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Ab 22. August in der Galerie KUB: Die Perspektive eines Aboriginal Künstlers auf die Rückführung der Gebeine seiner Vorfahren

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    Auch Leipzig hat eine koloniale Vergangenheit. Manches Sammlungsstück in Leipziger Museen erzählt davon. Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die AG Postkolonial mit dieser verdrängten Geschichte. Mit der nächsten Veranstaltung geht es zwar nicht in Leipziger Sammlungsbestände. Dafür führt die Spur der Fotoausstellung, die am 22. August in der Galerie KUB eröffnet wird, nach Dresden.

    Am Donnerstag, 22. August , findet in der Leipziger Galerie KUB die Eröffnung der Fotoausstellung „Collect“ vom australischen Künstler Michael Jalaru Torres statt. Torres ist ein Mitglied der Aboriginal Gemeinschaft, die im April dieses Jahres menschliche Gebeine aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zurückerhielt. Seine Arbeiten thematisieren die Geschichte hinter den geraubten Gebeinen und ihre Rückführung.

    Im Rahmen der aktuellen Debatte über die Rückgabe von Raubkunst und menschlicher Gebeine aus der Kolonialzeit präsentiert das Leipziger Kollektiv AG Postkolonial in Zusammenarbeit mit der Galerie KUB eine Fotoserie des Yawuru Fotografen Michael Jalaru Torres. Torres stammt aus dem westaustralischen Broome, einst das größte Perlenfischereizentrum der Welt. Seine Vorfahren wurden versklavt, um für die weißen Perlenhändler nach Muscheln zu tauchen.

    Vor allem Frauen und Mädchen wurden mit Gewalt auf die Perlenlogger gebracht und trugen häufig schwere Verletzungen davon. Die Gebeine von einigen von ihnen landeten durch dubiose Handelsgeschäfte in den Kellern der Museen für Völkerkunde in Sachsen. Sie sind stille Zeugen unbeschreiblicher Grausamkeiten, die die im Rahmen der Repatriierung ausgeführte Provenienzforschung zutage gebracht hat.

    Science. Foto: Michael Jalaru Torres
    Science. Foto: Michael Jalaru Torres

    Mit seiner Fotoserie „Collect“ (Sammeln) bietet Torres eine neue Perspektive auf die koloniale Gewalt. Sie übersetzt die reinen Fakten der Provenienzforschung in aussagekräftige Bilder des Traumas seiner Vorfahren, das von den jüngeren Generationen seiner Gemeinschaft oft erneut durchlebt wird. Die Rückgabe ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg der Heilung und der Beginn einer neuen Beziehung zwischen Sachsen und den Yawuru, die die AG Postkolonial und Torres weiter festigen möchten.

    Die Eröffnung findet in Anwesenheit des Künstlers (live über Skype) und Dr. Birgit Scheps-Bretschneider, Kustodin für Australien/Ozeanien des Museum für Völkerkunde zu Leipzig und Begleiterin der Repatriierung, statt.

    Die Ausstellung ist die letzte Veranstaltung in einer Veranstaltungsreihe von AG Postkolonial zur Rückgabe menschlicher Gebeine. Am 4. Juli dieses Jahres fand eine Filmvorführung mit Gespräch zu der Repatriierung von Gebeinen nach Hawaii statt. Bei der Veranstaltung „Die Reise der Perlentaucher/-innen aus Westaustralien“ am 13. Juli 2019 wurde die Geschichte hinter der Rückgabe menschlicher Gebeine nach Broome präsentiert. Die Rückgabe an die Yawuru ist die zweite aus Sachsen. Dort gibt es noch 2.600 weitere Inventarnummern menschlicher Gebeine aus der ganzen Welt. Die AG Postkolonial Leipzig fordert deren Rückgabe unter Einbeziehung der Herkunftsgemeinschaften.

    Vernissage der Fotoausstellung „Collect“ am Donnerstag, 22. August, 19:00 Uhr in der Galerie KUB in der Kantstraße in der Spüdvorstadt.

    Ausstellungsdauer: 22.–31. August. Öffnungszeiten: Fr. und Sa. 16:00–20:00 Uhr, So. 14:00–18:00 Uhr.

    Museum für Völkerkunde thematisiert den Kolonialismus mit der Reihe „(Un)-sichtbar?! – Koloniale Spuren in Museen und Gesellschaft“

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