 1823 kann man sogar bauliche Ähnlichkeit feststellen, bis zu der Höhe, auf der einst die Sternwarte der Universität stand. Sogar das Mauerwerk scheint an einen alten Burgturm zu erinnern.

„Sieht ein bisschen aus wie Schloss Neuschwanstein!“, sagte eine Touristin auf dem Burgplatz beim Anblick des Neuen Rathauses. Was würde Architekt Hugo Licht dazu sagen? Denn das Schloss Neuschwanstein hat ein Theaterbühnenbildner für einen einzigen wunderbaren Selbstdarsteller, König Ludwig II., entworfen... Foto: Karsten Pietsch
„Sieht ein bisschen aus wie Schloss Neuschwanstein!“, sagte eine Touristin auf dem Burgplatz beim Anblick des Neuen Rathauses. Was würde Architekt Hugo Licht dazu sagen? Denn das Schloss Neuschwanstein hat ein Theaterbühnenbildner für einen einzigen wunderbaren Selbstdarsteller, König Ludwig II., entworfen…
Foto: Karsten Pietsch

Ein Wimmelbilderbuch auf den zweiten Blick

Schulkinder der 1970er lernten über das Schweriner Schloss, und so in etwa auch über das Neue Rathaus, dass das kein echtes altes Architektur-Original ist. Historismus, Gründerzeit und Jugendstil, Geschmack und – ja, auch das noch – Fortschritte in Technik und Handwerk führten zu einer besonderen Bildsprache. Da haben einige Bauten Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die man aufspüren kann, wie in einem Such-Bild.

Wo ist der Schweinskopf am Leipziger Neuen Rathaus? Wer sind die Männer-Büsten in den Fassaden im Innenhof, wo kein Besucher hinkommt. Warum ist der Turm so hoch und wozu diente er? Wo scheint hier immer die Sonne?
Die Antworten muss man lange suchen. Vielleicht ist man zwischendurch auch schon damit zufrieden, dass es diese Rätsel gibt…

Auch mit der Alpenlandschaft des Rosengartens wurde der Rathausbau schon verglichen. Es kann die Gebirgssehnsucht und das Fernweh gewesen sein…

Burgen-Fantasien

Lassen wir Fantasie walten oder architektonische bildhafte Erinnerungen: Mit den Türmchen, Giebeln, Mansarden, diversen Fensterformen, Vorsprüngen, teils vergitterten Fenstern, Bögen, Skulpturen…. – man muss sich nur vorstellen, das Gebäude sei bunt angemalt, die Türmchen wären vergoldet und zuweilen schauen Baummieter aus den Fenstern heraus: Ein Friedensreich-Hundertwasser-Haus könnte das Rathaus auch sein…

„Eine neue Burg ist erstanden“, so steht es an der Fassade über dem Haupteingang. Um Irrtümern vorzubeugen: Nein, um die älteste Leipziger Burg geht es hier nicht. Die Burg war schon verschwunden, als die Hainstraße eine Straße wurde. Archäologen haben erst vor ein paar Jahren einen Graben gefunden, sowie Parzellierungen entlang der Straße.

„Dieses Bauwerk sieht doch älter aus, als dass das Rathaus am Markt alt aussieht“, auch das war schon von Reiseveranstaltern zu hören, die schon öfters in Leipzig waren.

Neben dem Haupteingang wird auf einer Bronzetafeln das Geheimnis gelüftet, zumindest teilweise: „An der Stelle dieses Rathauses der Stadt hat vorher 350 Jahre die Pleißenburg gestanden. Das Schloss des Landesherrn. Sie war erbaut 1549-1569 unter Herzog Moritz und Kurfürst August. Ihr Baumeister war Hieronymus Lotter, der auch das Rathaus am Marke gebaut hat. Unter König Albert kaufte sie die Stadt und brach sie 1897 ab.“ Was daran nun von Baumeister Lotter ausgeführt worden ist, und übrigens auch einem seiner Söhne, oder schon vom Hofbaumeister Caspar Voigt von Wierandt aus Dresden vorgegeben war, ist eine Untersuchung für sich. Vor der sich die Fachwelten der Baumeister und die der Historiker offensichtlich bisher scheuten. Publikationen zum Neuen Rathaus gibt es eine ganze Reihe. Einige beginnen auch mit der Pleißenburg-Vorgeschichte.

Das alte Schloss Pleißenburg ist erst seit der Zeit nach dem Schmalkaldischen Krieg, als der Bau arg zerstört wurde, dokumentiert.

Im Auftrag und nach Planung des Dresdner Hofes wirkte hier quasi als Bauleiter der Leipziger Kaufmann und kurfürstlich-sächsische Baumeister Hieronymus Lotter. Das Stadtmodell von 1823 zeigt in ganzer Pracht, was dann entstanden ist, samt dem Stadtgraben, in dem im Modell große Bäume stehen. Einst wurde das Modell gebaut, um damit auswärts Fremdenverkehrswerbung zu veranstalten, heute steht es- in diesem Jahr erst von Staub befreit – im Stadtgeschichtlichen Museum im Alten Rathaus.

Mit der Nutzung veränderten sich die Gebäude. Bis zum Abriss Pleißenburg blieb das Regiment im Haus. Münzen wurden geprägt, in der Kunstakademie wirkte Professor Adam Friedich Oeser und lehrte auch den jungen Studenten Goethe das Kupferstechen.

Biergarten am Pleißenburgturm im Jahre 1809

In Fototheken taucht zuweilen eine merkwürdige Ansicht mit dem Motiv und der Bezeichnung „Pleißenburg“ auf. Gedruckt als Postkarte, offensichtlich mit einer Fotografie. Das Bild zeigt den Turm und die Gebäude der alten Anlage und den Innenhof als großes Freiluft-Restaurant, rechts an der Hausfassade steht in großen Buchstaben: „Schweden-Kasematte“. Das Servierpersonal sieht auf beiden Seiten ähnlich aus, man hat Aufstellung genommen und verharrt steif für die Aufnahme. Zur linken Seite leuchten weiße Tischtücher, Gartenstühle stehen um die Tische. Zur rechten Seite sitzt man auf Holzstühlen. Die Kellnerinnen tragen Dirndl mit Hauben auf dem Kopf, zwei Landsknechte mit Gewehr stehen im Mittelgang, nur zwei Herren stellen gewissermaßen die Gäste dar.

Im Hof der Pleißenburg stehen Tische und Stühle, Personal nimmt Aufstellung zum Gruppenfoto, wartet auf durstige und hungrige Gäste. Sächsische Handwerkskunst machte es möglich, als das Neue Rathaus schon stand, erstand im „Messebau“ die alte Burg neu und wurde als Postkarte verschickt. Beweis im Text! - Foto: Karsten Pietsch
Im Hof der Pleißenburg stehen Tische und Stühle, Personal nimmt Aufstellung zum Gruppenfoto, wartet auf durstige und hungrige Gäste. Sächsische Handwerkskunst machte es möglich, als das Neue Rathaus schon stand, erstand im „Messebau“ die alte Burg neu und wurde als Postkarte verschickt. Beweis im Text! – Foto: Karsten Pietsch

Pleißenburg… Biergarten… 1809….Fotografie…das passt nicht zusammen. Des Rätsels Lösung ist einfach, denn die aufgedruckten Texte verraten eine ganze Menge, und auch das was auf der Postkarte Herrn C. Merian in Basel mitgeteilt wurde. Mit Postwertzeichen für zehn Pfennige wurde jede der beiden Briefmarken am 11.07.1913 um 10.00 Uhr ordnungsgemäß gestempelt  Wir bitten um freundliches Verständnis, dass wir ausnahmsweise ein  Briefgeheimnis lüften.

Aufdruck: Offizielle Postkate 68 Intern. Bauausstellung mit Sonderausstellungen Leipzig 1913, Leipzig um 1808, Hof der Pleißenburg, Druck von Dr. Trenckler & Co. Leipzig-Stötteritz.. Gelaufen 01.07.1913, Handschrift: An Herrn C. Merian, Theodorschule, Basel, Schweiz. Von hier wo seit einiger Zeit wegen Arbeit bin sende die besten Grüße an alle K. Schenkbreit (oder ähnlich, schwer lesbar.) Wenn Manni übriges Geld hat, so sollte er sich diese Ausstellung ansehen.“
Man hatte Alt-Leipzig einfach nachgebaut, in einer Art von Messebau. Denn auf dem Gelände der früheren Pleißenburg war ja bereits 1905 das Neue Rathaus eingeweiht worden.

Werbung ist auch das: Die Postkarte ist am Rand geprägt mit den Buchstaben „Hauptbahnhof Leipzig“. Vermutlich ist die Karte dort gekauft worden.

Rätsel ohne Ende

Schulkindern der 1950er Jahre soll noch die Hofstube der alten Pleißenburg gezeigt worden sein, in der 1519 die Disputation mit Karlstadt, Eck und Martin Luther stattgefunden hat. Kaum zu glauben…

Wo war die Hofstube? Wo stand jenes Schloss, das auch als Moritzschloss bezeichnet wurde? Auf einer alten Leipziger Abbildung ist mindestens ein Turm und ein großes Haus markiert, das zu den landläufigen Beschreibungen von Pleißenburg und Hofstube nicht zu passen schien. Was war das? Wann ist es, vielleicht schon vor dem Schmalkaldischen Krieg, abgerissen worden?

Wo war später die Kapelle, die wieder zum katholischen Gesangbuch zurückkehrte, um es möglichst kurz auszudrücken?
Was ist übrig geblieben? Aus Zeiten vor dem Abriss der Pleißenburg, denn Archäologen haben im Zuge des Baus der Tiefgaragen gegraben und sind nicht nur bei den Fundamenten und Mauern fündig geworden, die nun im Burgplatzpflaster markiert sind? Allerdings fehlt selbst da auf dem Platz eine Beschriftung. Sieht denn wirklich jeder, dass da im Grundriss eine Wendeltreppe und ein Brunnen wenigstens vorstellbar sind?

Im Burgplatz-Pflaster markieren dunklere Steine was vor dem Bau der Tiefgaragen nach archäologischen Ausgrabungen per Luftbild aufgenommen wurde. Der einstige Trotzer stand feindseitig – Richtung Stadt! Foto: Karsten Pietsch
Im Burgplatz-Pflaster markieren dunklere Steine was vor dem Bau der Tiefgaragen nach archäologischen Ausgrabungen per Luftbild aufgenommen wurde. Der einstige Trotzer stand feindseitig – Richtung Stadt! Foto: Karsten Pietsch

Bereits vergessen ist der Farbwechsel-Licht-Bogen, der zusammen mit dem neuen Pflaster auf den Burgplatz kam, denn die Leuchten sind längst erloschen. Wie viele Stufen es bis hinauf auf die Aussichtsplattform sind, kann ja jeder selbst abzählen. Aber je nachdem, wo man losgeht, kann es eine andere Anzahl sein!

Man kann in der Pleißenburg-Schloss-und-Rathaus-Architektur und ihrer Geschichte blättern wie in einem Buch. Vielleicht wird das Buch ja auch mal noch geschrieben, gedruckt und herausgegeben. Ein Kapitel für sich sind die Keller und Kasematten unter dem Neuen Rathaus. Dort hin tauchten schon Festungsbaufreunde ab und haben ihre Erkenntnisse geschildert. Unter Insidern nennen sich die Freunde solcher alten Gewölbe „Kasemattenmolche“. (L-IZ.de wird in einem Extra-Bericht von der Einfahrt berichten.)

Tierwelt

Die Burg lebt, nicht nur als sprichwörtliche Aktenburg, respektive Datenburg, mit ihren Bürgermeistern, Stadträten und Bediensteten. Von ganz anderen Lebewesen wusste ein Hausmeister zu erzählen: Turmfalken nisten in der Kuppel, auch mal Dohlen, Krähen eher nicht. Eine Ente brütet jahrein jahraus in einem Hof, muss dann samt Brut eingefangen werden. Da sie seit ein paar Jahren wiederkommt, fühlt sie sich offensichtlich geborgen. Vor Jahren sah man schon eine Fledermaus durch die Obere Wandelhalle fliegen.

Ansichten

Peter Degner, umtriebiger Konzertveranstalter, Organisator der „Classic open“ im Sommer auf dem Markt mit immer neuen Ideen bis hin zu Konzerten zwischen dem Grassi-Museum und dem Alten Johannisfriedhof hatte schon die Idee für den Johannapark als Spielort mit einem Richard Wagner „Tannhäuser und der Sängerkrieg an der Pleißenburg“. Von Leinwänden und Konservenmusik war nicht die Rede, sondern von Live. Eigentlich schade, dass aus der Idee noch nichts geworden ist… Wie sich Richard Wagners Musik im Kaffeegarten-Sound anhört, hat Uri Cane vorgeführt und auf CD eingespielt. Allerdings ohne Gesang.

Und auch so was soll sich beim Anblick des Neuen Rathauses nach Berichten von Leipziger Gästeführern zugetragen haben: Touristen wurde das Gebäude erläutert. Ein Mann sagte darauf hin zu seiner Frau: „Da siehste mal, was die mit unserem Soli gemacht haben!“

Vorsicht!

Selbst Reisebüros verwechselten schon die Leipziger Rathäuser. Und Leipziger Einwohner, die zwischen Rathaus und Museum unterscheiden, hatten schon Schwierigkeiten, Verabredungen einzuhalten.

Leipziger Stadt- und Museumsführer versetzen sogar kontinuierlich praktizierende Historiker in Staunen: Früher sei nämlich Leipzig die sächsische Regierung gewesen, bis sie dann nach Dresden zog, die Pleißenburg war ihr Sitz. So zu hören war das an einem Januartag 2015 in einer Führung im Gohliser Schlösschen. Bei der Erklärung von Plänen früherer barocker Gärten kam auch das zum Vorschein: „Wo heute die vierspurige Stadtautobahn um die Altstadt führt, waren früher Plantagen mit Maulbeerbäumen, auf denen man Seidenraupen züchtete, um Seide gewinnen zu können.“

Wer genau hinsieht, entdeckt an den Rathaus-Fassaden und im Inneren einen zoologischen Garten in Muschelkalkstein und Marmor. Bei diesem Porträt kann es sich nur um ein Glücksschwein handeln. Foto: Karsten Pietsch
Wer genau hinsieht, entdeckt an den Rathaus-Fassaden und im Inneren einen zoologischen Garten in Muschelkalkstein und Marmor. Bei diesem Porträt kann es sich nur um ein Glücksschwein handeln. Foto: Karsten Pietsch

Nun denn, die großspurigen Seidenraupenzucht-Bemühungen Preußischer Regenten und etwaige Leipziger Experimente haben das längst Zeitliche gesegnet.

Publikationen behaupten, Leipzig hätte den höchsten Rathausturm der Welt und beziehen sich sogar auf das „Buch der Rekorde“. Allerdings misst bereits der Rathausturm von Philadelphia 167 Meter. Dann wäre da noch Tokio… Weitere Recherchen bleiben erspart.

Kaum nachprüfbar wären die Anzahl der Räume, Büros, Quadratmeter – zumal es auch noch ein Technisches Rathaus in der Prager Straße gibt. Selbst die „Rathausgröße“ nach umbauten Raum im Vergleich zu den Rathäusern anderer Städte, wäre nur eine Schätzung.

Wer wird sich denn aber nachsagen lassen wollen: „Ach deshalb dauert hier manchmal etwas  lange, weil jede Akte durch alle Räume muss!“

Von einer Leipziger Schlosswiese ist in der Sagen-Literatur die Rede. – Aha, das Schloss hat also die Namen der Anlieger geprägt.

Eine 411 Jahre alte Nachricht: Ausgerechnet an der Schlosswiese bekommen wir es mit dem Teufel zu tun. Er soll am 17. Juni 1604 den Zieler des Thomasschießgrabens, Hieronymus Straßburger, vermutlich eine Art Scharfschütze oder Bürgerpolizist, gedrängt haben, sich zu erhängen, zu erstechen oder mit ihm über die Mauer zur Schlosswiese zu springen. Straßburger lehnte das ab, der Teufel verschwand und der Beichtvater David Büttner, der Diaconus zu St. Thomas, musste den vom Teufel Geplagten trösten. So berichtet es Johann Theodor Gräße im „Sagenschatz“.

Wann? Wie? Wohin? Weiter?

Zu den Bürozeiten ist das Neue Rathaus geöffnet und jedermann zugänglich.

Einfach mal hineingehen! Zu üblichen Bürozeiten sind die Türen offen! Auch die Kantine ist für alle offen. Im ersten Obergeschoss auf kürzestem Weg über die Treppe vom Burgplatz aus zu erreichen. 700 Plätze in diversen Räumen im Ratskeller der Stadt Leipzig warten außer mit der Saison-Speisekarte u. a. mit Bürger-, Ratsherren- und Ritterschmaus auch auf größere Gesellschaften. Man verbindet dann das Essen gern mit einer Turmbesteigung oder einem Ausflug in die alten Kasematten.

Eine besonders urige Extra-„Pleißenburg“ gibt es in der Ratsfreischulstraße. Es ist ein Lokal voller Leipziger Originale, von der Kellnerin über die alten Straßenschilder an der Decke bis zum. Hier treffen sich Taxifahrer zur Pause. Speisen-Insidertipp: Bauernfrühstück.

Wer Erinnerungen an die frühere ungarische Gaststätte „Czardas“ hegt und das Lokal sucht, wäre hier genau richtig.

Das Neue Rathaus hat U-Bahn-Anschluss. Es sind nur einige Schritte, aber die Station heißt nicht „Neues Rathaus“ sondern „Wilhelm-Leuschner-Platz“. Und auf dem Stationsschild auf dem Bahnsteig steht „Platz der friedlichen Revolution“. Die Umbenennung war zwar mal erwogen, aber nie beschlossen worden. Was den Bahnbetreibern aber egal ist.

Führungen auf den Turm gibt es von Montag bis Freitag um 11.00 Uhr und 14.00 Uhr mit dem Wachpersonal. Treffpunkt am Bürgerservice-Schalter in der Unteren Wandelhalle, Zugang durch den Haupteingang vom Wilhelm-Leuschner Platz aus.

Führungen durch das Neue Rathaus, auf den Turm und in die Kasematten bietet z. B. der Ratskeller der Stadt Leipzig an. Als Guides wirken Leipziger Originale mit wie der Baumeister der Pleißenburg und Alt-Bürgermeister Hieronymus Lotter oder die Leipziger Lerchenfrau. Führungen durchs Rathaus gibt es auch mit Leipziger Gästeführern, z. B. Dr. Jürgen Friedel und der Firma Leipzig Details.

Das Standesamt mit dem Trauzimmer befindet sich im Stadthaus. Trauungen sind aber auch im Historischen Ratsplenarsaal im Interieur von 1905 möglich. Einer der schönsten Leipziger Innenräume.

Über die Idee, ob es auch in den Kasematten-Gewölben ein Trauzimmer und Veranstaltungsräume geben soll und dazu entsprechende Umbauten erfolgen, ist aktuelle Entscheidungssache des Stadtrats.

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