Misstraut den Denkmälern: Wer gab eigentlich die Genehmigung, den Findling an den Friedhofsweg zu setzen?

Für alle LeserEin Denkmal, bei dem man sich nichts denkt, ist natürlich sinnlos. Wenn dann einfach nur die Schrift getilgt ist, bleibt so ein Klops in der Landschaft stehen, wird zum Stein des Anstoßes und fordert regelrecht heraus zu einer nächtlichen Aktion, wie sie eine Gruppe Politischer Interventionisten in der Nacht vom 13. zum 14. Juli vollbracht hat. Der als Kolonialstein bekannte Findling am Friedhofsweg nah am Völkerschlachtdenkmal bekam die Aufschrift „Deutsche, erinnert eurer Kolonialverbrechen“.

In einem Pressestatement hat die Gruppe ihre Haltung zu diesem Stein erläutert. Ein Text, den sie am Kolonialstein platziert hat, betont noch einmal das Anliegen. Es gibt eine recht deutliche Kritik an der scheinbar nur akademischen Debatte über das koloniale Erbe und einen Appell, die „weiße, deutsche Mehrheitsgesellschaft (müsse) sich der eigenen kolonialen Geschichte“ stellen.

Da steht man nun als Spaziergänger da und wundert sich. Denn solche Forderungen stellen halt nur Akademiker auf. Auch wenn sie nachts in Tarnfarben unterwegs sind.

Wobei die Frage berechtigt ist: Wie bekommt man den Rassismus aus den Köpfen?

Recht haben die nächtlichen Denkmal-Aktivisten, wenn sie Kolonialismus und Nationalismus zusammenbringen. Beides gehört zusammen, es sind Zwillinge ein und derselben Weltanschauung: der des kleinen, von Machtgelüsten getriebenen Mannes, der mit Verachtung auf andere Nationen, Völker und Menschen anderer Kulturen und Hautfarben herabschaut. Dieser kleine, narzisstische Mann steckt noch in vielen Köpfen.

Aber die Geschichte auf dem Zettel am Findling ist ja nicht neu. Die erzählt die AG Postkolonial nun seit Jahren. Sie bezieht sich auf die bislang einzige gefundene Quelle zum Kolonialstein, abgedruckt in der „Kolonialpost“ von 1933. Und sie macht unzufrieden. Die Unzufriedenheit wächst, je öfter man die Geschichte liest. Denn sie ist keine. Höchstes der Anfang eines Fadens. Das gehört nämlich auch zur aktuellen Debatte in Leipzig: dass augenscheinlich niemand diesen durchaus etwas anrüchigen Teil der Leipziger Geschichte erforscht.

Nicht nur die Schrift auf dem Stein, die einst die Deutschen aufforderte, sich ihrer verlorenen Kolonien zu erinnern, und die in der DDR-Zeit kommentarlos entfernt wurde. Auch die Kolonialgeschichte verschwand aus der eigenen Geschichte. Aus der Stadtgeschichte sowieso. Als hätte es 1925 den Reichskriegertag in Leipzig nicht gegeben und nicht unter den vielen Leipziger Kriegervereinen auch den Königlich-Sächsischen Militärverein China- und Afrika-Krieger, der das erste Denkmal für die in den Kolonialkriegen gefallenen (sächsischen) Soldaten in Auftrag gab.

Aber was man nicht erfährt: Hat er auch den Findling in Auftrag gegeben? Gab es den Verein so nach 1918 überhaupt noch? Stammen die auf dem Foto von 1933 abgebildeten Herren aus diesem Verein? Oder sind die Herren in den Uniformen der Kolonialtruppen extra angereist? Und wer ist der trübselig dreinschauende Zivilist neben dem Kranz und den Schleifen? Ein Leipziger Kaufmann, dem seine Kolonialgeschäfte verloren gegangen sind? Oder gar seine Kakaoplantagen?

Auf postkolonialen Spuren In Leipzig – Der Kolonialstein

Man erfährt es nicht. Obwohl wir doch wissen, dass es die Kriegervereine genauso bis 1933 gab wie die Kolonialvereine, alle beide stramm rückwärtsgewandt, einer glorifizierten Vergangenheit nachtrauernd, in der sie mal was waren oder glaubten, etwas gewesen zu sein. 1933 – im Jahr, in dem das Foto entstand – nur zu bereit, sich gleichzuschalten, das Führerprinzip einzuführen und den neuen Eroberern zuzujubeln. Neuer Krieg, neue Kolonien.

Man erfährt nicht einmal, wann der Findling wirklich platziert wurde. „Ende der 1920er Jahre“ ist mir zu unkonkret. Wer in Leipzig Denkmäler aufstellen wollte, musste sich immer an bürokratische Vorgaben halten, Anträge schreiben, Genehmigungen einholen. Wer hat die Aufstellung des Steins genehmigt? Gab es dazu einen Beschluss? Auf die sächsische Denkmalsliste kam der Stein erst 1936. Warum hat ihn keiner wieder heruntergenommen? Mit dem „Siegesdenkmal“ auf dem Leipziger Markt hat man doch auch kurzen Prozess gemacht.

Dass das Abmeißeln der alten Schrift keine Lösung ist, ist eindeutig. Da wollte einer – wusste aber nicht weiter. Was fängt man mit so einem vorbelasteten Stein an? Kann man ihn umwidmen? So, wie es die nächtliche Interventionisten gemacht haben? Wie lange hat das Bestand? Ist es eigentlich die richtige und die ganze Botschaft? Denn die deutsche Kolonialgeschichte ist ja integraler Bestandteil der Geschichte des deutschen Nationalismus. Und der ist aufs innigste verbunden mit unserem alten Militarismus und mit der Arroganz einer „Friedenspolitik“, die jedes Jahr neue Rekordumsätze mit exportierten Waffen feiert.

Wahrscheinlich muss jetzt tatsächlich erst jemand dieses ganze Kapitel der Leipziger Geschichte aufarbeiten, all das, was in der Weimarer Republik dem alten Stiefelwichs nachtrauerte, sakrale Weihespiele veranstaltete, im Gleichschritt marschierte und 1933 nur zu bereit war, den Nationalsozialisten den Steigbügel zu halten.

Wer also hat den Stein wirklich aufgestellt? Welcher Amtsträger kam vorbei, um eine salbungsvolle Weiherede zu halten und dabei so romantisch zu gucken wie ein Honigkuchenpferd, das sich spitzbübisch darüber freut, ein goldenes Ei in die Landschaft gelegt zu haben?

Ein Stein, der eigentlich nur sprachlos macht in seiner grämlichen Anmaßung.

***

Das Pressestatement „Politische Intervention am Kolonialstein in Leipzig“

Der Findling beim Völkerschlachtdenkmal im Leipziger Südosten ist unscheinbar, aber nicht unproblematisch.

Darauf haben wir in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli durch eine sichtbare Politisierung und Problematisierung des sogenannten Kolonialsteins aufmerksam gemacht.

Am (deutschen) Kolonialismus klebt Blut!

Der Kolonialstein, welcher Ende der 20er Jahre aufgestellt und mit der Aufschrift „Deutsche | Gedenkt | Eurer Kolonien“ versehen wurde, diente kolonialrevisionistischen Kreisen in den Folgejahren als Treff- und Gedenkort. Nach 1945 erfolgte eine stille Entfernung der Gedenktafel durch die DDR ohne eine Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus. Diese fehlt bis heute.

Es gibt kaum eine Aufarbeitung des rassistischen Weltbilds, der begangenen Verbrechen – u. a. Landraub, Vertreibung, Vergewaltigungen, Misshandlungen, de-facto-Versklavung, blutige Niederschlagung von Aufständen, Völkermord – sowie der bis in die Gegenwart reichenden Kontinuitäten: rassistische Stereotype und Gewalt, Exotisierungen, materialistische Folgen für die communities in den ehemaligen Kolonien sowie Schwarzer Menschen und POCs in Deutschland, der Wohlstand der BRD, Museen und Sammlungen voller geraubter Alltagsgegenstände, Kunst oder menschlicher Überreste (z. B. Grassi-Museum für Völkerkunde in Leipzig) oder die Stammbaumforschung der Stuttgarter Polizei neben dem alltäglichen racial profiling weißer Bullen usw.

Es reicht nicht aus, wenn eine Auseinandersetzung nur in akademischen Kreisen, postkolonialaktivistischen Gruppen oder durch die von Rassismus betroffenen Personen stattfindet! Die weiße, deutsche Mehrheitsgesellschaft muss sich der eigenen kolonialen Geschichte, der Verantwortung und den Folgen für das eigene rassistische Weltbild und Handeln stellen!

Koloniale Kontinuitäten im öffentlichen Raum

Dazu ist es auch notwendig einen Blick darauf zu werfen, wie der öffentliche Raum aussieht. Er ist voller kolonialer Straßennamen, Denkmäler, Gaststätten und M-Apotheken. Der Diskurs darüber, wie mit diesem kolonialen Erbe umgegangen wird, findet zu langsam statt, wenn er nicht sogar ganz verweigert wird. Deshalb erscheint es uns notwendig, nicht darauf zu warten, bis sich Denkmalschutzämter, Stadtverwaltungen, Historiker/-innen und wer auch immer am Tisch zusammensetzen und – häufig auch ohne BIPOCs und postkoloniale Gruppen – jahrelang darüber reden, ob Denkmal A abgebaut, Straße B umbenannt und Platz C eine Tafel mit kritischer Auseinandersetzung erhält.

Direkte Aktionen wie das Niederreißen von Denkmälern von Black-Lives-Matter-Demonstrierenden in den USA oder der Farbangriff und die Plakatierung des Kolonialsteins in Leipzig sind wütende Interventionen im öffentlichen Raum, die durch Bürokratie und weiße Bedenken aufgeschoben oder verhindert werden.

Als wir vor Ort antrafen, haben wir uns besonders gefreut, dass auch bereits andere Personen den Stein mit den Worten „Leutzsch gedenkt eurer Kolonialverbrechen“ politisiert haben. Diesen Schriftzug haben wir mit roter Farbe als Symbol für die blutige Geschichte des Kolonialismus sowie einer historischen Erläuterung ergänzt, um Passant/-innen auf die Bedeutung des Findlings aufmerksam zu machen.

Der Wortlaut der Erläuterung:

„DECOLONIZE!

Ursprünglich beauftragte der ,Königlich-Sächsische Militärverein China- und Afrika-Krieger‘ Anfang 1914 den Bildhauer Georg Huth ein ,Landes-Kolonial-Kriegerdenkmal‘ für die gefallenen deutschen Soldaten in den verschiedenen Kolonien zu errichten. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhinderte den Bau des geplant achteinhalb Meter hohen Denkmals. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte das Deutsche Reich keine Kolonien mehr.

Stattdessen sollte nun der verlorenen deutschen Kolonien gedacht werden. Der Leipziger Kolonialstein wurde Ende der 20er Jahre aufgestellt. Der Findling erhielt die Aufschrift ,Deutsche | Gedenkt | Eurer Kolonien‘. Der Stein wurde zum Treffpunkt kolonialrevisionistischer Kreise in Leipzig.

Zu DDR-Zeiten wurde die Aufschrift still und ohne Aufarbeitung entfernt. Diese fehlt bis heute. Wir fordern deshalb eine breite gesellschaftliche Thematisierung und kritische Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus, der damit einhergegangenen Verbrechen sowie der bis in die Gegenwart reichenden Kontinuität!“

Wir hoffen, dass der Diskurs über die rassistische Gesamtgesellschaft und den Umgang mit Deutschlands, insbesondere Leipzigs, kolonialem Erbe durch unsere Aktion weiter angeschoben wird.

Wir wollen, dass die Forderungen der von Rassismus und kolonialen Kontinuitäten betroffenen Menschen als absolut vorrangig anerkannt und auch gegen Denkmalschutz und weißes Mimimi umgesetzt werden!

Für eine postkoloniale und antinationalistische Praxis!
Heute der Kolonialstein, morgen das Völki!

Interview: „Der Kolonialismus in Leipzig ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte“

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Kolonialismus
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