Zwei Freunde mit Westerngitarren und Akkustikbass: Ray’n’Rajko im Interview mit Maximilian Wolff

Den einen kennt man am Besten unter seinem anderen Namen R.J.K.K. Hänsch als Frontlegende der Freunde der italienischen Oper (FDIO) oder durch seine Rockabilly-Band Ray & The Rockets, den anderen als charismatischen Bassisten von Think About Mutation ((tam)), Knorkator, Krieger oder Rummelsnuff ...
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Gemeinsam sind sie Ray’n’Rajko: zwei Freunde mit Westerngitarren und Akkustikbass, die mal eben das ganze Spektrum zwischen Rockabilly, Surfrock und Rhythm & Blues mit ein paar Akkorden und dem entsprechenden Gesang dazu bei einem Bier ausloten – so muss Rock’n’Roll sein. Wer kann, der kann.

Dass sie sich und anderen musikalisch etwas mitzuteilen haben, konnten Ray und Rajko über die Jahre bei diversen Gelegenheiten feststellen. Mal gab Ray einen Gastauftritt auf der ((tam))-Scheibe „Housebastards“, dann revanchierte sich Rajko als Bassist der re-unierten FDIO und schließlich fand man sich zum gemeinsamen 50er-Jahre-Psychometalbandprojekt The Distorted Elvises zusammen, das durch Tex Morton und Boris Israel Fernandez vervollständigt wurde.

Allein ist man auch viel unterwegs: Rajko startete nach dem Ende von ((tam)) sein Surfrock-Soloprojekt Mikrowelle, das inzwischen mit einem Schlagzeuger und einer Gogo-Tänzerin verstärkt wurde – auch die beiden wie Rajko selbst mit roter Strumpfmaske, versteht sich.

Ray dreht derweil noch Filme, fotografiert und schreibt für die Journaille – genug unterwegs, um was zu sehen von der Welt, ist man ja.

Also ist Ray’n’Rajko nicht nur ein gut abgehangenes Zwei-Mann-Ein-Beat-Unternehmen, sondern auch eins, wo in den Songs und dazwischen aus dem Leben on the road geplaudert wird, von da draußen, wo die Rastlosen sich herumtreiben und man immer unterwegs ist.

Der gebildete Musikrezipient kennt euch schon seit den Wendejahren aus diversen und inzwischen legendären Bands – Ray, du bist auch als R.J.K.K. Hänsch, Frontmann der Freunde der italienischen Oper, bekannt. Und Rajko ist nicht zuletzt dem Leipziger als Bassist von Think About Mutation ein Begriff.
Gemeinsam kennt man Euch als Mitglieder der Bands Ray & The Rockets und The Distorted Elvises … Euer gemeinames Projekt Ray’n’Rajko gibt es aber erst seit Kurzem. Erzählt doch mal, wie es dazu kam?
Ray: Das war eher ein Zufallsprodukt und eigentlich gibt es zwei Stories, die zu Ray’n’Rajko führen. Wir beiden waren mal in Berlin wegen eines Auftrittes mit The Distorted Elvises und am Abend zuvor hab ich Rajko auf der Westernklampfe so ein paar Songs vorgespielt, die man mal machen müsste. Nun bin ich kein Gitarrist, habe das auch nie gelernt und schrubbe bei Ray & The Rockets lediglich die üblichen Akkorde. Aber Rajko fand das irgendwie charmant und meinte, dass man das so mal mit Bass aufnehmen sollte.

Ein paar Monate später dann bat mich Rajkos Lebensabschittsverschönerin Annie Alarm, zur Trauung ihrer Lieblingscousine am Staatstheater Cottbus solo ein paar Elvisnummern zum Besten zu geben. Ich bin zwar schon irgendwo mal allein mit Westerngitarre aufgetreten, aber unangenehm ist es mir trotzdem, so allein ohne den wärmenden Rückhalt einer hervorragenden Combo. So kam ich auf der Grundlage von Rajkos Idee, ihn zu bitten, mich bei diesem Gig mit Bass und als Freund und Mensch zu begleiten.

Da Rajko diesen Quatsch sowieso mit mir vorhatte und mir außerdem sein halbes Leben nach TAM zu verdanken hat, konnte er einfach nicht nein sagen.

Nun heißt es eigentlich „Wer probt, kann nichts“, aber wir wollten dann doch nicht so pressluften in den wichtigsten Tag zweier junger Menschen hineinpoltern und hatten uns ausnahmsweise mal zuvor zu einer Probe verabredet. Das Ganze haben wir auch gleich auf Facebook gestellt – inklusive eines bekloppten Probenvideos auf YouTube.

Innerhalb kürzester Zeit hatten wir erstaunlicherweise viele Fans generiert, die zwar nicht wirklich wussten, was das Ganze soll, aber es für bescheuert oder lustig genug befanden, um es zu liken. Der Endeffekt war, dass uns ein Haufen Leute anrief, ob wir nicht bei ihnen auftreten würden, inklusive Schwarwel, dessen Vernissage wir nun am 30. November in Leipzig optovisuell und soundakkustisch bereichern werden.

Rajko: Genau so war’s. Und übrigens fand meine Freundin die „Lebensabschittsverschönerin“ gar nicht so toll – danke, Ray! (… schmunzelt)

Ray, neben der Musik bist du auch als Fotograf und Filmemacher unterwegs – wie bekommst du die verschiedenen Talente an normalen 24-Stunden-Tagen unter einen Hut?

Ray: Na ja, ganz so schlimm ist es schon nicht, da das Filmemachen seit Ende der 90er eher brach oder auf Eis liegt. Aber ich digitalisiere gerade mit meinen Freund Rainer A. Schmidt, mit dem ich auch bei FDIO gespielt und zuvor die DDR-Undergroundfilmgruppe FESA (feige sau) betrieben habe, unsere alten Filme aus den 80ern, die auf Einladung des Filmfest Dresden nächstes Jahr dort gezeigt werden sollen.
Rajko, gleiche Frage an Dich, denn Du bist als der Mann bekannt, der nach dem Ende von ((tam)) als erster sein eigenes Projekt Mikrowelle am Start hatte und jetzt neben den gemeinsamen Bands mit Ray außerdem noch mit Knorkator und Rummelsnuff unterwegs bist.

Rajko: Ich führe Kalender und ich habe eine verständnisvolle Freundin.

Rajko, Mikrowelle startete als Solo-Projekt – live sind inzwischen ein Drummer und eine Burlesque-Tänzerin dazu gekommen. Ist da ein neues Album geplant, das dem Erstlingswerk „Twang Boom Tschak“ den Rang ablaufen könnte?

Rajko: Ja, im Frühjahr nächsten Jahres wird der Nachfolger „Rock’n’Roll HIFI Gangster“ auf Kamikaze Records erscheinen. Und natürlich habe ich wieder richtig Gas gegeben.

Ray, wie man lesen kann, bist Du auch ein echter Cowboy, mit Pferden und so – ist da was dran?

Ray: Na, nicht ganz und auch leider nicht mehr. Cowboy ist auch etwas übertrieben, da ich nie irgendwelche Rinderherden von A nach B getrieben habe, aber ich weiß, worauf Du anspielst.

Ich habe in den 90ern auf dem Land gelebt und hatte ein Pferd Namens Cheyenne, welches ich im Westernstyle geritten habe, weil es mir als damaliger Raucher sehr entgegenkam, da Western nur mit einer Hand geritten wird und somit immer die andere Hand für die Kippe übrig ist.

Zu der Zeit habe ich auch noch am Staatsschauspiel Dresden gearbeitet und bin wahrscheinlich der einzige Mitarbeiter, der je in der 100-jährigen Geschichte des Hauses mit dem Pferd auf Arbeit kam. Ab und an hab ich dann auch Schauspielstudenten des Staatsschauspiels Reitstunden gegeben.

Einmal war ich auch aus irgendeinem Anlass in Radebeul, wo der „Mörder Winnetous“ Rik Battaglia zugegen war und sich für ein Pressefoto mein Pferd auslieh.

Rajko, die Band Krieger nimmt auch einen Platz in Deiner Vita ein – warum gibt es die nicht mehr … oder hab ich was verpasst?

Rajko: Nein, Du hast nichts verpasst. Bei Krieger war die Luft raus. Kein neuer Plattenvertrag, keine Konzerte, kein Sex, keine Drugs, kein Rock’n’Roll. (…schaut in die Kamera und zieht die Augenbraue hoch)

Momentan scheint es ein erhöhtes Aufkommen an Band-Reunions zu geben – sei es aus künstlerischen Gesichtspunkten, weil Geld verdient werden muss oder um es „noch mal wissen zu wollen“. Gibt es da seitens Freunde der italienischen Oper oder Think About Mutation ähnliche Bestrebungen?

Ray: Von meiner Seite aus ja, aber nicht um des Geldes Willen. Ich wollte eigentlich nur für mich die Geschichte etwas gerade rücken, um damit abschließen zu können oder gegebenenfalls weiterzumachen. Als wir die erste Platte „Um Thron und Liebe“ aufgenommen hatten, also die erste, die dann auch rausgekommen ist, habe ich pünktlich zum Einsingen der LP – wahrscheinlich unter dem psychischen Druck – eine derartig vereiterte Angina bekommen, wie ich es bis dato noch nicht erlebt hatte. Wir hatten aber nur eine Woche Zeit, unser Baby in den Hafen zu bringen. Also nach dem Aufstehen erst einmal Blut und Eiter gespuckt und ab ins Studio. Ich kann sagen: ich habe diese Platte unter Schmerzen eingesungen. Das klingt zwar im Endergebnis ganz rotzig, aber zeigt nicht ganz die Möglichkeiten, die mich als Sänger ausmachen.

In all den Jahren habe ich dann immer wieder das alte Schlachtschiff auf Touren zu bringen versucht, allein es scheiterte immer wieder aus den unterschiedlichsten Gründen.

2009 rief mich dann Alexander Pehlemann an, ob ich nicht Bock hätte, mit FDIO für eine Wenderevue im Centraltheater Leipzig zu spielen. Ich hatte Bock, nur war das mit dem Rest der zweiten Besetzung nicht mehr möglich, so dass ich trotz wahrscheinlich bestehender Ressentiments von Fans bzw. ehemaligen Kollegen mir „fast“ komplett neue Leute ins Boot holte. Rajko hatte ja bereits vor acht Jahren zur öffentlichen Geburtstagsparty zu meinem 40sten mitgespielt und war quasi bereits ein Bestandteil der langwierigen Geschichte von FDIO.

Da ich aber weder einen Keyboarder noch einen Posaunisten kannte und auch keine Kopie aus den 90ern wollte, generierte ich die neue Besetzung aus guten und legendären Freunden, die das Zeug dazu hatten, die alten Song kongenial umzusetzen. Das waren Rajko am Bass, Alex Anthony Faide an der Gitarre und Boris „Bisfer“ Israel Fernandez von den legendären Los Twang! Marvels an den Drums … und Tex Morton ebenfalls an der Gitarre – den meisten gebildeten Musikliebhabern sollte Tex als Gitarrist von Sunny Domestozs, Mad Sin oder Kamikaze Queens bekannt sein.

Da das Konzert im Centraltheater für mich ein großes musikalisches Erlebnis war, habe ich gesagt: genau das will ich noch einmal auf Platte haben!

Das Ganze hat zwar etwas gedauert, da Rajko 2011 fast ganzjährig mit Knorkator on Tour war und Tex derweil mit Kamikaze Queens in Amerika, doch sieht es jetzt so aus, dass das gute Stück nun endlich im April 2013, anlässlich des Filmfest Dresden auf CD und – festhalten – auch auf Vinyl erscheint und auch released wird. FDIO back to roots und in einem Sound, von dem ich schon von Anfang an geträumt hatte!

Rajko: Ja. (…verabschiedet sich und klatscht Viva Las Vegas mit den Händen)

Ray’n’Rajko am Fr 30.11.12, 19 Uhr bei „Schwarwel: Seelenfresser – Glaubensfrage“-Vernissage, CityComics (Nürnberger Straße), Eintritt frei.


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