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Kolonialismus

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Eine Feder für Winnetou. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … einen CDU-Medienpolitiker, der im Rundfunkrat für Winnetou kämpfen will

Man sollte seine Medien nicht so einseitig konsumieren, wie das der Leipziger Landtagsabgeordnete der CDU Andreas Nowak tut. „Wie jetzt bekannt wurde, will die ARD künftig keine Winnetou-Filme mehr senden“, ließ er am Freitag, 26. August, vermelden. „Laut Medienberichten habe der öffentlich-rechtliche Senderverbund die Lizenzen für die Karl-May-Verfilmungen mit Pierre Brice in der Rolle des […]

Gürtelmaske-Abbild mit dem Abbild eines Oba - Königreich Benin. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Eva Winkler

Vertrag unterzeichnet: Sachsen will das Eigentum der Benin-Bronzen an Nigeria übertragen

Das sächsische Regierungskabinett hat am Dienstag, 12. Juli, den Weg für Verhandlungen zur Rückübertragung des Eigentums von insgesamt 262 Objekten der Benin-Sammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) aus den Völkerkundemuseen in Dresden und Leipzig an die Bundesrepublik Nigeria eröffnet. „Wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte“ Auf Basis der Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Nigeria, […]

Kuratorin Dr. Johanna Sänger und Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger in der Intervention „AUSGESTELLT UND ANGESTAUNT. Menschen, Technik, Traditionen auf der STIGA 1897“. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Ausgestellt und angestaunt: Wie STIGA und DOAA in der Ausstellung „Moderne Zeiten“ im Alten Rathaus zum Störfall werden

Eine Intervention nennt es Dr. Anselm Hartinger, was seit Dienstag, 5. Juli, in der Dauerausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums im Alten Rathaus zu sehen ist – mit gelben Bannern kenntlich gemacht, mitten in der seit zehn Jahren schon existierenden Ausstellung „Moderne Zeiten“ platziert. Denn in diesem Jahr feiert Leipzig ja 100 Jahre Sächsisch-Thüringische Gewerbe- und Industrieausstellung, […]

Susan Arndt: Rassistisches Erbe. Foto: Ralf Julke

Rassistisches Erbe: Susan Arndt zeigt, wie sehr unsere koloniale Vergangenheit noch immer in unserer Sprache steckt

Wenn die Debatte um den Leipziger Zoo, die einstigen Völkerschauen und die „Hakuna Matata“-Shows etwas bewirkt hat, dann ein großes Stutzen. Selbst Mandatsträger, die sich vorher nie mit der kolonialen Vergangenheit der Stadt Leipzig beschäftigt haben, stutzten. Nicht alle. Stimmt. Manche wollen auch nicht verstehen, dass der heutige Rassismus deshalb so tief in unserem Denken […]

Stadtratsbeschluss zu den exotischen Zoo-Veranstaltungen: Migrantenbeirat begrüßt den Beschluss, Tänzer fühlen sich diskriminiert

Da hatte OBM Burkhard Jung wohl recht, als er nach der Stadtratsentscheidung zu den exotisch angehauchten Festen in Leipziger Zoo meinte, dass die Diskussion wohl jetzt erst richtig beginnen würde. Es geht natürlich um Gefühle, um völlig unterschiedliche Erfahrungen mit Diskriminierung. Und auch um Künstler, die sich nun ausgebootet fühlen, obwohl es gar nicht um […]

Der Stadtrat tagt: Zoo-Veranstaltungen wie „Hakuna Matata“ soll es künftig nicht mehr geben + Video

Seit einigen Jahren wird in Leipzig eine Diskussion darüber geführt, ob der Zoo mit einigen Veranstaltungen rassistische Stereotype verbreitet und ob er seine koloniale Vergangenheit angemessen aufarbeitet. Der Migrantenbeirat hat das Thema am Mittwoch, dem 18. Mai, in den Stadtrat gebracht. Am Ende stand ein deutliches Ergebnis: Veranstaltungen wie „Hakuna Matata“ und „El Dorado“ soll […]

Aufarbeitung jetzt! Kolonialrassismus im Leipziger Zoo endlich wirksam bekämpfen

Gemeinsames Statement zum Verwaltungsstandpunkt und zur Stadtratssitzung am 18.05.: Die Initiativen DecolonizeZoo Leipzig, die Bi_PoC Hochschulgruppe, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Leipzig und Leipzig Postkolonial protestieren gegen den Verwaltungsstandpunkt des Kulturdezernats zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit des Leipziger Zoos. Als Betroffenen-Selbstorganisationen und Verbündete fordern sie den Stadtrat mit Nachdruck auf, den Antrag des Migrant/-innenbeirats […]

Auch ziemlich daneben: Wallende Federn zur Eröffnung der Flamingo-Lagune im Zoo. Foto: Ralf Julke

Schluss mit der exotischen Zur-Schau-Stellung: Migrantenbeirat hat seinen Antrag zum Zoo neu gefasst

Als der Leipziger Migrantenbeirat vor einem Jahr seinen Antrag startete, damit im Leipziger Zoo „alle Veranstaltungen, die koloniale und rassistische Stereotype reproduzieren, unterbunden werden“, begann erst eine Debatte, die längst überfällig war. Wie überfällig, das machte ausgerechnet die Stellungnahme des Kulturdezernats deutlich, einem Dezernat, in dem zurzeit einiges drüber und drunter zu gehen scheint. Zuletzt […]

Das Wasserbassin in der Anton-Bruckner-Allee. Foto: Ralf Julke

Erinnerung an die STIGA 1897: Stele im Clara-Zetkin-Park wird am 24. April enthüllt

Am Sonntag, 24. April, lohnt sich der Weg in den Clara-Zetkin-Park für alle, die ein kleines bisschen Interesse für die Geschichte dieses Parks haben. Den dann enthüllt die Stadt Leipzig eine Gedenktafel an die Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung (STIGA) von 1897. Die Tafel in Form einer zweiseitigen Stele wird nordwestlich des Bassins in der Anton-Bruckner-Allee […]

Die Beduinenkarawane an der Pleiße: Ernst Pinkert und die von ihm finanzierten Völkerschauen

Seit der Diskussion um den ersten Leipziger Zoodirektor Ernst Pinkert und die Völkerschauen im Leipziger Zoo steht das Thema Kolonialgeschichte auch in Leipzig ganz oben auf der Liste der abzuarbeitenden Forschungsthemen. Dabei kommen auch neue Aspekte zum Vorschein, so wie die von Ernst Pinkert organisierten Beduinenkarawanen. Ein Interview mit dem Historiker Mustafa Haikal. Herr Haikal, […]

Gebäude der Baumwollspinnerei. Archivfoto: Gernot Borriss

Kolonialzeit, Zwangsarbeit, schlimme Arbeitsbedingungen: Jugendparlament fordert mehr Vergangenheitsaufarbeitung für die Spinnerei

Die jungen Leute im Leipziger Jugendparlament verfolgen sehr aufmerksam, was so in Sachen Kolonialismus in Leipzig alles bekannt wird. Es ist ja sowieso schon verblüffend, dass die Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte mit 100-jähriger Verspätung begonnen hat. Was natürlich einen Grund hat: Sie ist im öffentlichen Stadtraum so gut wie nicht sichtbar. Doch als es um billige Produkte aus den Kolonien ging, waren auch Leipziger Unternehmen wie die Baumwollspinnerei mit dabei.

Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte: Was ist seit dem Stadtratsbeschluss passiert?

Zwischen 1876 und 1931 fanden auf dem Gelände des Leipziger Zoos etwa 40 sogenannte „Völkerschauen“ statt. In den Leipziger „Menschenzoos“ wurden insgesamt mehr als 750 Menschen den Zoobesucher/-innen zur Schau gestellt. Auch in vielen anderen Städten Europas waren diese Ausstellungen üblich und hatten Tradition in Zirkussen, Kuriositäten-Kabinetten und auf Jahrmärkten. Eine kritische Aufarbeitung der „Völkerschauen“ ist bisher, trotz der langjährigen Forderung verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure, nur spärlich erfolgt.

Die Welt im MdbK: Kolonialismusdebatte, Kapitalismuskritik und Jahre im Zeichen der Pandemie

Seit September sind im Museum der bildenden Künste (MdbK) zwei Ausstellungen international bekannter Künstler/-innen zu sehen. Mit vernähten Jute-Säcken greift Ibrahim Mahama das Thema der Verantwortung, im Rahmen von postkolonialen und kapitalistischen Strukturen, auf. Chiharu Shiota installierte derweil ein monumentales Werk, das im Zeichen der Coronapandemie steht.

Katrin Löffler: Leipzig und der Kolonialismus. Foto: Ralf Julke

Leipzig und der Kolonialismus: Der komprimierte Beginn einer überfälligen historischen Spurensuche

Sie kam spät und sie kam heftig: die Diskussion um die koloniale Vergangenheit der Stadt Leipzig. Und gerade die Irritationen, die sie erzeugte, erzählen von dieser Verspätung. Denn fällig gewesen wäre diese Diskussion schon vor 100 Jahren. Aber da war ja das reaktionäre Bürgertum voll und ganz damit beschäftigt, die Weimarer Republik zu bekämpfen und möglichst bald wieder abzuschaffen. Und dann ging es mit den politischen Verhinderungen ja munter weiter.

Gespräch zu (post)kolonialem Erbe und dessen Kontinuitäten

Kolonialismus ist für viele Menschen längst Geschichte. Seit der sogenannten Entdeckung Amerikas 1492 - der eigentliche Beginn der modernen Eroberung Amerikas und der Beginn des modernen Kolonialismus - zogen die europäischen Mächte wie Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande, sowie ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch Deutschland aus, neue Gebiete zu besetzen und zu besiedeln, um ihre Macht und ihren Einfluss auszubauen und diese Kolonien auszubeuten.

Die Volkshochschule in der Löhrstraße. Foto: Ralf Julke

Einladung zu Debatte über Leipzigs Kolonialgeschichte

Das Thema „Leipzig und seine (post)koloniale Geschichte und Gegenwart“ wurde in den vergangenen Monaten in der Stadt intensiv und zuweilen polarisierend diskutiert. Das Dezernat Kultur möchte im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung diesen Diskurs aufgreifen und hat eine Podiumsdiskussion mit Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, Zoodirektor Prof. Jörg Junhold und weiteren Akteuren zum Thema organisiert, an der die Leipzigerinnen und Leipziger nach Anmeldung live vor Ort oder via Internet-Übertragung teilnehmen und ihre Fragen stellen können.

Es ist noch viel zu tun: Wie die städtischen Museen jahrhundertealtes Unrecht erforschen

Stellten wir uns am Anfang dieser Artikelreihe noch die Fragen, was Provenienzforschung für die Leipziger Museen bedeutet und was bisher erreicht werden konnte, heißt es in der Rückbetrachtung: Warum läuft die Erforschung der Museumsbestände so schleppend? Bevor wir eine Antwort auf diese Frage geben können, zunächst ein Rückblick auf die letzten Monate und was sich seither verändert hat.

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